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Unterwegs in Spanien mit dem Boot

Nicht nur Spaniens Festland erfreut sich bei deutschen Auswanderern und Urlaubern großer Beliebtheit, auch seine Gewässer sind für viele ein Magnet. Es sind im wesentlichen vier Regionen, die Wassersportler gerne ansteuern.

Das Mittelmeer

Vor allem die Baleareninseln Mallorca, Menorca und Ibiza haben es Yacht- und Segelfans angetan. Das Revier verfügt über eine sehr gute Wassersport-Infrastruktur und es gibt etliche Charter- und Bootsverleihgesellschaften. Von der kleinen Jolle, über das schnittige Motorboot bis hin zur Yacht, können Urlauber sich nahezu jedes Wasserfahrzeug mieten, was ihr Herz begehrt. Besonders angenehm für sporadische Segler und Bootsfahrer: Die Wetterlage ist relativ stabil, der Tidenhub gering und die Temperaturen sehr angenehm. Lediglich an der Küste der Sierra Nevada oder an der Costa Brava kann es aufgrund der starken Winde mal etwas unruhiger werden.

Die Kanarischen Inseln

Aufgrund der fast ganzjährig angenehmen Temperaturen und oftmals starken, aber berechenbaren Passatwinde ist das Gebiet rund um Teneriffa, La Palma, Fuerteventura, Gran Canaria und Lanzarote seit Jahrzehnten ein äußerst beliebtes Revier bei Seglern mit einer profunden Erfahrung. Wie auch in der Mittelmeerregion herrscht auf den Kanarischen Inseln eine sehr gute Bootsverleih-Infrastruktur vor.

Die Nord-Atlantikküste

Diese Region mit seinen rauen, steilen Felsformationen an der Küste gilt als herausforderndes Segelrevier, weswegen es dort vor allem erfahrene Segler hinzieht, die mit den starken Strömungen und den wechselhaften Windverhältnissen gut zurechtkommen.

Die Seen im Landesinneren

Spanien hat neben seinen Meeren auch ein paar schöne Binnenseen zu bieten, beispielsweise den Gletschersee Lago di Sanabria im gleichnamigen Nationalpark. Bei Touristen beliebt sind die Seen bei Covadonga, der zum berühmten spanischen Jakobsweg gehört und der See von Banyoles. An vielen Binnenseen Spaniens ist es möglich, sich kleinere Boote für Ausflüge auszuleihen.

Deutsche Bootsführerscheine auch in Spanien gültig

Doch was müssen deutsche Sportbootbegeisterte mitbringen, um auch in Spanien ihrem Hobby zu frönen? Deutsche Segel- und Bootsführerscheine werden in Spanien bei allen Chartergesellschaften in der Regel anerkannt. Die Nachweise sind erforderlich für Skipper, die ein Segelboot von mehr als fünf Metern Länge oder ein Motorboot von über vier Metern Länge und mit einem mehr als 11,3 Kilowatt leistungsfähigen Motor steuern wollen. Ebenfalls erforderlich sind die Dokumente für das fahren eines Jetskis.

Wer ein Regattaboot oder eine Yacht von über 15 Metern Länge chartern will, sollte mit dem Vermieter absprechen, ob der Segel- oder Bootsführerschein ausreicht. Aufgrund der Anerkennung der deutschen Führerscheine, ist es nicht notwendig, ein Boot bei einem deutschen Unternehmen zu chartern, dessen Schiffe unter deutscher Flagge segeln oder fahren.

An eine umfangreiche Bootsversicherung denken

Urlauber und Auswanderer, die ihr eigenes Boot im Schlepptau dabei haben, müssen direkt an der Hafeneinfahrt nachweisen, dass sie Eigner des Gefährtes gemäß Meldeland und Flagge sind. Auch der gesetzlich vorgeschriebene Versicherungsschutz mit einer Boots-Haftpflichtpolice mit einer Schadensumme von mindestens 150.000 Euro muss nachgewiesen werden. Empfehlenswert ist laut der Iberia Versicherung jedoch eine höhere Deckungssumme. Kommt es beispielsweise zu einem selbst verschuldeten Unfall im Hafen, können schnell mehrere andere Boote in Mitleidenschaft gezogen werden, so der Experte für Absicherung in Spanien.

Erleidet ein anderer durch einen vom Bootsbesitzer verschuldeten Unfall gesundheitliche Langzeitschäden, muss der Unfallverursacher mit immensen Schadenersatz-Forderungen rechnen. Hat man eine zu niedrige Versicherungssumme bei der Bootshaftpflichtversicherung gewählt, muss der Versicherte den Differenzbetrag zum Schaden selbst bezahlen.

Wichtig ist auch, dass der deutsche Versicherungsschein für das Boot in Spanien anerkannt wird. Im Zweifel ist der Abschluss einer Zusatzversicherung vor Ort notwendig.

Stellt die Hafenbehörde übrigens am eigenen Boot Schäden feststellen, welche die Meeressicherheit oder die Umwelt gefährden, können sie dem Eigner das Ankern sowie die Hafenein- und Ausfahrt untersagen.

Gültige deutsche Bootsführerscheine in Spanien:

Sportbootführerschein See (SBF See): Gültig in Sichtweite der Küste

Sportküstenschifferschein (SKS): Gültig bis 30 Seemeilen Entfernung von der Küste

Sportbootführerschein Binnen (SBF binnen): Gültig bis 3 Seemeilen von der Küste

Quelle: http://blog.nautal.de/