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Reisetipps für Menschen mit Hörsystem

Den Urlaub mit allen Sinnen genießen können, das wünscht sich jeder. Schwierig wird das manchmal für Menschen, die sinnesmäßig eingeschränkt sind und zum Beispiel ein Hörsystem tragen müssen. Gerade in ungewohnter Umgebung werden nämlich die Ohren besonders gefordert.

Hörsystem-Träger können bei der Reise aber ein paar Dinge beachten, rät die Bundesinnung der Hörakustiker, um auch in fremder Umgebung richtig gut zu hören und den Minicomputer zu schützen.

Der Vorab-Check und die Ausrüstung

Vor der Urlaubsreise sollte man am besten die Hörgeräte beim Hörakustiker einmal routinemäßig auf „Herz und Nieren“ prüfen, um Problemen am Urlaubsort vorzubeugen. Zudem kann der Experte Auskunft darüber geben, inwieweit die Hörsysteme beim Schwimmen oder Baden getragen werden können. Der Akustiker hat auch Boxen, die vor Sonne, Sand und Wasser schützen und gut geeignet sind, um die Hörsysteme im Urlaub sicher zu verwahren. Ausreichend Pflegemittel und ein weiches Putztuch gehören ebenfalls in die Reisetasche oder das Bordgepäck. Einen Vorrat an Ersatzbatterien in den Koffer packen oder an den passenden Steckdosen-Stecker oder -Adapter für die Ladegeräte denken, je nachdem wohin die Reise geht.

Über den Wolken

Wer kennt es nicht, das Gefühl, wenn sich vor allem beim Start oder der Landung durch den raschen Höhenwechsel das Ohr scheinbar verschließt und sich Geräusche wie aus weiter Ferne anhören. Grund ist der Wechsel des Luftdrucks. Ihn gleicht das Ohr normalerweise selbst aus. Für Flugreisende mit Hörsystem raten Experten: Wer Bedenken hinsichtlich des Druckausgleichs bei Start und Landung hat, kann das Hörsystem währenddessen kurz herausnehmen und danach wieder einsetzen.

Einige Flughäfen verfügen über induktive Höranlagen, die Sie beim Check-in beim Flughafenpersonal erfragen können. Über die Möglichkeit, die Hörsysteme mit induktiven Anlagen zu verbinden und ob Ihr Hörsystem das kann, informiert ebenfalls der Hörakustiker.

Vorsicht beim Eincremen

Eincremen vor dem Strandbesuch ist wichtig für die Haut. Hörsystemträger sollten jedoch darauf achten, Sonnenmilch nicht in Kontakt mit dem Hörsystem zu bringen. Denn Cremes und Lotionen können die Mikrofone verstopfen und so zu schlechterem Hören führen oder das wertvolle Gerät schädigen. Daher gilt: erst cremen, dann wieder einsetzen.

Das Hörgerät vor Nässe schützen

Moderne Hörsysteme sind spritzwassergeschützt, bei zu viel Nässe kann jedoch Wasser durch kleine Öffnungen an Mikrofon, Hörer und am Batteriefach in den Minicomputer eindringen und die Elektronik schädigen. Hörakustiker raten, das Hörsystem vor dem Baden herauszunehmen und in einem passenden Etui oder Behältnis an einem schattigen Ort aufzubewahren. Denn auch zu viel Hitze über lange Zeit schadet ihm.

Gelangen dennoch einmal Wasser oder Sand ans Hörsystem, empfiehlt es sich, dieses sofort vorsichtig mit einem weichen Tuch und einem speziellen Reinigungsmittel zu säubern und trocknen zu lassen. Keinesfalls das Hörsystem föhnen oder auf einen Heizkörper legen. Denn zu viel Wärme kann der Technik schaden. Ist man auf Hörsysteme auch beim Baden angewiesen, gibt es spezielle wasserdichte Hörsysteme.

Pflege für das Hörsystem

Am Ende des Urlaubstages sollten die Hörsysteme unbedingt über Nacht in eine Trockenbox gelegt, das Batteriefach geöffnet und die Batterien herausgenommen werden. So kann eventuelle Feuchtigkeit ausdünsten. Ist das Hörsystem trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einmal ins Wasser gefallen, prüft am besten der Hörakustiker – in vielen Ländern Audiologe genannt – am Urlaubsort das System auf seine Funktion. Er kann am besten beurteilen, ob ein Schaden entstanden ist.