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Arbeitsplatz
© Andrea Piacquadio auf pexels.com

Briten fühlen sich an ihrem Arbeitsplatz unwohl

Büroangestellte in Großbritannien sind im Vergleich zu jenen in den USA und EU-Ländern am unglücklichsten. Das zeigt eine Umfrage des globalen Büroraum-Vermieters Mindspace. Besonders wichtige Faktoren für Mitarbeiterglück am Arbeitsplatz sind demnach Wertschätzung und das Gefühl der Sinnhaftigkeit im Job.

„Mitarbeiter müssen sich vor allem mit ihrer Arbeit identifizieren können. Sie sind deutlich produktiver, wenn sie zufrieden und motiviert sind. Dadurch gehen Angestellte dann auch seltener in den Krankenstand oder machen versteckte Pausen. Vorgesetzte müssen mit ihren Angestellten über solche Themen sprechen, Wertschätzung zeigt sich alleine darin, ob man fragt, wie es ihnen geht“, erklärt Arbeitspsychologin Barbara Hellweger  auf Nachfrage von pressetext.

Im Zuge der Umfrage wurden 5.000 Büroangestellte in den sieben Ländern Großbritannien, den USA, Deutschland, den Niederlanden, Polen, Israel und Rumänien kontaktiert. Am glücklichsten waren die Mitarbeiter in den USA (94 Prozent) und den Niederlanden (91 Prozent). Deutschland liegt mit 81 Prozent im Mittelfeld. In Großbritannien sind dagegen nur 76 Prozent der Befragten mit ihrem Job zufrieden.

Millennials sind tendenziell zufriedener am Arbeitsplatz

Männer stellten sich bei der Umfrage im Vergleich zu Frauen in allen Ländern außer Polen als glücklicher heraus. Im Durchschnitt ist die Generation der Millennials zufriedener als ältere Altersgruppen. Außerdem sind Selbständige eher gut aufgelegt als Angestellte von Unternehmen. Von allen Beschäftigungsbereichen sind am ehesten jene mit Kreativarbeit glücklich.

Der wichtigste Faktor für Mitarbeiterzufriendenheit ist das Gefühl der Wertschätzung. Von den glücklichen Angestellten fühlen sich der Studie nach 90 Prozent respektiert, von den Unglücklichen halten sich 80 Prozent für zu wenig wertgeschätzt. Vor allem US-Angestellte fühlen sich geachtet. Auch von großer Bedeutung ist das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Das trifft auf etwa drei Viertel der glücklichen Büroangestellten zu. In Großbritannien ist dieses Gefühl am schwächsten ausgeprägt.

Die vier wichtigsten globalen Trends am Arbeitsplatz

Doch wie können Arbeitnehmer sich in ihrem Büro wohler fühlen? Das Karriere-Netzwerk LinkedIn hat hierfür vier Bereiche herauskristallisiert: Flexibles Arbeiten, Transparenz bei Gehältern, Soft Skills und ein besserer Schutz vor Belästigung und Diskriminierung.Diese Trends basieren auf einer Umfrage unter weltweit mehr als 5.000 Personalverantwortlichen, die mit LinkedIn Analysen verglichen wurden.

1. Flexibles Arbeiten

Der Auswertung zufolge suchen immer mehr Bewerber explizit nach Arbeitgebern, die flexible Arbeitsmodelle anbieten. Unternehmen reagieren auf diese Nachfrage und weisen in ihren Stellenangeboten immer häufiger auf entsprechende Regelungen hin – seit 2016 ist ist ein Zuwachs von 78 Prozent an Stellenanzeigen zu verzeichnen, die flexibles Arbeiten explizit erwähnen.

Außerdem gibt die Mehrheit der Personaler (87 Prozent) an, dass ihr Unternehmen mittlerweile flexibles Arbeiten anbietet. Zwischen den einzelnen Branchen bestehen jedoch signifikante Unterschiede: In der Software-Branche setzen 72 Prozent der Unternehmen entsprechende Modelle um, in der Fertigungsindustrie sind es hingegen nur 43 Prozent.

Am wichtigsten scheint flexibles Arbeiten den Nordeuropäern zu sein. 85 Prozent der befragten Personalverantwortlichen geben hier an, dass das Angebot solcher Arbeitsmodelle von großer Bedeutung ist, wenn es darum geht, neue Mitarbeiter zu gewinnen. In Deutschland, genau wie in den USA und Großbritannien stimmen 75 Prozent mit dieser Aussage überein. China bildet mit nur 52 Prozent das Schlusslicht in der Umfrage.

2. Transparente Gehälter

Immer mehr Unternehmen ändern ihre Strategie: Weltweit informieren 27 Prozent ihre Mitarbeiter und Bewerber schon jetzt über Gehaltsspannen, 22 Prozent sehen zumindest eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass sie in den nächsten fünf Jahren damit beginnen.

Deutsche Personaler messen der Gehaltstransparenz im internationalen Vergleich jedoch die geringste Bedeutung zu. 52 Prozent der US-amerikanischen, 50 Prozent der französischen und 50 Prozent der britischen Personaler halten das Thema für einen wichtigen Trend – in Deutschland sind es lediglich 34 Prozent.

3. Wertschätzung von Soft Skills

Soft Skills gewinnen an Relevanz. 80 Prozent der befragten Personaler schreiben ihnen eine wachsende Bedeutung für den Unternehmenserfolg zu. Und 92 Prozent sind der Ansicht, dass Soft Skills eine ebenso hohe oder sogar höhere Bedeutung zukommt als Hard Skills. Die folgenden Fähigkeiten sind Arbeitgebern weltweit besonders wichtig:

1. Kreativität
2. Überzeugungskraft
3. Teamarbeit
4. Flexibilität
5. Zeitmanagement

Während sich die Hard Skills von Bewerbern jedoch anhand von Zertifikaten, Zeugnissen oder Einstellungstests überprüfen lassen, fehlt es bei der Beurteilung von Soft Skills oft an einer strukturierten Vorgehensweise. 68 Prozent der Personaler verlassen sich hauptsächlich auf die im Vorstellungsgespräch gesammelten Eindrücke. Lediglich 41 Prozent beurteilen Soft Skills im Rahmen eines festen Prozesses. Hier besteht also noch Nachholbedarf.

4. Besserer Schutz vor Belästigung und Diskriminierung am Arbeitsplatz

Belästigung und Diskriminierung am Arbeitsplatz kommen leider in allen Branchen und auf allen Hierarchieebenen vor. Das Problembewusstsein vieler Arbeitgeber und Arbeitnehmer wächst aber immerhin. 80 Prozent der Personaler sagen, dass ihr Unternehmen in jüngerer Zeit Maßnahmen zur Prävention ergriffen hat. Und 75 Prozent geben an, dass sich Mitarbeiter im Umgang mit diesem Thema heute anders verhalten als noch vor zwei Jahren.

Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass kontinentaleuropäische Personalverantwortliche das Thema seltener auf der Agenda haben als ihre Kollegen aus anderen Teilen der Welt: In Indien halten 87 Prozent der Personaler die Umsetzung von Maßnahmen gegen Belästigung und Diskriminierung für einen wichtigen Trend, in Australien sind es 76 Prozent und in den USA 74 Prozent. In Deutschland sind hingegen nur 47 Prozent, in Frankreich 54 Prozent und in Italien 57 Prozent dieser Meinung.

Quellen: pressetext.com, LinkedIn