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Bundestagswahl: Wie Deutsche im Ausland per Fernwahl teilnehmen können

Am 24. September 2017 wählt Deutschland einen neuen Bundestag. Laut Bundeswahlleiter sind 61,5 Millionen Menschen für die Bundestagswahl 2017 wahlberechtigt, einige davon sind in der ganzen Welt verstreut. Für Deutsche, die im Ausland leben, ist es etwas komplizierter, an der Wahl teilzunehmen. In diesem Fall spielt die Dauer des Auslandsaufenthaltes, wann dieser begann und ob die Person noch in Deutschland gemeldet, und somit im deutschen Wahlverzeichnis gelistet ist, auch eine Rolle. Auf der neuen Webseite Fernwahl finden Auslandsdeutsche wichtige Informationen zur anstehenden Wahl. Mit Ja-Nein-Fragen führt ein Generator auf der Seite die Nutzer zu den für sie relevanten Informationen und Anträgen. Außerdem stehen alle wichtigen Termine und Fristen als Download für den eigenen Kalender zur Verfügung. Ziel ist es, das Wählen für jeden so einfach wie möglich zu machen und somit die Wahlbeteiligung zu steigern.

Mit Fernwahl die Wahlbeteiligung erhöhen

Die persönlichen Daten, die Fernwahl gegebenenfalls im Rahmen der Antrags- beziehungsweise Formulargenerierung von den Nutzern abfragt, werden in keinerlei Form gespeichert und auch niemals an Dritte weitergegeben. Die Gründer und Betreiber der Seite verfolgen eigenen Angaben zufolge damit weder parteipolitische noch finanzielle Interessen, sondern möchten als Freunde der Demokratie einen ihrer Grundpfeiler stärken.

Innerhalb der letzten dreißig Jahre sank die Wahlbeteiligung an der deutschen Bundestagswahl um fast 13 auf 72,4 Prozent. Besonders junge Wähler nutzten ihre Chance auf Mitbestimmung in der letzten Bundestagswahl seltener. Ein Grund dafür: Viele junge deutsche Wahlberechtigte reisen während des Sommers oder befinden sich Anfang September bereits mitten in ihrem Auslandsstudium. Auch wer sich anderweitig im Ausland befindet und dort gemeldet ist, hat meistens vieles im Kopf, aber nicht die Fristen und Termine zur Eintragung in das deutsche Wählerverzeichnis oder der Beantragung eines Wahlscheins, glauben die Gründer von fernwahl.de. Deshalb ist die Webseite ein Informationsangebot, das sich besonders an im Ausland lebende Deutsche richtet.

Vorbild Schweden

Schaut man vergleichsweise nach Schweden, so zeigt die Entwicklung der Wahlbeteiligung an der schwedischen Riksdagsval im gleichen Zeitraum zwar einige Schwankungen, bleibt aber mit 80 bis 86 Prozent trotzdem noch hoch. In Schweden wird es den Wählern nämlich so einfach wie möglich gemacht zu wählen, zum Beispiel mit mobilen Wahlbüros. Im Ausland lebende Schweden können in verschiedenen schwedischen Botschaften oder Konsulaten an einer Wahl teilnehmen.

Fernwahl versteht sich als digitaler Leitfaden zur Briefwahl mit allen Informationen zum Wahlrecht. Neben den wichtigsten Terminen zum Download für den eigenen Kalender (Bis wann kann ich mich in das Wahlverzeichnis eintragen lassen? Bis wann ist ein Wahlschein beantragbar?) und allen notwendigen Formularen und Anträgen, bietet der Generator auch unkomplizierte Hilfe für knifflige Fälle. Über einfache Ja-Nein-Fragen führt er Wahlinteressierte genau zu den Informationen und Formularen, die für sie auch wirklich relevant sind. Das ist deshalb besonders wichtig, weil es als im Ausland lebende Deutsche einige Dinge zu beachten gibt. Dazu gehört auch die Frage nach der Wahlberechtigung. Die wiederum ist abhängig davon, seit wann Seit wann jemand im Ausland wohnt und wie viele Monate nach dem 14. Lebensjahr man in Deutschland gelebt. Je nachdem ob man wahlberechtigt ist oder nicht, kann ein Eintrag in das Wahlverzeichnis der Bundestagwahl 2017 notwendig werden. Der Fernwahl Generator führt die Nutzer, wenn nötig, zu dem dafür benötigten Antrag.

Alle Informationen die auf Fernwahl zu finden sind, beziehen wir von behördlichen und verifizierten Quellen und Webseiten.

Über die Gründer:

Nadja Schaetz und Cenk Özbakır wohnen zurzeit selbst im Ausland, und zwar in Stockholm. Nadja geboren und aufgewachsen in Berlin, studiert an der Stockholmer Universität im Master Media and Communication Studies. Cenk kommt aus Frankfurt am Main und arbeitet in Stockholm bei einem Startup. Beide sind große Freunde der Demokratie, die zwei haben sich in Weimar kennengelernt – dort, wo 1918 die „Weimarer Republik“ gegründet wurde.

Seit anderthalb Jahren leben die beiden nun schon zusammen im Ausland — zunächst für ein Jahr in Istanbul und nun in Schweden. Mit einem Bein noch in Deutschland haben sie beschlossen, den Weg zur Wahlteilnahme aus dem Ausland einfacher zu gestalten und Fernwahl entwickelt.