Einbruchschutz bei Reisen: Was Bewohner tun können.

Einbrecher schlagen besonders gerne zu, wenn Wohnungs- oder Hausbewohner gerade nicht zu Hause sind. Ein erhöhtes Risiko besteht insbesondere in der Reisezeit, da Diebe dann von einem größeren Zeitfenster profitieren, um in aller Ruhe das traute Heim auszuplündern. Es gibt jedoch einige effiziente Maßnahmen, damit es gar nicht erst so weit kommt. Die folgenden Tipps zeigen, wie Sie Ihr Zuhause während Ihrer Abwesenheit am besten schützen können.

Laut dem Einbruch-Report 2016 vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat die Einbruchsquote während der letzten fünf Jahre um 33 Prozent zugenommen. So wurden bei bundesdeutschen Versicherungen allein im Jahr 2015 rund 160.000 Wohnungseinbrüche gemeldet.

Umso wichtiger ist es, das Zuhause bestmöglich vor ungebetenem Besuch zu schützen. Denn oftmals bieten ungesicherte Haushalte einbruchswilligen Tätern auch einen besonders leichten Zugriff auf das persönliche Hab und Gut.

Gelegenheit macht Diebe

Eine der häufigsten Ursachen für erfolgreiche Einbrüche ist tatsächlich ein offenes Fenster oder eine Haustür, die sich leicht öffnen lässt. Die Möglichkeit, einfachen Zutritt zu Wohnbereichen zu bekommen, ist also nach wie vor ein wesentlicher Anziehungspunkt für Diebe. Deshalb sollte beim Verlassen einer Wohnung grundsätzlich immer geprüft werden, dass alle Fenster verschlossen sind. Haustüren wiederum sollten nicht einfach nur zugezogen, sondern konsequent zugeschlossen werden.

Ratsam ist außerdem, Türen, Fenster oder Garagentüren mit zusätzlicher Sicherungstechnik wie Zusatzschlössern und -riegeln abzusichern. Ein Einbrecher, der bei seinem Einbruchsversuch bemerkt, dass er statt ein paar Sekunden mehr Zeit als geplant benötigt, um ein Türschloss zu knacken, lässt sehr viel schneller von seinem Vorhaben ab.

Abwesenheit fördert ebenso die Einbruchswahrscheinlichkeit

Prinzipiell können Einbrüche natürlich auch erfolgen, während die Bewohner zu Hause sind. Die meisten Einbrecher aber bevorzugen verlassene Wohnungen, allein schon, um Konfrontationen aus dem Weg zu gehen. Und nach Polizei-Angaben schreiten sie vorzugsweise während des Tages zur Tat, da ein Gros der deutschen Bevölkerung entweder bei der Arbeit oder am frühen Abend beim Einkaufen ist.

Noch verlockender ist es für Kriminelle, in eine Wohnung einzusteigen, wenn sie von außen für längere Zeit unbewohnt erscheint. Ein von außen klar erkennbarer Hinweis darauf ist beispielsweise ein überquellender Briefkasten. Wer eine Reise antritt, ist daher bestens beraten, Wohnung und Haus immer möglichst belebt erscheinen zu lassen.

Einbruchschutz: Anwesenheit vortäuschen & Kontrolle durch Nachbarn

Während einer Urlaubsreise sollte daher von Nachbarn oder Freunden stets der Briefkasten geleert werden. Ideal ist auch, wenn Raumbeleuchtung oder der Fernseher abends für ein paar Stunden eingeschaltet bleiben. Außerdem sollten Sonnenschutzsysteme wie beispielsweise Rollos oder Rollladen täglich bedient werden.

Dafür gibt es heutzutage auch ein paar technische Hilfen. „Mit Motoren ausgestattete Rollos oder auch elektrische Haushaltsgeräte können einfach über eine Zeitschaltuhr programmiert werden, um Einbrechern den Eindruck zu vermitteln, dass jemand anwesend ist“, sagt Dagmar Pohland, Fachberaterin für Rollos von Livoneo. Eine Alternative dazu ist die Smart-Home-Hausautomation, bei der Lampen oder sonstige Haustechnik aus der Ferne via Smartphone oder Computer gesteuert werden.

Es ist jedoch davon abzuraten, nur auf die Technik allein zu setzen. Parallel dazu empfiehlt es sich, dass Nachbarn oder Freunde regelmäßig nach dem Rechten sehen. Denn es gibt mittlerweile auch Einbrecher, die mit durchsichtigen, biegbaren Plastikstreifen oder Tesafilm an Türschlitzen und Garagentoren prüfen, ob das Wohnobjekt über längeren Zeitraum sich selbst überlassen ist.

Alle Tipps zum Einbruchschutz bei Reisen im Überblick:

  • Fenster & Türen bei Abwesenheit geschlossen halten
  • Zusätzliche Verriegelungen anbringen oder vom Fachbetrieb montieren lassen
  • Bei längeren Reisen: Nachbarn und Freunde bitten, regelmäßig die Wohnung zu betreten, den Briefkasten zu leeren und generell den Anschein einer aktiven Bewohnung zu vermitteln
  • auch Zeitschaltuhren oder Smart-Home-Technik zur Fernsteuerung von Beleuchtung und Fernsehern nutzen
  • Keine Reise-Mitteilungen auf Facebook oder dem Anrufbeantworter – denn auch hier lesen beziehungsweise hören Kriminelle gerne mit

Die Autorin:

Tatjana Delling ist Expertin für Smart-Home-Technik und reist privat sehr gerne.