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Minneapolis
© CK auf AdobeStock

Minneapolis: Das sind die schönsten Ecken meiner aktuellen Heimatstadt

Minneapolis ist zurzeit weltweit in den Schlagzeilen – leider aufgrund eines extrem schrecklichen Ereignisses, das uns alle hier sehr bewegt und wütend gemacht hat und die Stadt wahrscheinlich auch noch länger in Atem halten wird. Den folgenden Artikel über mein momentanes zuhause habe ich schon vor einigen Wochen geschrieben, aber vielleicht passt er trotzdem ganz gut in diese Situation. Minneapolis ist nämlich trotz aller Vorkommnisse eine lebenswerte Stadt, in der wir uns als Familie in den letzten drei Jahren sehr wohl gefühlt haben.

Minneapolis gehört ganz bestimmt nicht zu den Städte-Highlights einer USA-Reise, wie zum Beispiel San Francisco, Miami oder New York – und ich muss zugeben, dass ich selbst bis vor einigen Jahren überhaupt keine Ahnung hatte, wie interessant und vielfältig diese Stadt ist. Bevor wir unseren Wohnsitz hierher verlegt haben, habe ich versucht, im Internet deutschsprachige Artikel oder Reiseberichte über Minneapolis zu finden – leider Fehlanzeige. Im Laufe der letzten Jahre habe ich die größte Stadt Minnesotas einfach selbst erlaufen und entdeckt und gleichzeitig mein Herz an sie verloren, denn sie hat so unglaublich viel zu bieten: eine lebendige Theater- und Kunstszene, tolle Restaurants und Bars und mit der Mall of America eine der größten Shopping Malls der USA (520 Stores, 50 Restaurants und ein Vergnügungspark mittendrin).

Minneapolis ist die Heimatstadt von Prince, die „City of Lakes“ und eben nicht die Hauptstadt von Minnesota, denn das ist St. Paul, mit dem Minneapolis im Laufe der Zeit so eng zusammengewachsen ist, dass man gemeinhin nur von den „Twin Cities“ spricht. Wirtschaftlich gesehen ist Minneapolis auch nicht gerade uninteressant, denn einige sehr große amerikanische Unternehmen haben hier ihren Hauptsitz, wie zum Beispiel 3M, Best Buy oder Target.

Der Sculpture Garden des Walker Art Center

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Esker Grove im Walker Art Center, 723 Vineland Pl, Minneapolis Basilica of St. Mary, 88 17th St North, Minneapolis (© Alexandra Lehr)

Minneapolis hat mehrere interessante Kunstmuseen, aber nur das Walker Art Center hat einen Skulpturenpark, in dem man kostenlos spazieren gehen kann. Die meistfotografierte der über 40 Skulpturen ist zweifelsohne „spoonbridge and cherry“, die gleichzeitig auch eine Fontäne ist, neben der man sich in der Sommerhitze auf dem Rasen sitzend herrlich abkühlen kann. Vom Sculpture Garden führt eine Fußgängerbrücke in den angrenzenden Loring Park, einen der vielen großen Parks der Stadt, von dem aus es nur noch ein paar Schritte zur Basilica of Saint Mary sind (im Bildhintergrund zu sehen). Wer noch ein bisschen Zeit hat, sollte einen Blick in ihr Inneres werfen – es lohnt sich auf jeden Fall. Wem hingegen nach einer ausgiebigen Runde durch den Sculpture Park eher nach Essen zumute ist, der kann sich im Restaurant „Esker Grove“ im Walker Art Center verwöhnen lassen.

Der Foshay Tower

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Foshay Tower, 821 S Marquette Ave, Minneapolis (© Alexandra Lehr)

Für mich ist er der schönste Skyscraper in Downtown Minneapolis, auch wenn er inzwischen, umringt von modernen, gläsernen Riesen, ziemlich winzig erscheint. Der Foshay Tower, der 1929 fertiggestellt und ins National Register of Historic Places aufgenommen wurde, besticht nicht nur durch seine wunderschöne Art Deco Architektur, sondern auch durch die Geschichte seines Erbauers und Namensgebers, Wilbur Foshay. Er war ein amerikanischer Geschäftsmann, der in diesem Turm seine Büros und ein Luxusapartment unterbringen ließ, aber leider nie selbst einzog – kurz nach der Fertigstellung des Turmes verlor er in der „Great Depression“ sein ganzes Vermögen.

