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Was das Coronavirus für Konsumenten bedeutet

Die wegen des Coronavirus zuhause festsitzenden Chinesen geben sich auf dem Amazon-Äquivalent Alibaba ganz ihrem Kaufrausch hin. Zahlen des Unternehmens zufolge sind die Bestellungen seit dem Ausbruch des Virus in die Höhe geschossen. In ihrer Langeweile kaufen sich die Chinesen vor allem Spiele für Nintendos Switch-Konsole, Yoga-Matten, Bücher und Kondome.

Verkäufe von Smartphones und Autos brechen ein

„Im Normalfall stauen sich Wünsche und Ideen auf, weil die Menschen keine Zeit oder Ressourcen haben, alle gleichzeitig zu verwirklichen. Meistens befriedigen wir unsere Begierden nämlich eine nach der anderen. Wenn Menschen nun wenig zu tun haben oder eingeschränkt sind, tun sich plötzlich Handlungsoptionen auf. Durch die Kombination aus erzwungener Untätigkeit und der Möglichkeit, online Waren zu bestellen, können mehrere Wünsche auf einmal erfüllt werden“, erklärt Mirjam Hauser, Konsum- und Trendforscherin der Gesellschaft für innovative Marktforschung Suisse, auf Nachfrage von pressetext.com.

Laut Alibaba brechen die Verkäufe von Autos und Smartphones in China massiv ein, weil viele Geschäfte geschlossen sind. Dagegen sind Waren gefragt, die meistens per Lieferung bestellt werden. Unterhaltungs-, Gesundheits- und Kosmetikprodukte erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Ein besonderer Hit ist das Switch-Spiel „Ring Fit Adventure“, das neben Gaming-Spaß auch körperliche Betätigung bietet. Die Verkäufe des Videospiels haben sich im Februar vervierfacht.

Der Umsatz des Unternehmens Alibaba , das oft als die chinesische Version von Amazon bezeichnet wird, hat gegenüber dem Vorjahresquartal um 42 Prozent auf 16,7 Milliarden Dollar zugelegt. So beeindruckend die Entwicklung des Unternehmens ist, im direkten Vergleich mit dem US-amerikanischen Vorbild zeigt sich, dass Alibaba noch kein Amazon ist.

Fitness-Artikel gegen Coronavirus

Sportliche Betätigung innerhalb der eigenen vier Wände ist vielen chinesischen Konsumenten sehr wichtig. So haben sich die Verkäufe von Yoga-Matten und Rudermaschinen mehr als verdoppelt. Durch körperliche Fitness würden die Käufer versuchen, ihre Widerstandskraft gegen das Coronavirus zu erhöhen.

Infografik: So stark könnte Corona die Wirtschaft schwächen | Statista Alibaba

Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Nach bisherigen Erkenntnissen legt das Coronavirus die chinesische Wirtschaft überwiegend lahm – mit deutlichen Auswirkungen auf die Wirtschaftsleistung vieler Länder. Wie die Statista-Grafik auf Basis einer Prognose der Deutschen Bank zeigt, könnte das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im aktuellen Jahr um 0,3 Prozentpunkte schrumpfen. Gleiches gilt für China und den übrigen asiatischen Raum. Das globale BIP könnte um 0,2 Prozentpunkte schrumpfen, in derselben Größenordnung könnte es für Japan bergab gehen. Die USA könnte es als klassisches Importland weniger stark treffen.

Sollte sich das Coronavirus zu einer globalen Pandemie ausweiten, gehen Experten von Oxford Economics davon aus, dass die USA und Euroländer im ersten Halbjahr des Jahres in eine Rezession fallen würden. Im zweiten Halbjahr des Jahres würde allerdings eine schnelle wirtschaftliche Erholung der Länder folgen.

Infografik: Coronavirus könnte Nachschubprobleme verursachen | Statista

Covid-19 ist schlecht für die globalen Lieferketten. Die konkreten Auswirkungen auf die High-Tech-Industrie beleuchtet nun eine Analyse von TrendForce. Betroffen sind auch Smartphone-Hersteller, von denen eine ganze Reihe ihre Geräte in China fertigen lassen. Durch den aktuellen Coronavirusausbruch könnte die Produktion um zwölf Prozent zurückgehen. Auch bei anderen smarten Geräten drohen dem Handel Nachschubprobleme, wie die Statista-Grafik zeigt. Ein prominentes Beispiel für diese Entwicklung ist Apple. Das Unternehmen hat bereits seine Umsatzprognose für das erste Quartal zurückgenommen und gab außerdem bekannt, dass es derzeit Lieferengpässe beim iPhone gibt.