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Diese 7 häufigsten Expat-Typen gibt es

Expats gehen aus unterschiedlichen Gründen ins Ausland. Wegen der Karriere zieht es die meisten in die Ferne, der Liebe wegen jedoch weniger. Die aktuelle Expat Insider Studie 2018 von InterNations hat die sieben häufigsten Expat-Typen zusammengestellt und zeigt, warum sie sich für ein Leben im Ausland entschieden haben.

Quelle: InterNations

1. Der Karrieremensch (21 Prozent)

Quelle: InterNations

Karrieremenschen sind hochgebildete Expats, die ins Ausland ziehen, um ihre Karriere voranzutreiben: Zehn Prozent haben promoviert, 45 Prozent haben einen Master oder einen vergleichbaren Abschluss und 33 Prozent einen Bachelor. In ihrem neuen Aufenthaltsland arbeiten sie hauptsächlich in den Branchen Bildungswesen & akademischer Bereich (16 Prozent), IT (12 Prozent) und Produktion, Herstellung & Ingenieurswesen (9 Prozent). „Das Arbeitsleben in Deutschland ist mehr als zufriedenstellend, insbesondere für Ingenieure wie mich, denn es gibt viele Arbeitsplätze und Karrierechancen“, so ein Expat aus Singapur.

Mit 44,7 Stunden pro Woche (Vollzeit) sind Karrieremenschen etwas fleißiger als der globale Durchschnitt (44,0 Stunden). Nichtsdestotrotz sind circa drei von fünf Karrieremenschen mit ihrer Arbeitszeit sowie mit ihren Karrierechancen zufrieden. „Mein Job hat sehr spannende Zukunftsperspektiven und das Gehalt ist sehr gut“, berichtet ein britischer Expat in Vietnam. Tatsächlich glauben fast drei von fünf Karrieremenschen, dass ihr Gehalt im Ausland höher ist als das, was sie in einem ähnlichen Job zu Hause verdienen würden.

Dass ihre Arbeit an erster Stelle steht, könnte auch Auswirkungen auf das Privatleben haben: Fast ein Viertel der Karrieremenschen in einer festen Beziehung leben derzeit nicht im selben Land wie ihr Partner – das ist der höchste Anteil unter allen Expat-Typen und doppelt so hoch wie der globale Durchschnitt. Darüber hinaus finden es mehr als zwei von fünf schwierig, im Ausland Freunde zu finden. Vielleicht ist dies der Grund, warum ein Viertel sich im Ausland noch nicht zu Hause fühlt. Weitere 18 Prozent glauben, dass dies nie der Fall sein wird.

2. Der Optimierer (16 Prozent)

Quelle: InterNations

Von allen Expat-Typen sehen die Optimierer die meisten Vorteile an einem Umzug ins Ausland, und sie haben offenbar recht: Ein überdurchschnittlich hoher Anteil an Optimierern ist zufrieden mit dem Wetter (74 Prozent) und der Umweltqualität (79 Prozent) in ihrem neuen Aufenthaltsland. „Ich liebe die frische Luft und den Sonnenschein. Das Land ist so grün und malerisch“, sagt ein britischer Expat in Neuseeland. Darüber hinaus fühlen sich fast neun von zehn Optimierern (88 Prozent) im Ausland sicher, und 74 Prozent sind mit ihrer finanziellen Situation zufrieden.

Was ihr Arbeitsleben betrifft, so arbeiten 81 Prozent der Optimierer in Vollzeit, was etwas unter dem globalen Durchschnitt liegt (84 Prozent). Trotz der geringeren Arbeitsstunden für eine Tätigkeit in Vollzeit (43,4 Stunden) glauben fast drei von fünf, dass ihr momentanes Einkommen höher ist als das, was sie in einem ähnlichen Job zu Hause verdienen würden. „Das Leben hier ist unkompliziert. Ich arbeite nicht viel aber verdiene genug Geld, um zu reisen, für die Zukunft zu sparen und mir alle notwendigen Ausgaben leisten zu können“, berichtet ein US-amerikanischer Expat in China.

Optimierer scheinen sich problemlos im Ausland einzuleben: Über sieben von zehn fühlen sich in der Kultur des Gastlandes zu Hause — der höchste Anteil unter allen Expat-Typen und zwölf Prozentpunkte mehr als der globale Durchschnitt (60 Prozent). Vielleicht liegt es daran, dass Optimierer die einheimische Bevölkerung im Allgemeinen freundlich finden (77 Prozent) und es ihnen leichtfällt, mit ihnen Freundschaft zu schließen (56 Prozent).

