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4-Tage-Arbeitswoche
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Dubai führt 4-Tage-Arbeitswoche ein und passt Wochenende an

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), zu denen auch Dubai gehört, haben für Einrichtungen der Regierung und Regierungsbehörden die 4-Tage-Arbeitswoche eingeführt. Dies gilt ab 1. Januar 2022.

4-Tage-Arbeitswoche Dubai VAE

Quelle: Twitter

Gleichzeitig führte die Regierung ein neues Wochenende von Freitag Nachmittag bis Sonntag ein. Das hat die Regierung kürzlich über die staatliche Nachrichtenagentur WAM mittgeteilt. Bislang galten der Freitag und Samstag als Wochenende – Sonntag war ein Arbeitstag, was vor allem in muslimischen Ländern wegen der Freitagsgebete üblich ist. Die neue Regelung ermöglicht es Regierungsbeschäftigten von Montag bis Donnerstag in der Zeit von 7:30 Uhr bis 12 bis 15:30 Uhr zu arbeiten und am Freitag von 7:30 Uhr bis 12 Uhr. Zudem dürfen die Behördenmitarbeitenden freitags von zu Hause arbeiten, etwa um ab 13:15 Uhr an den Predigten und Gebeten teilnehmen zu können.

Die Golfnation ist damit die erste weltweit, die eine verkürzte Wochenarbeitszeit einführt. Auch die finnische Regierung hatte über die Einführung einer 4-Tage-Arbeitswoche beraten, bislang blieb es aber nur bei Überlegungen. Irrtümlicherweise wurde damals jedoch in den Medien kolportiert, Finnland habe die 4-Tage-Arbeitswoche bereits eingeführt.

Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben für Dubais Bevölkerung

Das verlängerte Wochenende sei Teil der Bemühungen der Regierung der VAE, die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu verbessern und das soziale Wohlbefinden zu steigern, während gleichzeitig die Leistung erhöht wird, um die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der VAE zu verbessern. Die Anpassung des Wochenendes werde zudem die internationalen Finanz- und Handelsgeschäfte erleichtern und in den VAE ansässigen ausländischen Unternehmen zugute kommen. Abschließend bekräftigte die Regierung in der Pressemitteilung noch, dass die neue Arbeitswoche zu einem flexiblen, sicheren und angenehmeren Lebensstil der Einwohner*innen und Bürger*innen der Golfnation beitragen soll. 

Es wird erwartet, dass sowohl öffentliche Einrichtungen wie Schulen und Universitäten als auch die Wirtschaft sich am Vorbild der Arbeitszeiten der Regierungsbehörden orientieren und entsprechend nachziehen werden.

 

So viel wird in Europa gearbeitet

Rund 40,5 Stunden pro Woche arbeiteten Vollzeitbeschäftigte in Deutschland im Jahr 2020. Die Bundesrepublik liegt damit knapp unter dem europäischen Durchschnitt von 40,7 Wochenstunden. Die höchste durchschnittliche Wochenarbeitszeit im europäischen Vergleich verzeichnete im selben Jahr Griechenland: hier arbeiteten Vollzeitbeschäftigte rund 43,8 Stunden in der Woche. Die geringste Wochenarbeitszeit gab es mit rund 38,4 Stunden in Dänemark.

Die Höchstgrenze für die wöchentliche Arbeitszeit in Deutschland beträgt 48 Stunden, so legt es das Arbeitszeitgesetz fest. Eine Regelung zu Überstunden kann im Arbeitsvertrag festgelegt werden. Der Wunsch nach flexiblen Arbeitszeiten, z.B. in Form von Arbeitszeitkonten, hat sich in den vergangenen Jahren in vielen europäischen Ländern massiv erhöht. Einige skandinavische Länder haben in der Vergangenheit bereits mit kürzeren Arbeitszeitmodellen experimentiert. Auch Frankreich ist für die 35-Stunden-Woche bekannt.

Kürzere Arbeitszeiten gehen nicht zulasten der Produktivität

Länder mit einer geringeren Anzahl an Wochenarbeitsstunden, schneiden auf dem Produktivitätsindex besser ab als Länder, in denen besonders lange gearbeitet wird. Bei 34,9 Wochenstunden und einem Wert von 127,2 auf dem Produktivitätsindex pro Wochenstunde, liegt Deutschland auf Platz vier der produktivsten EU-Länder pro Arbeitswoche