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Fähre
© Beboy, Adobestock

Mit der Fähre in den Urlaub: Was Familien zahlen und wo & wann sich die Überfahrt besonders lohnt

Sobald das neue Jahr begonnen hat, wird in vielen Familien der Sommerurlaub konkret, weil Ferienzeiten geprüft, Routen verglichen und Budgets festgelegt werden. Wer mit dem eigenen Auto reisen möchte, schaut zwangsläufig auf Fähren, denn viele Ziele in Skandinavien, auf den britischen Inseln oder in Südeuropa lassen sich damit nicht nur gut erreichen, sondern oft auch entspannter planen.

Für der detaillierten Preisanalyse von ferrygogo wurde ein typisches Familien-Setup zugrunde gelegt, bei dem zwei Erwachsene und zwei Kinder mit einem Auto reisen, während bei Nachtüberfahrten eine Standard-Innenkabine eingerechnet ist und Tagesüberfahrten ohne Kabine kalkuliert werden. Zusätzlich wurden die Kosten nicht nur als Gesamtbetrag betrachtet, sondern auch in Kennzahlen übersetzt, damit sich Strecken fairer vergleichen lassen, weil ein günstiger Ticketpreis auf kurzen Routen schnell täuschen kann.

Nachtüberfahrten wirken teuer, rechnen sich aber bei langen Strecken auf

Im Durchschnitt kostet eine Nachtüberfahrt für eine vierköpfige Familie inklusive Auto und Kabine in der Vor- und Nachsaison rund 1.060 Euro, während in der Hochsaison etwa 1.220 Euro anfallen. Wenn man diese Beträge auf die Strecke umlegt, ergibt sich für die Vor- und Nachsaison ein Wert von ungefähr 1,27 Euro pro Kilometer beziehungsweise etwa 0,32 Euro pro Kilometer und Person, wodurch sich viele Nachtverbindungen deutlich besser einordnen lassen. Gerade bei längeren Strecken kommt hinzu, dass man während der Überfahrt schläft, häufig eine Hotelnacht spart und am Zielort direkt mit dem eigenen Auto weiterfahren kann.

Island sticht beim Gesamtpreis heraus, ist aber pro Kilometer nicht überteuert

Die Verbindung von Hirtshals nach Seydisfjordur fällt in jeder Tabelle sofort auf, weil sie in der Hochsaison mit über 3.100 Euro den höchsten Gesamtbetrag erreicht. Dieser Eindruck relativiert sich jedoch, sobald man berücksichtigt, dass es sich um eine besonders lange Reise mit vier Nächten an Bord handelt, denn pro Kilometer liegt die Strecke bei ungefähr 0,85 Euro und damit sogar unter dem Durchschnitt vieler anderer Nachtrouten.

UK nach Spanien sieht teuer aus, bleibt pro Kilometer oft überraschend fair

Die langen Nachtstrecken von Portsmouth oder Plymouth nach Santander oder Bilbao wirken als Gesamtpaket zunächst wie ein großer Kostenblock, weil der Endbetrag deutlich höher ausfällt als bei kurzen Querungen. Sobald man jedoch den Kilometerpreis betrachtet, bewegen sich diese Routen häufig in einem Bereich von etwa 0,70 bis 1,25 Euro pro Kilometer, wodurch sie im Vergleich zu manchen kürzeren Nachtüberfahrten sogar günstiger wirken. Ein ähnliches Prinzip zeigt sich auf den irischen Routen Richtung Cherbourg und Roscoff, weil diese Verbindungen für viele Reisende eine komfortable Achse Richtung Kontinent bilden und durch Frühbuchrabatte besonders attraktiv werden können.

Festlandstrecken können günstiger sein als Inselhüpfen

Ein sehr deutlicher Kontrast zeigt sich bei den Spanien- und Mittelmeerstrecken, denn die Nachtfähre von Barcelona nach Rom gehört zu den günstigsten Verbindungen pro Kilometer im Datensatz, weil sie bei etwa 0,54 Euro pro Kilometer und rund 0,14 Euro pro Kilometer und Person liegt. Bei den Balearen liegt das Preisniveau dagegen deutlich höher, weil Barcelona–Ibiza im Schnitt rund 1,67 Euro pro Kilometer kostet und Barcelona–Palma de Mallorca bei etwa 1,90 Euro pro Kilometer liegt. Daraus ergibt sich ein nüchterner, aber überraschender Befund, denn pro Kilometer kann die lange Strecke bis nach Italien günstiger sein als der deutlich kürzere Sprung nach Ibiza oder Mallorca.

