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Medizinische Versorgung in OECD-Ländern

Medizinische_Versorgung_StephanieHofschlaeger_pixelio.deDeutschland hat höchste Kosten bei medizinischer Versorgung

Deutschland hat mit 11,6 Prozent bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) die höchsten Gesundheitskosten. Das geht aus dem aktuellen internationalen Gesundheitsbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. Auf die Bundesrepublik folgen die Schweiz mit 11,4 Prozent und Österreich mit elf Prozent. Alle drei Länder liegen damit erheblich über dem OECD-Durchschnitt von 9,6 Prozent.

Sterberate rückläufig

Ein sehr positives Ergebnis der Erhebung: Seit 2009 hat sich die Sterblichkeitsquote innerhalb der 34 OECD-Länder halbiert und liegt aktuell bei vier Prozent. Beispielsweise ging sie beim Darmkrebs in Deutschland von rund 22 auf etwa 19 Fälle pro 100.000 Einwohner zurück. In Österreich reduzierte diese sich sogar von 21,6 auf 15,5 und in der Schweiz von 16,5 auf 14,5 Fälle je 100.000 Bürger.

Fettleibigkeit in Deutschland unter Durchschnitt

Im Gegenzug dazu tauchte jedoch ein neues Problem auf: Die Fettleibigkeit (Adipositas) schreitet deutlich voran – und zwar in allen OECD-Ländern. So hat sich der Anteil adipöser Menschen in einigen Ländern sogar verdoppelt. In Sachen Fettleibigkeit liegen Deutschland mit 15 Prozent (2009: 12 Prozent), Österreich mit 12 Prozent und die Schweiz mit acht Prozent der Bevölkerung zwar hoch, aber immer noch unterhalb des OECD-Durchschnitts von 17 Prozent. Die schlanksten Menschen leben in Japan (vier Prozent), die dicksten Erwachsenen sind in den USA (34 Prozent), Mexiko (30 Prozent) und Neuseeland (27 Prozent) zu finden.

Kurze Wartezeiten für Arztbesuche in Deutschland

Bemerkenswert: Wartezeiten für Arztbesuche bei Spezialisten und für operative Eingriffe sind in Deutschland wesentlich kürzer als etwa in Kanada, Schweden und Norwegen. Dort sind Wartezeiten von mehr als einem Monat bei der Hälfte der Befragten gang und gäbe, während fast jeder Vierte mindestens vier Monate warten muss, um operiert zu werden. Notfälle sind jedoch nicht erfasst.

Das Fazit der Studie: Die medizinische Versorgung in den OECD-Mitgliedsstaaten ist insgesamt positiv.

 

Bildquelle: Stephanie Hofschlaeger  / pixelio.de