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Last-Minute-Angebote haben oft Tücken

Auch ein Last-Minute-Urlaub will gut geplant sein. Für viele Reisende steht dabei der Sparaspekt im Vordergrund. Aber nicht jedes Schnäppchen hält, was es verspricht. „Insbesondere bei der Buchung über das Internet ist es wichtig, genau hinzuschauen. Häufig wird nicht explizit auf Zusatzkosten hingewiesen, und das kann im Nachhinein teuer werden“, sagt Sonja Kretschmar, Fachreferentin für Tourismus bei TÜV Rheinland.

Hinter Super-Schnäppchen können sich oft hohe Zusatzkosten verstecken. Gebühren für Liegen und Handtücher, für WiFi, Kosten für Gepäcktransport, Transferfahrten vom Flughafen zum Hotel, Sitzplatzreservierung oder auch Kreditkartenzahlung sind nicht selten. „Vielfach wird bei Pauschalreisen während der Buchung bereits eine Reiseversicherung ausgewählt, die der Nutzer erst manuell entfernen muss“, ergänzt die Expertin. Sie empfiehlt zudem, genau auf die Formulierungen bei Schnäppchen-Angeboten zu achten. Häufig seien diese aus einem bestimmten Grund so günstig. „Wenn beispielsweise Bauarbeiten im Hotel stattfinden, der Pool oder der Balkon gerade saniert werden und nicht zu nutzen sind oder der Strand überspült wurde, kann das zu Preisnachlässen führen“, so Kretschmar.

Erfahrungsberichte unter die Lupe nehmen

Die Fachreferentin rät, bei der Internetrecherche für Last-Minute-Angebote auf Erfahrungsberichte und Bilder zu achten. Welche und wie viele Bilder zeigt das Hotel? Gibt es auch Fotos, die Urlauber gemacht haben? Wer hat die Erfahrungsberichte verfasst und wann? Faktoren wie Alter, Geschlecht, Familienstand, Urlauber oder Geschäftsreisender, Zimmerkategorie sowie die gebuchte Verpflegung beeinflussen das persönliche Urteil in hohem Maße. Auch die Gesamtzahl der Bewertungen, die Weiterempfehlungsquote und mögliche Gründe für negative Urteile spielen eine wichtige Rolle.

Für alle Last-Minute-Angebote gilt: Sparen kann, wer vergleicht. „Wer sich ein Hotel vor der Buchung bei fünf verschiedenen Reiseveranstaltern anschaut, kann bis zu 35 Prozent Preisunterschied feststellen“, so Kretschmar. Und auch der Blick auf Flughäfen anderer Bundesländer lohnt sich. Da viele Veranstalter ein Rail&Fly-Ticket zum Flughafen anbieten, könne es sich trotz erhöhtem Zeitaufwand finanziell lohnen, beispielsweise in einem benachbarten Bundesland abzuheben, wenn dort gerade keine Schulferien sind.