Inzwischen beherbergt der Turm das Hotel „The Foshay“, aber in seinem obersten Stockwerk erinnert immer noch ein kleines Museum an seinen Erbauer und es gibt eine Aussichtsplattform, von der aus man einen grandiosen Blick über Minneapolis hat. Wer diesen Blick noch mit einem Drink in der Hand genießen möchte, dem sei die Prohibition Bar im 27. Stock empfohlen, die an ein „Speakeasy“ aus den 20er Jahren erinnert.

Die Stone Arch Bridge

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Mill City Museum, 704 S 2nd St, Minneapolis Aster Cafe, 125 SE Main Street, St. Anthony Main, Minneapolis (© Alexandra Lehr)

Diese ehemalige Eisenbahnbrücke wurde 1978 stillgelegt und etwas später zur Fußgängerbrücke umgewandelt. So kann man nun mit der Skyline von Minneapolis im Rücken den mächtigen Mississippi überqueren und einen Blick auf die Saint Anthony Falls werfen, einen breiten Wasserfall, den der Fluss etwas oberhalb der Brücke bildet. Die alten Steingebäude im Bildhintergrund gehören übrigens zum Mill District, einem historischen Viertel von Minneapolis, das an die Vergangenheit der Stadt als „Mehlmetropole der Welt“ erinnert. Hier am Mississippi stand 1880 die größte Getreidemühle der Welt, die Washburn A Mill, in der sich heute das sehenswerte Mill City Museum befindet.

Wer über die 640 Meter lange Brücke spaziert ist, kommt übrigens in eines der ältesten Viertel von Minneapolis, Saint Anthony Main – ein echter „hidden gem“. Hier lässt es sich ganz herrlich draußen sitzen und bei einem Kaffee den Blick auf den Mississippi genießen, am besten im Aster Cafe, welches auch einen hervorragenden Weekend Brunch und Live Music anbietet.

Uptown Minneapolis

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Fig+farro, 3001 Hennepin Ave S, Minneapolis Magers & Quinn, 3038 Hennepin Ave, Minneapolis Frida Kahlo inspiriertes Mural, 1422 W Lake St, Minneapolis (© Alexandra Lehr)

Minneapolis hat nicht nur Downtown, sondern auch ein Viertel namens „Uptown“. Nach Uptown geht man, wenn man abends in einer Roof Top Bar einen Drink nehmen will, wenn man das neueste vegane Restaurant ausprobieren will oder in einem coolen Designerladen shoppen will. Mein veganes Lieblings-Restaurant für einen schnellen lunch ist fig+farro, danach stöbere ich gerne bei Magers & Quinn, dem für mich schönsten Buchladen von Minneapolis. Im Gegensatz zu Downtown ist Uptown einfach „cool“, „relaxed“ und „chic“ – hier wird momentan sehr viel investiert, überall entstehen neue Geschäfte und Apartments.

Die beiden innerstädtischen Seen Lake Calhoun (jetzt umbenannt in Lake Bde Maka Ska) und Lake Harriet sind ganz in der Nähe und hier kann man abends sitzen, über das Wasser schauen und im Hintergrund die Skyline von Downtown bewundern. Uptown ist auch bekannt für seine vielen „murals“, die Malereien an den Hauswänden. Ich habe das durch Frida Kahlo inspirierte mural der Künstlerin Greta McLain fotografiert, das bekannteste jedoch dürfte das „Prince Mural“ ganz in der Nähe sein, welches an den großen Sohn der Stadt erinnert.

In Corona-Zeiten sind die Chancen relativ gering sind, dass Sie bald einmal nach Minneapolis kommen. Aber falls es Sie doch irgendwann geschäftlich oder privat für einige Tage in diese schöne Stadt verschlägt, wissen Sie schon, was Sie sich anschauen sollten, wo Sie spazieren gehen können und wo man abends am besten ausgeht. Viel Spaß dabei!