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Reiseerlebnisse: So beeinflussen sie die Persönlichkeit

Die Hauptferienzeit ist vorbei, aber die Erinnerungen bleiben. Reiseerinnerungen wirken sogar so intensiv, dass sie ein Leben lang erhalten bleiben. Wie sich Reiseerlebnisse ins Gedächtnis einprägen, wie sie sich von anderen Erinnerungen unterscheiden und wie sie den Menschen beeinflussen, zeigt die Analyse einer Gfk-Umfrage der Fluggesellschaft Swiss. 

Die große Mehrheit der Schweizer und Schweizerinnen (88 Prozent) wünschen sich einen besonders glücklichen Reisemoment noch einmal erleben zu können. Mehr als die Hälfte der Reisenden (71 Prozent) denkt auch nach Monaten mindestens einmal pro Woche an Ferienerlebnisse zurück. Befragt wurden 5.000 Personen aus der Schweiz, aus Deutschland, Großbritannien, Italien und den USA.

Männer tun dies eher in unangenehmen Situationen: Auf dem Arbeitsweg (34 Prozent) und bei Stress in der Arbeit (32 Prozent). Frauen erinnern sich dafür am Morgen beim Aufstehen und vor dem Schlafengehen (35 Prozent) an schöne Momente aus den Ferien.

Die besondere Erinnerung daran ergibt sich aus dem Kontrast zum Alltag und zu dem, was Menschen als normal empfinden. Vor allem Ferien und Reisen sind reich an Erlebnissen, die auch später im Alltag motivieren und entspannen, so ein Professor der Neuropsychologie an der Universität Zürich.

Reiseerinnerungen halten ein Leben lang

Mehr als die Hälfte der Befragten (55 Prozent) gibt an, schöne Ferienmomente auf Fotos festzuhalten, da sie Angst haben, sie andernfalls wieder zu vergessen.

Wie die Umfrage zeigt, hängen die Schweizer und Schweizerinnen sehr an ihren Reiseerinnerungen – knapp die Hälfte würde ihre Ferienfotos um keinen Preis, auch nicht für eine Million Schweizer Franken, unwiederbringlich löschen. Mit zunehmendem Alter wird dieser Wert immer grösser.

Diese Sorge ist jedoch unbegründet. Die Reiseerinnerungen nehmen einen ganz besonderen Platz im Gedächtnis ein. Sie bleiben oft ein Leben lang erhalten. Der Grund dafür ist, dass Urlaubserlebnisse häufig von ausgesprochen positiven Emotionen begleitet werden und sich deshalb besonders intensiv im Gedächtnis einprägen. Frei von den kleinen und großen Sorgen des Alltags werden auf Reisen zudem besonders viele Details aufgenommen – sie bilden letztlich die Bausteine der Erinnerung.

Im Gedächtnis abgespeichert sind diese detaillierten Reiseerinnerungen als eine Art multisensorisches Mosaik, das sich aus verschiedenen Sinneseindrücken zusammensetzt: Fast 70 Prozent der befragten Schweizer und Schweizerinnen etwa gaben an, dass es insbesondere Bilder sind, die ihnen nach ihren Reisen auch Jahre später in Erinnerung bleiben, gefolgt von Menschen (47 Prozent) und dem Essen (44 Prozent). Der visuelle Sinn spielt eine so große Rolle, da die Evolution uns als „Sehtiere“ konstruiert hat. Visuelle Informationen sind für den Menschen von besonderer Bedeutung und werden vorrangig verarbeitet.

Obwohl Wahrzeichen oft als Hauptmotivation einer Reise gelten, sind es nicht die Touristenattraktionen, an die die intensivsten und schönsten Reiseerinnerungen geknüpft sind (25 Prozent), sondern vor allem beeindruckende Landschaften und die Schönheit der Natur (71 Prozent) sowie die Zeit mit Freunden und Familien (48 Prozent).

Ferienerlebnisse sind Grundpfeiler der Persönlichkeit

Die Mehrheit (52 Prozent) aller Befragten gibt sogar an, dass sie schon einmal eine Reise gemacht haben, die sie verändert hat: 18 Prozent haben nach einer Reise eine neue Beziehung angefangen – im Tessin trifft dies sogar auf ein Viertel aller Befragten zu. Fast ein Fünftel legte sich ein neues Hobby zu und jeder zehnte Mann hat sich nach einer Reise für einen neuen Job entschieden.

Reisen und die Erinnerung daran haben durchaus die Kraft, die Persönlichkeit zu formen. Informationen, die im Gedächtnis gespeichert sind, spannen den Rahmen der persönlichen Erfahrungen auf. Urlaubs- und Reiseerinnerungen nehmen eine bevorzugte Position innerhalb dieses Erfahrungsraums ein – und sind deshalb wesentliche Grundpfeiler der Persönlichkeit.