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Rays of traffic lights on Gran via street, main shopping street in Madrid at night. Spain, Europe.

Hotels in Europa weiter auf Wachstumskurs

Europas Hotelmärkte profitieren weiterhin von der Erholung der Konjunktur und der weltweiten Reisefreudigkeit. Dies hat eine aktuell vorgestellte Studie „Room to growth: European cities hotel forecast for 2015 and 2016“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC ergeben.

Demnach werden die Hotels in fast allen der untersuchten 20 Städte auch 2015/16 ihre Auslastung verbessern und ihre Zimmererlöse steigern, so die Erwartung. Ausnahme bilden allenfalls Zürich und Genf, die den hoch notierenden Schweizer Franken zu spüren bekommen sowie der Standort Moskau, der unter den Sanktionen leidet.

Bereits im Jahr 2014 befand sich Europas Hotel-Branche auf dem schon seit 2009 anhaltenden Erholungskurs: So stieg die Zahl der Touristen im Vergleich zum Vorjahr um 20 Millionen auf fast 600 Millionen an, was sich in 2,7 Milliarden Übernachtungen niederschlug. In den untersuchten Standorten lagen die durchschnittlichen Erlöse je verfügbarem Zimmer (Revenue per available room, RevPAR) Ende des Jahres bei 73 Euro und damit fast sechs Prozent über dem Vorjahreswert. Der durchschnittliche Zimmerpreis (Average Daily Rate, ADR) kletterte um 3,6 Prozent auf 106 Euro.

Allerdings: Von den Vorkrisenwerten ist der Markt inflationsbereinigt nach wie vor entfernt. Europaweit lagen die durchschnittlich erzielbaren Zimmererlöse 2014 noch 13 Prozent unter dem Jahr 2007, und auch der durchschnittliche Zimmerpreis erreichte noch nicht wieder den Höchststand von vor der Krise.

„Viele Städte Europas profitieren von den besseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Eurozone und der Zunahme der Geschäftsreisen. Auch die Abwertung des Euro dürfte die Reisetätigkeit aus Nicht-Euro-Ländern weiter unterstützen. Gleichwohl hängt das weitere Wachstum der europäischen Hotelmärkte weiterhin an der fragilen Lage der Weltkonjunktur“, sagt Dirk Hennig, Partner bei PwC und Mitautor der Studie.

Berlin erneut mit Übernachtungsrekord

Die Hotelmärkte in den beiden untersuchten deutschen Großstädten Berlin und Frankfurt entwickelten sich unterschiedlich. Berlin legte 2014 trotz des starken Wettbewerbs weiter zu. So kletterten die durchschnittlichen Zimmererlöse um 4,1 Prozent auf 66,35 Euro und der durchschnittliche Zimmerpreis um 1,7 Prozent auf 89,30 Euro. Letzterer markierte damit den höchsten Stand seit 2001. Auch die Auslastung erreichte einen Rekordstand von 74,3 Prozent. 2015 und 2016 dürfte sich das Wachstum fortsetzen, wenngleich etwas weniger dynamisch, so die Prognose der Studie. In Berlin wollen daher auch die Hotelentwickler nicht an der Seitenlinie stehen. So kamen laut des touristischen Datenanbieters STR Global 2014 insgesamt 1700 neue Hotelzimmer auf den Markt, weitere 2800 befinden sich derzeit noch im Bau oder in der Planung. Mitmischen wollen dabei sowohl nationale als auch internationale Hotelmarken.

Frankfurt weiter auf hohem Niveau

In Frankfurt wuchs der Markt nur geringfügig, dabei aber auf hohem Niveau. Zwar stieg die Auslastung leicht auf 68,5 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit zehn Jahren. Zugleich fiel aber der durchschnittliche Zimmerpreis um 2,3 Prozent auf 118,73 Euro und führte zu einem durchschnittlichen Erlöse je verfügbarem Zimmer von 81 Euro (minus 1,7 Prozent). Anders als Berlin wird Frankfurt vor allem von Geschäftsreisenden besucht, die die Hotelzimmer hauptsächlich an den Wochentagen belegen.

In den Jahren 2015 und 2016 dürfte der Frankfurter Markt aber wieder leicht zulegen, auch dank anziehungskräftiger Events wie der diesjährigen Internationalen Automobil Ausstellung. Die zusätzlich geplante Kapazität von 1000 Zimmern dürfte daher auf genügend Nachfrage stoßen.

Dublin, Madrid und London mit großem Wachstum

Im europäischen Vergleich wird 2015 wohl Dublin die Stadt mit dem größten Wachstum sein. Mit Blick auf die durchschnittlichen Erlöse je verfügbarem Zimmer wird für Dublin ein Wachstum von 8,8 Prozent prognostiziert, gefolgt von Madrid mit 5,6 Prozent und London mit 4,6 Prozent, so das Ergebnis der Hotelstudie. Am teuersten wohnten Hotelgäste im vergangenen Jahr in Paris mit einem durchschnittlichen Zimmerpreis von 252 Euro, gefolgt von Genf mit 236 Euro und Zürich mit 196 Euro.

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