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Aktueller Stand zum H7N9 Virus

Zehn Jahre nach der Grippeepidemie SARS droht in China erneut ein Ausbruch der Vogelgrippe. Eine neue Variante des Grippevirus mit dem Namen H7N9 breitet sich aus. Begonnen hat die Infektion in Shanghai, und drei umliegende Provinzen. Seitdem hat sich die Infektion über mehrere Provinzen an der Ostküste ausgebreitet. Die Symptome der H7N9 Grippe sind Fieber und Gliederschmerzen in Verbindung mit einem Infekt der oberen Luftwege. Expats oder Reisende in den betroffenen Gebieten mit entsprechend Beschwerden sollten umgehend einen Arzt vor Ort aufsuchen.

Bislang 22 tödliche Fälle durch neue Vogelgrippe

Das Virus ist in der Vogelwelt bekannt, hatte aber in der Vergangenheit keine Krankheitssymptome beim Menschen ausgelöst. Aufgrund einer besonders raschen Mutation des Virus hat es einen spezifischen Krankheitswert nur für Menschen. Seit Ende Februar gab es 108 bestätigte Fälle in der lokalen Bevölkerung, die Dunkelziffer liegt möglicherweise höher. 22 dieser Fälle verliefen tödlich. Reisende oder Expats sind bisher nicht betroffen. Es gibt keine Anzeichen einer Übertragung von Mensch zu Mensch auch wenn mehrere Hundert Menschen zusätzlich überwacht werden. Aufgrund der außergewöhnlich schnellen Wandlungsfähigkeit des H7N9 Virus wird eine weitere rasche Ausbreitung befürchtet.

Strenge Reglementierungen

Die Übertragung des Virus scheint über den engen Kontakt mit lebendem Geflügel zu verlaufen. Auch wenn die Details noch unklar sind, konnte am 29. April erstmals die direkte Übertragung von Hühnern auf Menschen nachgewiesen werden. Die erkrankten Menschen hatten Tauben, Wachteln oder Hühner zubereitet oder mit diesen gehandelt. Anders als in der Vergangenheit gehen die chinesischen Behörden rigoros gegen die Ausbreitung des Erregers vor. Es gibt Massenschlachtungen und eine strenge Reglementierung des Handels. “Der Verkauf von lebendem Geflügel ist in den betroffenen Provinzen verboten worden und alles Geflügel in den betroffenen Städten ist geschlachtet worden“ sagt Wang Zhixi, stellvertretender Director der Handelskammer in Nanjing, eine der betroffenen Provinzen. “Zusätzlich werden wir alle lebenden Geflügeltransport in und aus dem Umland unterbinden“ fügt Wang hinzu. Auch finden die offiziellen Untersuchungen Eingang in westliche medizinische Publikationen. Die chinesischen Behörden kooperieren eng mit der WHO.

Alltagsleben ist möglich

Geschäftsreisen und normales Alltagsleben in den betroffenen Gebieten sind zurzeit ohne weitere Maßnahmen möglich. Lediglich Geflügelschlachtereien, -märkte und -höfe sollten vorsichtshalber gemieden werden, auch wenn es noch keinen Beweis für die direkte Übertragung gibt. Bisher gibt es keine Empfehlungen die den Verzehr von ausreichend gebratenem oder gegarten Geflügel einschränken. Eine Impfung oder eine medikamentöse Prophylaxe existieren nicht. Es wird bisher auch keine »Stand-by« Medikation empfohlen.

Der Autor:

Dr. Andreas Grasteit:

  • ist Facharzt für Tropen und Reisemedizin und in Lübeck und berät Firmen und Institutionen in gesundheitlichen Fragen der Mitarbeiterentsendung.
  • Kontakt: [email protected]
  • Web: www.dr-grasteit.de

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