Profitieren Sie wirklich von Ihren internationalen Erfahrungen?

Ich habe heute eine Frage: Wie nutzen Sie Ihre internationalen Erfahrungen? Nach Auslandsentsendungen, Austauschjahr oder mehrjähriger Tätigkeit in einem internationalen Team mit Auslandseinsätzen stellt sich oft die Frage, ob diese Erfahrung überhaupt einen Mehrwert hat.

Oftmals ist es schwierig, die vielen Erlebnisse, unvergesslichen Aha-Momente, überwundenen Frustrationen und das Wissen über andere Kulturen und Perspektiven in greifbare Konzepte zu übersetzen. Konzepte, die Personaler verstehen und zu schätzen wissen. Machen wir uns nichts vor, heutzutage pflastert fast jeder Kandidat seinen Lebenslauf mit Auslandsaufenthalten und internationaler Führungserfahrung, auch wenn es in Wirklichkeit die lange Rucksackreise durch Südostasien war.

Zur gleichen Zeit überkommt uns bei der Rückreise ins Heimatland das Gefühl, dass wir diejenigen sind, die etwas verpasst haben. Es ist schon sehr komisch, dass unser Gehirn uns beim sozialen Vergleich trotz all dieser Auslandserfahrungen schlechter abschneiden lässt. Hören Sie auf, die eigenen Entscheidungen immer wieder rechtfertigen zu wollen. Der Fokus sollte darauf liegen, die Vorteile und Möglichkeiten, die sich aus dem erweiterten Horizont ergeben, zu maximieren.

Wie kann man Auslandserfahrungen am besten nutzen?

Während das Interesse über die internationalen Erlebnisse bei den eigenen Freunden, Kollegen und Familie schnell nachlässt (Nähe und Ähnlichkeit kann zu Neid führen), haben die Medien und die allgemeine Öffentlichkeit ein Gefallen an den Geschichten von Auswanderern und Rückkehrern gefunden. Abhängig von Ihrer Persönlichkeit und Ihren Fähigkeiten finden Sie hier einige Tipps, um von Ihren erworbenen Kenntnissen aus dem Ausland auch langfristig zu profitieren:

      • Treten Sie der lokalen Vertretung einer internationalen gemeinnützigen Organisation bei, organisieren Sie Partnerschaften oder Schulaustausche oder seien Sie anderweitig eine Brücke zwischen Ihrem Heimatland und Ihren Auslands-Stationen.

• Etablieren Sie internationale Treffen in Ihrer Organisation mit den ausländischen Kollegen vor Ort.

• Bauen Sie sich eine Präsenz im Internet auf, um Ihre internationalen Erfahrungen und Geschichten im Netz zu teilen (via Blogs, Video oder Audio Formaten) und so ein breites Publikum anzusprechen.

• Bieten Sie lokalen Schulen, Universitäten oder Vereinen Ihren Service als Redner oder Diskussionsteilnehmer mit internationalem Profil an.

• Schreiben Sie ein Buch, vor allem wenn Sie sehr lange und in noch nicht viel beschriebenen Gebieten der Welt aktiv mit der lokalen Kultur in Kontakt waren. Sollte dies ein zu grosses Vorhaben sein, suchen Sie sich Partner, mit denen Sie zusammen arbeiten können.

• Bleiben Sie (weiter) aktiv im internationalen Kontext durch ausländische Stammtische, Handelskammern oder andere internationale Gruppen (beispielsweise InterNations, Meetup). Schnell knüpfen Sie neue Kontakte und halten Ihre Sprachkenntnisse aufrecht.

• Geben Sie konkrete Beispiele im Curriculum Vitae (CV) beziehungsweise im Lebenslauf, wie sich der Auslandsaufenthalt auf Ihre Arbeitsweise ausgewirkt hat und welche Lehren Sie gezogen haben. Je greifbarer und anschaulicher, desto besser. Haben Sie in Personalinterviews Beispiele parat, die dies unterstreichen und den Mehrgewinn verdeutlichen.

• Hören Sie nie auf, Ihre interkulturelle Kompetenz zu testen und zu verbessern. Schnell rutscht man wieder in seinen alten Trott und vergisst die vielen Frustrationen und Glücksmomente. Suchen Sie im Unternehmen, an der Universität oder im Alltag auch immer wieder bewusst nach Fremdheitsmomenten, in denen Sie sich außerhalb Ihres Komfortbereiches bewegen.

Vergessen Sie nicht, dass Sie sich damals vor vielen Jahren oder vor einigen Monaten bewusst für diesen internationalen Lebensstil entschieden haben. Es liegt nun auch an Ihnen, das Beste daraus zu machen und von diesen Erfahrungen zu profitieren und andere mit Ihren Kenntnissen und Kompetenzen zu bereichern.

Die Autorin Susan Salzbrenner nutzt ihre Auslandserfahrung, um Expat-Familien, internationalen (virtuellen) Teams, Profisportlern im Ausland und heutigen und zukünftigen Führungskräften zu helfen, in verschiedenen kulturellen Kontexten zu navigieren. Vernetzen Sie sich mir ihr bei LinkedIn, Xing oder Twitter @fitaxcultures.

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Foto: Susan Salzbrenner