3. Der Romantiker (12 Prozent)

Quelle: InterNations

Obwohl Romantiker aus Liebe ins Ausland ziehen, hielt ihre Beziehung nicht unbedingt für immer: Zwölf Prozent sind derzeit single. Für jene Romantiker, die (immer noch oder wieder) in einer Beziehung leben, läuft es jedoch gut: Knapp neun von zehn sind mit ihrer Beziehung zufrieden, und mehr als die Hälfte könnten gar nicht glücklicher sein.

Romantiker scheinen sich alle Mühe zu geben, sich im Heimatland des Partners einzuleben: Nahezu drei von fünf geben an, die Landessprache relativ gut oder sogar sehr gut zu sprechen. „Ich habe viel über die Sprache, die Kultur und den Umgang mit den Menschen gelernt“, berichtet ein Filipino in Indien. Tatsächlich ist der Romantiker von allen Expat-Typen am ehesten hauptsächlich mit Einheimischen befreundet (38 Prozent), doppelt so häufig wie der globale Durchschnitt.

Angesichts der Tatsache, dass zwölf Prozent der Romantiker zurzeit auf Arbeitssuche sind, sieht ihre Karriere nicht so rosig aus wie ihr Privatleben. Tatsächlich sind 34 Prozent der Romantiker mit ihren Karrierechancen unzufrieden, verglichen mit 25 Prozent der Expats weltweit. Ein brasilianischer Romantiker in Österreich berichtet, dass er „Abstriche machen musste, um einen Job zu finden“. Darüber hinaus glauben 41 Prozent der Romantiker, dass ihr Einkommen niedriger ist als das, was sie in einem ähnlichen Job zu Hause verdienen würden.

4. Der Entdecker (12 Prozent)

Quelle: InterNations

Entdecker scheinen sich leicht in der neuen Heimat einzuleben: Fast drei Viertel fühlen sich im Ausland zu Hause. Vielleicht liegt es daran, dass es der Mehrheit der Entdecker (68 Prozent) leichtfällt, im Ausland neue Freunde zu finden, was dem höchsten Anteil unter allen sieben Expat-Typen entspricht.

Für gewöhnlich empfinden Entdecker die Einstellung der Einheimischen ihnen gegenüber als freundlich, und 75 Prozent sind mit diesem Faktor zufrieden. Darüber hinaus findet sich unter den Entdeckern der höchste Anteil an Befragten, die mit ihrem Sozialleben und dem Freizeitangebot im Ausland glücklich sind (76 Prozent). „Ich liebe Wien einfach. Es ist eine schöne, entspannte Stadt, und es gibt hier mehr als genug zu tun und zu sehen „, sagt ein britischer Expat, der auf der Suche nach einem Abenteuer ins Ausland zog.

Abgesehen von neuen Freundschaften scheint Entdeckern eine gute Work-Life-Balance wichtig zu sein. Entdecker mit einem Vollzeitjob verbringen nur etwa 42,4 Stunden pro Woche am Arbeitsplatz (versus 44,0 Stunden weltweit). In der Tat sind fast sieben von zehn mit ihrer Work-Life-Balance zufrieden, was – neben dem Prozentsatz unter den Optimierern – den höchsten Anteil unter allen Expat-Typen darstellt.

5. Der Entsandte (10 Prozent)

Quelle: InterNations

Fast jeder Entsandte (96 Prozent) ist in Vollzeit berufstätig (versus 84 Prozent aller Expats) und mit durchschnittlich 46,1 Arbeitsstunden pro Woche verbringen sie bei weitem die meiste Zeit bei der Arbeit. Dies scheint sich jedoch zu lohnen: 26 Prozent geben an, ein jährliches Haushaltseinkommen von mehr als 150.000 USD (brutto) zur Verfügung zu haben, mehr als doppelt so viel wie der globale Durchschnitt. Ihr großzügiges Haushaltseinkommen könnte auch mit den Branchen zusammenhängen, in denen Entsandte oft tätig sind: Produktion, Herstellung & Ingenieurswesen (14 Prozent), Finanzen (13 Prozent) und IT (11 Prozent).

Mehr als drei von fünf Entsandten sind mit ihren Karrierechancen zufrieden und fast sieben von zehn halten ihren Arbeitsplatz für sicher. Beide Anteile sind die höchsten unter allen Expat-Typen. „Mein Job ist eine Herausforderung, und ich habe viele Möglichkeiten, mich weiterzuentwickeln“, sagt ein Expat aus Peru, der momentan in Honduras lebt. Vielleicht ist das der Grund, warum 73 Prozent der Entsandten mit ihrer Arbeit im Allgemeinen zufrieden sind.

