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EU will in länderübergreifende deutsche Straßen investieren

Die Europäische Kommission hat mehrere Studien vorgestellt, nach denen die EU-Länder und insbesondere Deutschland dringend ihr Verkehrsnetz so ausbauen sollten, dass spätestens bis 2030 reibungslose Verkehrsströme für Fahrgäste und Güter in der gesamten EU gewährleisten werden können.

Das bedeutet: Damit Deutschland mit seinen Nachbarländern weiterhin profitabel Handel betreiben und auch als Investitionsstandort attraktiv bleibt, müssen Straßen- und Schienennetze signifikant ausgebaut werden. Dafür will die EU bis zu 315 Milliarden Euro investieren.

Die genehmigten Projekte sollen dann beispielsweise über das EU-Verkehrsbudget „Connecting Europe“ gefördert werden.

Sechs deutsche Verkehrsnetze sollen ausgebaut werden

Die EU benennt insgesamt sechs Verkehrsverbindungen, die Deutschland betreffen und in deren Ausbau investiert werden soll (siehe auch Grafik):

Verkehrskorridore_Europa


1.
Nord-Ostsee-Korridor (orange Linie)

Dieser verbindet deutsche Städte wie Frankfurt (Oder), Berlin, Magdeburg, Hannover und Köln mit Finnland im Norden und den niederländischen Häfen im Westen verbinden.

2. Korridor Orient-östliches Mittelmeer (braune Linie)

Dieses Straßennetz verbindet Rostock, Bremen, Hannover, Magdeburg, Berlin und Dresden mit den Ländern am Schwarzen Meer und am Mittelmeer.

3. Skandinavien-Mittelmeer Korridor (rosafarbene Linie)

Darüber werden die deutschen Metropolen wie Hamburg, Bremen, Hannover, Nürnberg und München mit Städten von Finnland bis Italien verbunden.

4. Rhein-Alpen-Korridor (ockerfarbene Linie

Diese Linie ist eine der meist befahrenen Güterverkehrsstrecken Europas. Der Korridor verbindet wichtige Wirtschaftszentren in der Rhein-Ruhr- und Rhein-Main-Neckar-Region mit den die Nordseehäfen Rotterdam und Antwerpen und Norditalien. Zudem erfasst die Verbindung den Rhein als Binnenwasserstraße. Zu den aktuell dringendsten Vorhaben zählen die partiell fertiggestellten Basistunnel in der Schweiz und ihre Zubringer in Deutschland und Italien.

5. Atlantik Korridor (gelbe Linie)

Durch diese Verbindung gelangen Güter und Transporte von Mannheim an bedeutende spanische, portugiesische und französische Städte.

6. Rhein-Donau-Korridor (hellblaue Linie)

Seine Binnenwasserstraßen Main und Donau verbinden die Wirtschaftszentren Straßburg und Frankfurt über Süddeutschland mit Wien, Bratislava, Budapest und schließlich dem Schwarzen Meer.

Von einem Ausbau des Verkehrsnetzes profitiert nicht nur die deutsche Logistikbranche, sondern auch die deutsche Immobilienwirtschaft. Werden Städte mit einem hohen Gewerbeaufkommen verkehrstechnisch besser erschlossen, wird dadurch die Infrastruktur erheblich verbessert und es siedeln sich mehr Unternehmen an. Diese sind wiederum auf der Suche nach geeigneten und erschwinglichen Gewerbeimmobilien und Produktionsflächen und Lagerhallen.

Ausbau des Verkehrsnetzes zieht ausländische Investoren an

Gut erschlossene Metropolen mit attraktiven Gewerbeimmobilien ziehen zudem ausländische Investoren an, wie jüngst das Beispiel Düsseldorf zeigt: Dort wird die besondere Rolle ausländischer Investoren auf dem Düsseldorfer Investmentmarkt zum einen an ihrem im Fünf-Jahresvergleich überdurchschnittlichen Anteil am Transaktionsvolumen (40 Prozent) deutlich. Zum anderen haben grenzüberschreitende Investoren ihren Gewerbeimmobilienbestand per Saldo um knapp 100 Millionen Euro erhöht, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Immobilien-Beratungsspezialisten Jones Lang LaSalle (JLL) zur Entwicklung des Gewerbeimmobilienmarktes in der Region Düsseldorf.

Wie viel Geld in die einzelnen ausbaufähigen deutschen Verkehrskorridore investiert werden soll, entscheidet die EU im Frühjahr 2015. Details zu allen Studien und dem neuen Verkehrsnetz finden Interessierte hier.

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