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Rücksendungen von Online-Ware
© cottonbro - pexels.com

Vorsicht bei Rücksendungen von Online-Ware nach China

Verbraucherschützer warnen vor Rücksendungen von Online-Ware nach China. Oft wissen Online-Verbraucher*innen gar nicht, dass sie bei einem chinesischen Online-Versandhandel bestellen.

Obwohl der gesamte Online-Auftritt eines Shops augenscheinlich auf ein deutsches Unternehmen schließen lässt, sollen Verbraucherinnen und Verbraucher online eingekaufte Ware bei Nichtgefallen nach China zurücksenden. Darüber beschweren sich immer wieder Betroffene in den Verbraucherzentralen. Denn diese haben oft das Nachsehen, weil die Rücksendung  mit sehr hohen Kosten verbunden sein kann.

Besonders irreführend: Die Webseite des Ladens ist ausschließlich in deutscher Sprache gehalten, die Domain des Shops endet deutschlandspezifisch mit „.de“ und auch das Impressum lässt auf ein heimisches Unternehmen schließen. Dies waren nach Aussagen einiger Verbraucher*innen die ausschlaggebenden Kriterien, sich bewusst für einen Shop zu entscheiden und dort Ware zu bestellen. Andere berichten, wie sie in den sozialen Medien von diesen Anbietern mit direkter Verlinkung zu ihrem Shop gelotst wurden.

Rücksendungen von Online-Ware ist oft kostspielig

Die Überraschung kommt, wenn die gelieferte Ware qualitativ minderwertig ist oder nicht passt. Denn möchten die Käuferinnen und Käufer von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen, werden sie vom Verkäufer aufgefordert, die Artikel auf eigene Kosten nach China zurückzusenden. Dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) sowie den Verbraucherzentralen liegen bundesweit Verbraucherbeschwerden vor, bei denen die Kosten für die Rücksendung nach China, wie zum Beispiel Porto und Zollgebühren, fast den Warenwert erreichen. In anderen Fällen verlangen die Online-Shops zusätzliche Bearbeitungsgebühren.

Recht auf Widerruf gilt auch bei Versand aus China

Das Recht auf Widerruf gilt bei fast allen online bestellten Waren. Demnach haben Konsument*innen grundsätzlich ab dem Erhalt der Ware 14 Tage Zeit für den Widerruf, auch bei Waren, die aus dem außereuropäischen Ausland versendet werden. Sie können die Konditionen für einen Widerruf in den AGB oder der Widerrufsbelehrung finden und können diese auch schriftlich beim Verkäufer anfordern. Dort sollten sich dann auch die Konditionen für die Rücksendungen von Online-Ware befinden. Manchmal kann das Porto 18 bis 20 Euro betragen. Dies kann sogar dann passieren, wenn Ware über Versandhändler wie Amazon bestellt wurde.

Es empfiehlt sich vorab bei bisher unbekannten – deutschen Ursprungs erscheinenden – Domains auf einschlägigen Foren oder anderen Verbraucherschutzseiten zu recherchieren, inwieweit diese seriös sind. 

Die meisten Online-Pakete kommen aus China

Von den ungefähr 103 Milliarden Paketen in 2019, stammen rund 64 Milliarden aus China – das entspricht mehr als der Hälfte aller verschickten Pakete in diesem Jahr. Zweitgrößter Markt sind die USA mit einem Volumen von etwa 15 Milliarden Paketen. Deutschland verzeichnete im selben Jahr rund vier Milliarden Paketlieferungen.

Rücksendungen von Online-Ware

Das weltweite Paketaufkommen ist in den vergangenen Jahren deutlich angestiegen. Der Pitney Bowes Parcel Shipping Index misst das globale Paketvolumen und hat im Jahr 2019 erstmalig über 100 Milliarden versendete Pakete registriert. Seit 2015 hat sich die Anzahl der Pakete verdoppelt, wie die Statista-Grafik zeigt. Das liegt vor allem am vermehrten Online-Shopping und dem stetigen Wachstum von Unternehmen wie Amazon und Alibaba.

Die Analyst*innen rechnen auch weiterhin mit einem rasanten Anstieg – laut ihren Schätzungen soll sich das globale Paketaufkommen mit einer jährlichen Wachstumsrate von 14,8 Prozent bis 2026 nochmals verdoppeln und abhängig von den Auswirkungen der Corona-Pandemie zwischen 200 und 316 Milliarden Paketen liegen.