1.August: Expats in islamischer Welt sollten Ramadan beachten

In der islamischen Welt beginnt heute der Fastenmonat Ramadan, der bis zum 29. August dauert. Die meisten  Expats, die in der arabischen Welt oder anderen islamischen Staaten leben, haben sich darauf eingestellt. Sie wissen in der Regel, wie sie sich respektvoll ihren muslimischen Nachbarn, Geschäftspartnern und Freunden gegenüber verhalten sollten.

Vielen Touristen, Geschäftsreisenden oder künftigen Expatriates  ist die Bedeutung dieser für Muslime sehr wichtigen Zeit des Jahres jedoch nicht bewusst. Sie laufen in ihrer Unkenntnis Gefahr, ungewollt anzuecken oder sogar in Konflikt mit den Gesetzen des Aufenthaltslandes zu geraten. In größeren, auf westliche Besucher eingestellten Hotelanlagen kann es je nach Aufenthaltsland zwar Bereiche geben, in denen die Regeln wenig oder keinen Einfluss haben. Dies sollte vor Reisebeginn jedoch geklärt werden.

Ansonsten ist besonders zu beachten:

  • Essen und Trinken in der Öffentlichkeit vor Sonnenuntergang ist untersagt. Daran sollten sich Expatriates auch im eigenen Auto oder im Taxi halten. Kaugummi kauen ist ebenfalls nicht erlaubt.
  • Auch nach Sonnenuntergang darf niemand essen und trinken und zwar solange, bis die Nahrungsaufnahme durch das entsprechende Gebet freigegeben wird und die Allgemeinheit ebenfalls ihr Fasten bricht.
  • Rauchen in der Öffentlichkeit, einschließlich Auto oder Taxi ist verboten.
  • Versuchen Sie unter keinen Umständen, Muslime zum Fastenbrechen zu animieren.
  •  Die öffentliche Demonstration zärtlicher Gefühle sollten Sie ebenfalls zwingend vermeiden.
  • Tragen Sie dezente Kleidung.
  • Spielen Sie keine laute Musik ab; vermeiden Sie Geschrei, unflätige Bemerkungen oder Aggression in der Öffentlichkeit.
  •  Ein freundliches „Ramadan Mubarak“ oder „Ramadan Kareem“ wird von islamischen Kollegen oder Freunden sicherlich begrüßt werden!
  •  Behörden, Geschäfte und Unternehmen haben in der Regel deutlich kürzere Arbeits- und Öffnungszeiten.

Der Fastenmonat Ramadan orientiert sich am Mondkalender und beginnt jedes Jahr  etwas früher als im Vorjahr. Derzeit fällt Ramadan in die besonders heiße Jahreszeit, was vor allem im Straßenverkehr zusätzlichen Einfluss haben kann. Das bedeutet beispielsweise, dass muslimische Fahrer dehydriert und somit desorientiert am Steuer sitzen könnten. Besonders gefährlich ist die Zeit kurz vor Sonnenuntergang. Denn dann eilen die Menschen nach Hause, um mit der Familie das Fasten zu brechen. Daher empfiehlt es sich besonders geduldig und vorausschauend zu fahren.

Der Autor:

Andreas Opitz ist Geschäftsführer der BDAE EXPAT CONSULTANCY JLT in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE). Das Unternehmen ist Teil der auf Auslandsberatung spezialisierten BDAE GRUPPE

E-Mail: aopitz@bdae.de

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