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© Thanh Tran auf unsplash.com

Geburtstag in aller Welt: Diese interkulturellen Besonderheiten gibt es

Dieser Artikel wurde am 08.06.2020 aktualisiert.

Um Geburtstag zu feiern, hat jedes Land hat seine eigenen ganz speziellen Bräuche, hinter denen in der Regel eine lange Tradition steckt. Der Geburtstag wird inzwischen auf der ganzen Welt gefeiert und ist sowohl für das Geburtstagskind selbst als auch für die geladenen Gäste stets ein besonderer Tag.

In Deutschland beispielsweise gehört es traditionell zum guten Ton, den Geburtstag mit Verwandten und Freunden zu feiern. Oft bietet sich die Gelegenheit für Kaffee und Kuchen, oder eine Party zu später Stunde. Auch in Zeiten von Smartphones und der ständigen Internetverbindung legen noch immer viele Deutsche Wert darauf, dass ansprechende Einladungskarten zum Geburtstag verschickt werden.

In verschiedenen Kulturen mögen die Leute den Geburtstag unterschiedlich feiern, selbst in Zeiten der Globalisierung. Selbst dann, wenn der Geburtstag nicht individuell gefeiert wird: Nach vietnamesischem Brauch werden dort Geburtstage nicht einzeln gefeiert, sondern gemeinsam. Am Neujahrsfest altern dann alle „gleichzeitig“.

Egal, wie gefeiert wird: Der Geburtstag verbindet Kulturen überall miteinander, weil nahezu jeder diesen Brauch kennt – unabhängig vom Alter, sozialen Stand, Geschlecht und Religion. Das macht diesen schönen Tag zu einem ganz besonderen Anlass. Im Vordergrund steht dabei immer, die Zeit mit seinen Liebsten zu verbringen und dem Geburtstagskind seine Liebe und Zuneigung zu zeigen. Aber wie feiern andere Länder eigentlich Geburtstage?

Geburtstag in Lateinamerika

In Mexiko und anderen Ländern Lateinamerikas freuen sich Geburtstagskinder besonders auf ihre Piñata. Dabei handelt es sich um eine farbenfrohe Figur aus Pappmaché, die mit ganz vielen Süßigkeiten und Obst gefüllt und beispielsweise an einem Baum oder Pfeiler aufgehängt wird. So kann das Geburtstagskind zusammen mit den anderen Kindern mit verbundenen Augen auf die Piñata einschlagen, um an die leckere Füllung heranzukommen. Die inzwischen weltbekannte Piñata darf vor allem bei Kindergeburtstagen nicht fehlen. Sie ist in Lateinamerika genauso üblich wie bei in Deutschland der Geburtstagskuchen.

Geburtstag in Südamerika: Da darf die Pinata nicht fehlen

© sarymsakov.com – Adobe Stock

Trotzdem sind Piñatas nicht ausschließlich für das Wiegenfest gedacht, sondern auch bei vielen weiteren Feierlichkeiten zu sehen. Kreative Bastler lassen sich außerdem bei der Form der Figur alles Mögliche einfallen – traditionell wäre etwa eine Eselsform, aber es gibt auch Cartoon-Figuren, Stars oder auch bekannte Persönlichkeiten. Eine besondere Bedeutung hat in Mexiko, Urugay und Argentinien der 15. Geburtstag bei den Mädchen. Das Fest „Quinceañera“ symbolisiert dann den Übergang vom Kind zur Frau.

Geburtstag in Südafrika

In Südafrika kommt das Erwachsensein mit dem 21. Geburtstag. Um die große Verantwortung der Volljährigkeit symbolisch zu übertragen, bekommen Südafrikaner von ihren Eltern einen Schlüssel geschenkt. Dieser soll dem Geburtstagskind die Türen des Lebens öffnen – zumindest symbolisch. Deswegen darf der Schlüssel ruhig selbstgebastelt sein.

