Deutsche Ärzte wandern in die Schwiz, USA und nach Österreich aus

Im Jahre 2013 sind mehr als 3.000 ursprünglich in Deutschland tätige Ärzte ins Ausland abgewandert. Dabei lag der Anteil der deutschen Ärzte bei 62,9 Prozent. Die beliebtesten Auswanderungsländer deutscher Ärzte sind die Schweiz (793), Österreich (289) und die USA (143). Dies hat die Bundesärztekammer (BÄK) ermittelt, die sich über diese Zahlen besorgt zeigt.

Der Grund: Zwischen 2004 und 2012 stieg die Zahl der ambulanten Behandlungsfälle in Deutschland  um 136 Millionen und die der stationären um 1,8 Millionen auf 18,6 Millionen Fälle. Dies erfordere ebenso mehr Personal, wie die durch die wissenschaftliche Entwicklung bedingte zunehmende Spezialisierung der Medizin. Zugleich wachse eine Ärztegeneration heran, die der Work-Life-Balance eine höhere Bedeutung zumisst und die sich immer häufiger für Teilzeitarbeit entscheidet. Dies trifft sowohl auf Frauen wie auch auf Männer zu. Während im Jahr 2001 noch 31.000 Ärzte in Teilzeit arbeiteten, hat sich ihre Zahl nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2011 auf 54.000 erhöht.

Um den Ärztemangel in Deutschland wirksam zu bekämpfen, seien zuallererst mehr Studienplätze in der Humanmedizin notwendig. Ihre Zahl ist im Vergleich zu den 90-er Jahren um fünf Prozent gesunken. Neben besserer Anerkennung und Bezahlung der Arbeit in Klinik und Praxis bedürfe es flankierender Maßnahmen wie Abbau von Überstunden und Diensten, Entlastung von Bürokratie, flexible Arbeitszeitregelungen und mehr Angeboten für die Kinderbetreuung.

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