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Maut in Frankreich
© Heiko Köhrer-Wagner, Adobestock

Maut in Frankreich: Das ist wichtig zu beachten

Mit dem Beginn der Urlaubssaison machen sich wieder viele Reisende mit dem Auto auf den Weg. Wer dabei Frankreich durchquert, kommt kaum an den Autobahnen mit Mautgebühren vorbei. Die klassischen Schranken mit Ticketziehen und Bezahlen an Automaten sind für viele ein vertrauter Teil der Reise. Doch das ändert sich zunehmend. Frankreich modernisiert sein Mautsystem flächendeckend. Für Autofahrerinnen und -fahrer bringt das zwar Komfort, aber auch neue Herausforderungen. Worauf bei der Maut in Frankreich geachtet werden muss, darüber klärt das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e. V. auf.

Auf mehreren Strecken, darunter die stark befahrene Verbindung zwischen Paris und der Normandie, ist die sogenannte freie Durchfahrt bereits Realität. Dort erfassen Kameras beim Durchfahren automatisch das Kennzeichen sowie die Fahrzeugklasse. Die gefahrene Strecke wird digital berechnet, eine Schranke gibt es nicht mehr. Bezahlt wird nachträglich, idealerweise automatisch per hinterlegter Kreditkarte oder über eine Mautbox hinter der Windschutzscheibe. Wer darauf verzichtet, muss die Gebühr selbst über das Internet oder spezielle Terminals begleichen. Dafür bleiben nur 72 Stunden Zeit. Wer diese Frist versäumt, muss mit Mahngebühren rechnen.

Das Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz empfiehlt deshalb, das eigene Kennzeichen vorab bei den Betreibern zu registrieren. So erhält man eine Benachrichtigung, sobald eine mautpflichtige Strecke genutzt wurde. Die neue Technik soll Staus an Mautstellen vermeiden und den Verkehr flüssiger machen. In der Praxis sorgt sie allerdings oft für Unsicherheit, gerade bei Urlaubenden, die das System nicht kennen. Wer zum ersten Mal ohne Schranke auf eine französische Autobahn fährt, bemerkt die Mautpflicht manchmal gar nicht. Die Folge ist eine überraschende Nachforderung oder im schlimmsten Fall ein Bußgeld.

Vorsicht bei Mischsystemen und Abo-Fallen

Verwirrend kann auch die Mischform sein, die in einigen Regionen eingesetzt wird. Im Departement Isere etwa werden Fahrzeuge beim Auffahren automatisch erfasst, ein Ticket erhält man nicht. Die Bezahlung erfolgt dann an einer klassischen Schranke, an der der Betrag auf dem Display erscheint. Das kann zu Irritationen führen, wenn man vergeblich nach einem Ticket sucht, das nie ausgehändigt wurde. Die Systeme arbeiten hier im Hintergrund, sodass für die Fahrenden vieles unbemerkt passiert.

Wer häufiger auf den französischen Autobahnen unterwegs ist und somit Maut in Frankreich zahlen muss, kann auf die sogenannte Mautbox zurückgreifen. Sie wird hinter der Frontscheibe angebracht und erlaubt die Nutzung spezieller Fahrspuren. Dort kann man mit reduzierter Geschwindigkeit durchfahren, ohne anzuhalten. Die Kosten werden automatisch abgebucht. Das System bringt zwar keine Preisvorteile, erleichtert aber den Ablauf erheblich. Wichtig ist, die Bedingungen des jeweiligen Anbieters genau zu prüfen. Manche rechnen nur dann Gebühren ab, wenn die Box tatsächlich genutzt wird, andere verlangen eine monatliche Pauschale, auch wenn das Gerät ungenutzt bleibt.

Ein weiterer Stolperstein ist die Frage der Zahlungsmittel. Während Kreditkarten meist akzeptiert werden, lehnen viele Automaten Debitkarten oft ohne ersichtlichen Grund ab. Wer ohne Mautbox unterwegs ist, sollte also auf jeden Fall eine klassische Kreditkarte dabeihaben. Diese muss zudem auf den Namen der Fahrerin oder des Fahrers ausgestellt sein, sonst kann es an der Schranke Probleme geben.