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Neue Vogelgrippe in China: Aktuelle Hintergrundinfos

Zehn Jahre nach der Grippeepidemie SARS droht in China erneut ein Ausbruch der Vogelgrippe. Eine neue Variante des Grippevirus mit dem Namen H7N9 breitet sich aus. Betroffen sind bisher Shanghai, und drei umliegende Provinzen. Die Symptome der H7N9 Grippe sind Fieber und Gliederschmerzen in Verbindung mit einem Infekt der oberen Luftwege. Expats oder Reisende in den betroffenen Gebieten mit entsprechend Beschwerden sollten umgehend einen Arzt vor Ort aufsuchen.

Bislang acht tödliche Fälle durch neue Vogelgrippe

Das Virus ist in der Vogelwelt bekannt, hatte aber bisher keine Krankheitssymptome beim Menschen ausgelöst. Aufgrund einer besonders raschen Mutation des Virus hat es einen spezifischen Krankheitswert nur für Menschen. Seit Ende Februar gab es 21 bestätigte Fälle in der lokalen Bevölkerung, die Dunkelziffer liegt möglicherweise höher. Acht dieser Fälle verliefen tödlich. Reisende oder Expats sind bisher nicht betroffen. Es gibt keine Anzeichen einer Übertragung von Mensch zu Mensch. Aufgrund der außergewöhnlich schnellen Wandelungsfähigkeit des H7N9 Virus wird eine weitere rasche exponentielle Ausbreitung befürchtet.

Chinesische Behörden bekämpfen Ausbreitung rigoros

Die Übertragung des Virus scheint über den engen Kontakt mit lebendem Geflügel zu verlaufen auch wenn die Details noch unklar sind. Die betroffenen Menschen hatten Tauben, Wachteln oder Hühner zubereite oder mit diesen gehandelt. Anders als in der Vergangenheit gehen die chinesischen Behörden rigoros gegen die Ausbreitung des Erregers vor. Es gibt Massenschlachtungen und eine strenge Reglementierung des Handels. “Der Verkauf von lebendem Geflügel ist in den betroffenen Provinzen verboten worden und alles Geflügel in den betroffenen Städten ist geschlachtet worden“ sagt  Wang Zhixi, stellv. Director der Handelskammer in Nanjing, eine der betroffenen Provinzen. “Zusätzlich werden wir alle lebenden Geflügeltransporte in und aus dem Umland unterbinden“ fügte Wang hinzu.

Impfung gegen neue Vogelgrippe noch nicht existent

Geschäftsreisen und tägliches normales Leben in den betroffenen Gebieten sind zurzeit ohne weitere Maßnahmen möglich. Lediglich Geflügelhöfe, -märkte und Geflügelschlachtereien sollten vorsichtshalber gemieden werden, auch wenn es noch keinen Beweis für die direkte Übertragung gibt. Bisher gibt es keine Empfehlungen, die den Verzehr von ausreichend Gebratenem oder Gegartem Geflügel einschränken. Eine Impfung oder eine medikamentöse Prophylaxe existieren nicht. Es wird bisher auch keine „Stand-by“ Medikation empfohlen.

Der Autor:

Dr. Andreas Grasteit:

  • ist Facharzt für Tropen und Reisemedizin und in Lübeck und berät Firmen und Institutionen in gesundheitlichen Fragen der Mitarbeiterentsendung.
  • Kontakt: [email protected]
  • Web: www.dr-grasteit.de

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