Fast drei von fünf Entsandten halten es für wahrscheinlich, früher oder später nach Hause zurückzukehren. Dies ist der höchste Anteil unter allen sieben Expat-Typen. Während dies vermutlich daran liegt, dass sie von ihrem Arbeitgeber nur für eine begrenzte Zeit ins Ausland entsandt wurden, fühlt sich auch fast ein Viertel im Ausland noch nicht zu Hause, und weitere 17 Prozent denken, dass dies nie der Fall sein wird. Vielleicht haben sie Schwierigkeiten, sich zu einzuleben, weil sie den Lebensgefährten vermissen: Mehr als einer von fünf Entsandten in einer Beziehung lebt derzeit nicht im selben Land wie der Partner – nach dem Karrieremenschen ist dies der zweithöchste Anteil unter aller Expat-Typen.

6. Der/die mitreisende Partner/in (8 Prozent)

Quelle: InterNations

Während das Geschlechterverhältnis unter den meisten anderen Expat-Typen ziemlich ausgewogen ist, sind fast neun von zehn mitreisenden Partnern weiblich. „Wir leben nur wegen der Arbeit meines Mannes hier“, berichtet eine Niederländerin im Kosovo. Da sie dem Lebensgefährten zuliebe umziehen, kümmern sich mitreisende Partner häufiger als alle anderen Expat-Typen um das Heim und/oder die Kinder (27 Prozent) oder befinden sich gerade auf Arbeitssuche (17 Prozent). Angestellte (13 Prozent) machen beim Beschäftigungsstatus der mitreisenden Partner nur den drittgrößten Anteil aus. „Ich mache mir Sorgen um meine zukünftige Karriere, denn nur mein Mann hat einen Job“, erklärt eine Spanierin in den Niederlanden. Tatsächlich sind 41 Prozent mit ihren Karrierechancen unzufrieden, verglichen mit 25 Prozent weltweit.

Mitreisende Partner sind nicht nur mit ihrer Karriere unzufrieden, sondern es fällt ihnen oft auch schwer, sich persönlich im Ausland einzugewöhnen. Ein Drittel fühlt sich in der Kultur des Gastlandes nicht zu Hause, neun Prozentpunkte mehr als der globale Durchschnitt (24 Prozent). Darüber hinaus glauben 20 Prozent, dass sie sich in ihrem derzeitigen Heimatland nie zu Hause fühlen werden, was den höchsten Anteil unter den sieben Expat-Typen darstellt. Fast jeder Dritte hat Schwierigkeiten, neue Freunde im Ausland zu finden, und knapp die Hälfte fällt es schwer, insbesondere mit Einheimischen Kontakte zu knüpfen (36 Prozent).

7. Der Student (7 Prozent)

Quelle: InterNations

Trotz einer niedrigen Sprachbarriere – der Anteil der Studenten, die sehr gute Kenntnisse der jeweiligen Landessprache haben, ist der höchste unter allen Expat-Typen – haben sie Schwierigkeiten, Freunde unter der einheimischen Bevölkerung zu finden. 41 Prozent finden dies schwierig, verglichen mit 36 Prozent weltweit. „Es ist nicht gerade leicht, in Deutschland neue Freunde zu finden“, meint ein chinesischer Expat. Vielleicht trägt dies dazu bei, dass sich nur 54 Prozent der Studenten in der Kultur des Gastlandes zu Hause fühlen, verglichen mit 60 Prozent weltweit.

Weniger als die Hälfte der Studenten (46 Prozent) sind in einer festen Beziehung, was weit unter dem globalen Durchschnitt (66 Prozent) liegt und den niedrigsten Anteil unter allen Expat-Typen darstellt. Jedoch sind Studenten mit einem Durchschnittsalter von 32,4 Jahren auch der mit Abstand jüngste Expat-Typ (versus einem globalen Durchschnitt von 44,2 Jahren). Diejenigen aber, die in einer festen Beziehung leben, haben ihren Lebensgefährten mit weitaus höherer Wahrscheinlichkeit in ihrem derzeitigen Aufenthaltsland getroffen als andere Expat-Typen (58 Prozent versus 32 Prozent weltweit).

Abgesehen davon, dass sie hochgebildet sind – elf Prozent der Studenten haben bereits einen Doktortitel, der höchste Anteil unter den verschiedenen Expat-Typen– arbeiten sie auch selbst häufig im Bildungswesen oder im akademischen Bereich (14 Prozent). Weitere gängige Berufsfelder sind die IT-Branche (13 Prozent) und Produktion, Herstellung & Ingenieurswesen (9 Prozent). Mit 58 Prozent positiven Bewertungen sind Studenten mit ihren Karrierechancen sehr zufrieden, verglichen mit 55 Prozent weltweit. „London ist optimal für junge Menschen, die am Anfang ihrer Karriere stehen und sich gerne vernetzen und weiterbilden“, erklärt ein slowakischer Student. Allerdings sind nur 56 Prozent der Studenten mit ihrer finanziellen Situation zufrieden, was weit unter dem globalen Durchschnitt liegt (67 Prozent).