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So wird im Englischen, Französischen und Italienischen gegendert

In Deutschland ist das Gendern aktuell im Trend und wird auch sehr intensiv diskutiert. Es stellt sich deshalb die Frage, ob gendern in anderen Ländern oder gar international ebenfalls angewendet wird, oder ob gendern ein Phänomen ist, das insbesondere in Deutschland vorherrscht.

Generell ist die Idee der Geschlechtergerechtigkeit interessant und in Bezug auf Gleichberechtigung von Mann und Frau durchaus zu befürworten. Gleichzeitig hat das Gendern zur Folge, dass sich die Sprache zusehends verändert.

Gendern im Englischen

Englisch ist vielen Menschen bekannt und geläufig. In der Sprache wird meist vieles neutral gehalten. In der englischen Sprache wird demnach die Sprache allgemein gehalten, so dass diese sowohl für den Mann als auch für die Frau passend ist. Die Tendenz geht hier dahin, die Verwendung geschlechtsspezifischer Begriffe so weit wie möglich zu reduzieren und eine Neutralisierung herbeizuführen. Um Geschlechtsbezüge zu vermeiden, kann man auch im Englischen geschlechtsneutrale Begriffe verwenden, das heißt Wörter, die nicht geschlechtsspezifisch sind und die sich auf Personen im Allgemeinen beziehen, ohne Bezug auf Frauen oder Männer („cairman“ wird ersetzt durch „Chair“ oder „chair person“, „police man“ oder „police woman“ durch „police officer“, „spokesman“ durch
spokesperson“, „stewardess“ durch „flight attendant“ usw.). Es wird auch eine geschlechtsneutrale Sprache verwendet, indem zum Beispiel  „he“ als generische Bezeichnung durch die Begriffe „he or she“ ersetzt wird.

Gendern in Italien

In der italienischen Sprache wird generell versucht, eine Genderneutralität durchzuführen. Dennoch ist dies bis heute nicht in jedem Fall geglückt. Im Italienischen wird das grammatikalische Geschlecht mit der Endung –o bzw. –a (bambino/a), dem Artikel (il cuoco/la cuoca) und dem Suffix (giocatore/trice) angezeigt. Insbesondere die Namen der Berufe sind meist in männlicher Form gehalten (z.B. poliziotto). Entsprechend heißt es dann auch „Poliziotto Laura Lenzi“. Es gibt aber eine Empfehlung, wie eine gendergerechte Bezeichnung aussehen kann. In diesem Fall soll an die männlichen Bezeichnungen einfach ein „a“ angehängt werden. Dann hiße es auch „Poliziotta Laura Lenzi. Dadurch wird der Geschlechtergerechtigkeit entsprechend Rechnung getragen. Es handelt sich in diesem Fall jedoch um keine generelle Regel.

Gendern in Frankreich

Bisher wird in Frankreich partiell gegendert. Zum Teil werden männliche Formen genutzt oder auch Klammern oder Binnenbuchstaben. Zudem gibt es auch völlig neue Wortkreationen. In diesem Fall wird eine Art Transgender gebildet. Doch dies gilt als sehr umstritten. Immerhin bemühen sich in Frankreich viele, nicht mehr ausschließlich das generische Maskulinum zu verwenden. So heißt es etwa bei Veranstaltungen beispielsweise nicht mehr, „Bienvenue à tous“ -also allen ein herzliches Willkommen, sondern „bienvenue à tous et à toutes“. Denn das „toutes“ für „alle“, sieht das Französische vor, wenn es sich um Frauen handelt.

Unterschiede werden deutlich

In den meisten bekannten und genutzten Fremdsprachen der Welt ist gendern bisher noch nicht möglich, oder wird entsprechend anders geregelt. Es ist so, dass es bis heute von Sprache zu Sprache Unterschiede gibt. Dadurch lässt sich keine umfassende genaue Regel ableiten. Besonders bei Übersetzungen einer Sprache kann dies zu Verwirrungen führen. Die vielfältigen Unterschiede in den Sprachen sind entsprechend umfangreich. Die bisherige Entwicklung zeigt aber, dass sich viele Nationen darum bemühen, eine Lösung zu finden, die möglichst geschlechterneutral ist.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass Gendern in den Köpfen der Menschen noch nicht vollkommen angekommen ist. Das behindert demzufolge den Sprachwandel hin zu einer geschlechtergerechten Sprache. Dennoch gibt es in vielen Sprachen Alternativen, sodass Anpassungen vorgenommen werden können. Bisher handelt es sich in den meisten Sprachen jedoch nur um Empfehlungen.