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Indonesien weiterhin attraktiver Markt

Indonesien wählt am 10. Juli 2014 einen neuen Präsidenten. Der bislang deutliche Vorsprung des reformfreudigen Kandidaten Joko Widodo ist auf wenige Prozentpunkte zusammengeschrumpft. Der Gegenkandidat, Prabowo Subianto, konnte in seinen Wahlveranstaltungen mit Themen wie der Nationalisierung der Wirtschaft punkten. Ausländische Unternehmen erwarten den Wahlausgang mit einiger Sorge. Niemand kann es sich leisten, internationale Investoren zu vergraulen, zumal die Konjunktur nicht mehr ganz so rund läuft. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen 2009 und 2012 real noch um jeweils über sechs Prozent zugelegt hatte, stellte sich 2013 „nur“ noch ein Plus von 5,8 Prozent ein. Für dieses und das kommende Jahr rechnen Experten mit einem Wachstum von gut fünf Prozent. Dr. Roland Rohde, Repräsentant von Germany Trade & Invest in Jakarta, sieht mehrere Gründe für die derzeitige Abkühlung: „Die Konjunktur leidet unter dem Exportverbot für Rohmineralerze. Auch die hohen Subventionen für Strom und Kraftstoffe haben den Staat viele Milliarden US-Dollar gekostet. Die oft ineffiziente und korrupte Verwaltung ist ebenfalls nicht gerade förderlich.“

Indonesien zeigt sich protektionistisch

Protektionistische Tendenzen sind auf dem Inselstaat momentan deutlich zu erkennen. Durch neue Vorschriften und Standards und die Verschärfung von Handels- und Investitionsgesetzen für ausländische Investoren versucht die Regierung, die wettbewerbsschwache Wirtschaft vor der ausländischen Konkurrenz zu schützen. Internationale Kapitalgeber hat dies bisher nicht abgeschreckt: „Ausländische Investoren stehen quasi Schlange. Dies liegt an einer im internationalen Vergleich sehr niedrigen Staatsverschuldungsquote, der politisch stabilen Lage und dem großen Binnenmarkt“, so Rohde weiter. Jedoch kam es im zweiten Quartal 2014 zu einem spürbaren Investitionsstau, der sich aber nach dem Ausgang der Wahlen auflösen dürfte. Für deutsche Unternehmen bieten sich in vielen Branchen interessante Absatzmöglichkeiten, vor allem im Bereich Kfz und Maschinenbau, aber auch bei den neuen Exportschlagern, wie der Umwelt- oder Medizintechnik. So müssen hochwertige medizinische Geräte beispielsweise zu praktisch 100 Prozent importiert werden.

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