Geburtstag in Dänemark

Die Dänen machen aus ihrem Geburtstag kein Geheimnis. An der extra aufgehängten dänischen Flagge erkennt jeder, der am Haus vorbeiläuft, dass darin jemand seinen oder ihren großen Tag feiert. Auch die Schweden hängen übrigens an Geburtstagen die Nationalflagge auf. Bevor das Kind aufwacht, ordnet die Familie nachts alle Geschenke um sein Bett herum an. Wenn es aufwacht, kann es so direkt ans Auspacken gehen.

Langes Leben in China

In China gibt es traditionell zum Geburtstag keinen Kuchen, sondern, sondern lange Eiernudeln („Yi Mein“). Nudeln stehen in China nämlich für Langlebigkeit. Und beim Essen soll die Länge erhalten bleiben, also beißt man auch nicht zwischendurch ab. Je länger diese Nudel, desto länger hat man ein glückliches und erfülltes Leben. Eine weitere chinesische Besonderheit besteht darin, dass die Leute das Lebensalter bereits ab dem Zeitpunkt der Empfängnis zählen. Das bedeutet, dass man als chinesisches Baby bei der Geburt bereits ein Jahr alt ist.

Übrigens sollte man eines in China nicht machen: nachträglich zum Geburtstag gratulieren. Denn das zeugt nicht nur von Vergesslichkeit, sondern bringt angeblich auch Unglück.

Essensschlacht auf Jamaika

Sowohl in Brasilien als auch Jamaika bildet der Geburtstag Grund für einen kuriosen Streich: Die Geburtstagskinder werden gemäß ihres Alters symbolisch „angestaubt“: und zwar mit Mehl. Mit Mehl beworfen zu werden, macht den Gästen bestimmt noch mehr Spaß als dem Geburtstagskind, aber Tradition ist nunmal Tradition. Brasilianische Kinder gehen noch einen Schritt weiter und schmeißen nicht nur mit Mehl, sondern auch noch mit Eiern – der Albtraum eines jeden Bäckers!

Der Geburtstag "staubt" einen ziemlich ein – hier symbolisch mit Mehl

© Martinan – AdobeStock

Ähnlich dazu werden Kanadier oft an ihrem Geburtstag „eingefettet“. Die „Liebsten“ lauern dem Geburtstagskind auf und schmieren die Nase mit Butter ein. Das soll angeblich Unglück fernhalten – damit im kommenden Lebensjahr auch alles in Butter ist.

Auch Weihnachten ist ein Geburtstag

Der Geburtstag sollte immer ein ganz besonderer Tag sein, an dem Familie und Freunde das Geburtstagskind feiern, ganz unabhängig von Alter, Land und Tradition. Doch nicht nur der ganz persönliche Ehrentag wird weltweit unterschiedlich gefeiert. Auch das christliche Weihnachtsfest unterliegt verschiedensten Traditionen. Mancher Brauch mutet geradezu skurril an. Die meisten, die Weihnachten feiern, dürften dabei wissen, dass es hier auch um einen Geburtstag geht. Nämlich den Geburtstag Jesu Christi vor vermutlich mehr als 2.000 Jahren.

Herkunft des Geburtstagsfestes

Die kulturhistorischen Wurzeln des Geburtstagsfestes liegen wahrscheinlich im Ägypten und im Griechenland der Antike. Allerdings war der Geburtstag damals nicht ein alltägliches Fest für die einfache Bevölkerung. So hielten die Ägypter die Geburtstagsfeier etwa zu Ehren ihres Pharao ab. Die Griechen dagegen, später auch die Römer, riefen am Geburtstag Schutzgeister an, um das Geburtstagskind vor Schlechtem zu bewahren.

Erst mit dem Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte sich allmählich die Tradition, den Geburtstag allgemein zu notieren und zu feiern, denn bis dahin wussten viele Menschen oft gar nicht den genauen Tag ihrer Geburt. Zum Glück hat diese Entwicklung doch recht früh stattgefunden und daraus tolle Bräuche entstehen lassen.