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Mobilität der EU-Bürger

EU_EU-Bürger_Stephanie Hofschlaeger_pixelio.deEU-Bürger sind mobil – wenn’s sein muss

Eine aktuelle Mitteilung der Europäischen Kommission mit dem Titel „Bekräftigung der Freizügigkeit der Arbeitnehmer. Rechte und wesentliche Entwicklungen“ widmet sich dem Thema Mobilität in der EU. Ziel der Publikation ist, das Bewusstsein für die Rechte zugewanderter Arbeitnehmer zu fördern und die Aspekte zu analysieren, die die grenzüberschreitende Mobilität in den letzten Jahren beeinflusst haben.

Arbeitnehmerfreizügigkeit für alle

Grundsätzlich haben EU-Bürger das Recht, sich innerhalb der EU frei zu bewegen und in einem anderen EU-Mitgliedstaat zu leben, zu arbeiten und Arbeit zu suchen. Zugewanderte Arbeitnehmer müssen hinsichtlich des Zugangs zu Beschäftigung, Arbeitsbedingungen und Anwendung von Steuer- und Sozialgesetzen genauso behandelt werden wie die Staatsangehörigen des Gastlandes. Die im Zuge der EU-Erweiterung 2004 und 2007 eingeführten Bestimmungen, die ermöglichen, die Freizügigkeit von Arbeitnehmern aus osteuropäischen Mitgliedstaaten einzuschränken, sind befristet. Nach einer Übergangszeit von sieben Jahren nach dem Beitritt neuer Mitgliedsstaaten zur EU müssen die Einschränkungen vollständig aufgehoben werden. Konkret heißt das: Die Einschränkungen für die Länder, die 2004 der EU beigetreten sind (Tschechische Republik, Estland, Zypern, Lettland, Litauen, Ungarn, Malta, Polen, Slowenien und die Slowakei) enden am 30. April 2011, die für die 2007 beigetretenen Länder (Bulgarien und Rumänien) geltende Einschränkung verliert am 31. Dezember 2013 ihre Gültigkeit.

Jeder Zehnte war im Ausland

Zusätzlich zu den Erläuterungen der Publikation liefert eine europaweite Umfrage interessante Einblicke in die Erfahrungen mit und die Einstellungen zu Mobilität. Die Ergebnisse zeigen, dass zehn Prozent der Europäer bereits in einem anderen Land gelebt und gearbeitet haben. Einer von fünf Europäern hat dies in der Zukunft noch vor, knapp drei Viertel (73 Prozent) der Befragten dagegen nicht. Allerdings ist fast die Hälfte der befragten Europäer (48 Prozent) willens, in ein anderes Land zu ziehen, um einer drohenden Arbeitslosigkeit zu entgehen. Eine höhere Lebensqualität, bessere Arbeitsbedingungen und höhere Karrierechancen wurden außerdem als Motive genannt, der Heimat den Rücken zu kehren und sich in einem anderen Land niederzulassen.

40 Prozent wollen Heimat nicht verlassen

Die Umfrage untersucht jedoch auch die Faktoren, die einem Umzug ins Ausland entgegenstehen. Für knapp 40 Prozent der befragten EU-Bürger kommt es offenbar nicht in Frage, die Heimat verlassen zu müssen, 27 Prozent möchten ihrer Familie einen solchen Wechsel nicht zumuten und 21 Prozent möchten in der Ferne nicht auf ihre Freunde verzichten müssen. Auch erwartet knapp die Hälfte der Befragten, dass fehlende Sprachkenntnisse die Arbeit im Ausland erschweren würden.

Insgesamt überwiegen aber positive Einstellungen: Sechs von zehn EU-Bürgern glauben, dass Wohnortwechsel innerhalb der EU für die europäische Integration förderlich sind. Fast jeder zweite Befragte war der Ansicht, die europäische Mobilität sei gut für den Arbeitsmarkt, für den Einzelnen und die Wirtschaft.

Die Studie kann über folgenden Link bezogen werden: http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=25&langId=de.

 

Bildquelle: Stephanie Hofschläger / pixelio.de