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Bundestagswahl 2021: So können auch Auslandsdeutsche wählen

Im Ausland lebende Deutsche ohne Wohnsitz können grundsätzlich an der Wahl zum 20. Deutschen Bundestag am 26. September 2021 teilnehmen. Darauf weist der Bundeswahlleiter hin. Sie müssen aber einige Voraussetzungen erfüllen. Dazu gehört unter anderem, sich im Wählerverzeichnis einzutragen.

Deutsche, die noch mit Wohnsitz in Deutschland gemeldet sind, müssen lediglich Briefwahlunterlagen beantragen. Beide Anträge können bereits jetzt bei den Gemeindebehörden gestellt werden.

Etwas komplizierter wird es für jene, die sich dauerhaft im Ausland aufhalten, also Expats oder ausgewandert sind. Diese müssen für die Teilnahme an der Bundestagswahl 2021 schriftlich ihre Eintragung in das Wählerverzeichnis ihrer letzten Heimatgemeinde in Deutschland beantragen. Ausführliche Informationen dazu sowie das Antragsformular hat der Bundeswahlleiter zur Verfügung gestellt.

Auswanderung darf nicht länger als 25 Jahre zurückliegen

Eine weitere Voraussetzung ist, dass sie entweder nach Vollendung des 14. Lebensjahres mindestens drei Monate ununterbrochen in Deutschland gelebt haben und dieser Aufenthalt nicht länger als 25 Jahre zurückliegt, oder dass sie aus anderen Gründen persönlich und unmittelbar Vertrautheit mit den politischen Verhältnissen in Deutschland erworben haben und von ihnen betroffen sind.

Der Antrag muss spätestens am 5. September 2021 bei der Gemeindebehörde eingehen. Aufgrund der pandemiebedingten längeren Postlaufzeiten wird bei Aufenthalt im außereuropäischen Ausland dringend empfohlen, dass der Antrag der Gemeinde im August zugeht. Wird dem Antrag stattgegeben, kann die Gemeinde die Briefwahlunterlagen dann zum frühestmöglichen Zeitpunkt (circa Mitte August) versenden.

Versand der Wahlunterlagen kann dauern

Die ausgefüllten Briefwahlunterlagen müssen spätestens am Wahltag, dem 26. September 2021, bis zum Ende der Wahlzeit um 18:00 Uhr bei der auf dem Wahlbriefumschlag voradressierten Stelle eingehen. Die Postlaufzeiten des Rückversands müssen daher vorausschauend geplant werden, da insgesamt für Hin- und Rückversand der Wahlunterlagen nur ein Zeitfenster von circa sechs Wochen zur Verfügung steht. Später eingehende Wahlbriefe können nicht berücksichtigt werden.

Über die Nutzung des amtlichen Kurierwegs können sich Auslandsdeutsche bei den auf der Internetseite des Bundeswahlleiters aufgeführten Auslandsvertretungen informieren.

Briefwahl bei vorübergehendem Aufenthalt

Deutsche, die sich vorübergehend im Ausland aufhalten, aber weiterhin in Deutschland gemeldet sind, werden von Amts wegen in das Wählerverzeichnis ihrer Gemeinde eingetragen und können per Briefwahl an der Bundestagswahl 2021 teilnehmen. Sie brauchen nicht die Wahlbenachrichtigung abwarten und können bereits jetzt bei ihrer Gemeindebehörde einen Wahlschein beantragen. Weitere Infos dazu sind hier zusammengestellt.

Auslandsdeutsche wählen

Quelle: Destatis

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass bei der letzten Bundestagswahl mehr als 100.000 Auslandsdeutsche aus dem Ausland heraus gewählt haben. Gegenüber der Bundestagswahl 2013 hat sich die Zahl der Anträge um 68,5 Prozent auf 112 989 erhöht. Dabei war
mehr als jeder vierte Antragsteller in der Schweiz (28 Prozent) wohnhaft, gefolgt von Österreich (10,1 Prozent). Fast 80 Prozent der Antragsteller wohnten in Europa. Wie viele der im Ausland lebenden Wahlberechtigten tatsächlich ihre Stimme abgegeben haben, lässt sich nicht feststellen.