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Jeder Dritte ist psychisch krank

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Häufigste Form ist Angststörung

Mehr als jeder dritte EU-Bürger (rund 165 Millionen Menschen bzw. 38 Prozent) litt im Jahr 2010 an einer psychischen Störung. Dies hat eine Studie des European College of Neuropsychopharmacology (ECNP) und des European Brain Council (EBC) ergeben. Wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) schreibt, haben die Forscher für die Analyse mehr als 100 unterschiedliche psychische und neurologische Krankheitsbilder berücksichtigt. Die häufigsten Erkrankungsformen sind Angststörungen (14 Prozent), gefolgt von Schlafstörungen (sieben Prozent), unipolarer Depression (sieben Prozent). An Psychosen und geistigen Behinderungen waren dagegen nur jeweils etwa ein Prozent in der Bevölkerung erkrankt, an Essstörungen ein halbes Prozent.

Wenige psychisch Erkrankte erhalten professionelle Hilfe

Die gesellschaftliche Belastung ist bei diesen Erkrankungen vergleichsweise extrem hoch. Die vier am stärksten belastenden psychischen Störungen sind demnach Depression, Demenz, Alkoholabhängigkeit und Schlagfanfall. Die Forschungsgruppe bemängelt, dass höchstens ein Drittel aller Betroffenen in der EU professionelle Hilfe oder eine Therapie erhalte. Hinzu komme: Bei psychisch Erkrankten startet die Therapie zudem oft erst Jahre nach dem Krankheitsbeginn und entspricht häufig nicht den minimalen Anforderungen, wie sie in Leitlinien erhoben werden.

 

Bildquelle: Gerd Altmann  / pixelio.de