Kurze Nachtstrecken wirken als Ticket moderat, sind pro Kilometer aber oft teuer

Routen wie Portsmouth–Cherbourg, Portsmouth–Jersey oder Portsmouth–Guernsey sehen beim Endbetrag häufig noch gut machbar aus, doch beim Kilometerpreis landen sie eher im oberen Bereich. Der Grund dafür ist recht einfach, weil Ein- und Ausschiffen, Hafenmanöver und der Turnaround des Schiffs Kosten verursachen, die unabhängig von der Distanz anfallen und sich bei kurzen Strecken auf wenige Kilometer verteilen.

Nordsee-Nächte sind häufig die solide Mischung aus Komfort und Kilometerwert

Wer nach England reisen möchte, findet auf der Nordsee mehrere Verbindungen, die als Gesamtpaket überzeugend sind, weil längere Distanzen mit einem oft ordentlichen Preis pro Kilometer zusammenkommen. Dazu zählen insbesondere IJmuiden–Newcastle, Rotterdam–Hull sowie Hoek van Holland–Harwich, die als Nachtverbindungen nicht nur wegen der Kabine und der Bordangebote angenehm sind, sondern auch deshalb, weil man viele Stunden Strecke zurücklegt, während man schläft, und am nächsten Morgen deutlich entspannter weiterfahren kann.

Ein fairer Vergleich mit dem Fliegen klappt nur über die komplette Reisekette

Ein Flugticket mit einem Fährticket zu vergleichen ist selten aussagekräftig, weil beim Fliegen fast immer zusätzliche Kosten für Hotelnächte und Mietwagen hinzukommen, während bei der Fähre das Auto bereits dabei ist und die Nachtüberfahrt eine Übernachtung ersetzen kann. In einer Gesamtrechnung, die Flug plus zwei Hotelnächte plus Mietwagen einer Fähre mit eigenem Auto und Kabine gegenüberstellt, können deutliche Unterschiede entstehen, und auf der Relation London–Rotterdam ergibt sich mit der Fähre Hoek van Holland–Harwich in so einem Vergleich schnell eine Ersparnis von rund 700 Euro. Zusätzlich wird beim Fliegen auf der Hauptstrecke ein weiterer CO₂-Posten angesetzt, der in diesem Beispiel bei rund 380 Kilogramm liegt, während sich bei mehreren Routen zeigt, dass die Fähre den CO₂-Fußabdruck häufig um etwa 50 bis 75 Prozent senken kann.

Tagesüberfahrten sind beim Ticket günstiger, werden pro Kilometer aber meist teuer

Tagesverbindungen wirken oft preisfreundlich, weil der Gesamtbetrag im Schnitt bei rund 430 Euro in der Vor- und Nachsaison und bei etwa 510 Euro in der Hochsaison liegt, wenn Familie und Auto für die Rückfahrt zusammen gerechnet werden. Der Kilometerpreis liegt jedoch im Mittel bei etwa 1,92 Euro pro Kilometer beziehungsweise rund 0,48 Euro pro Kilometer und Person, wodurch Tagesrouten im Verhältnis zur Distanz deutlich teurer sind als viele Nachtüberfahrten.

Calais–Dover gehört beim Ticketpreis häufig zu den günstigsten Möglichkeiten, den Ärmelkanal zu queren, doch pro Kilometer liegt die Route bei rund 3,15 Euro und damit bei fast 0,80 Euro pro Kilometer und Person, weshalb sie sich vor allem lohnt, wenn man schnell und effizient ans Ziel kommen möchten. Die schottischen Verbindungen Cairnryan–Belfast und Cairnryan–Larne sind ebenfalls sehr praktisch, bewegen sich aber pro Kilometer mit grob 3,70 bis 3,90 Euro im teureren Bereich. Positiv fällt dagegen Hoek van Holland–Harwich als Tagesroute auf, weil sie in der Vor- und Nachsaison bei rund 0,95 Euro pro Kilometer und etwa 0,24 Euro pro Kilometer und Person liegt, wodurch sie für viele England-Roadtrips eine ausgesprochen runde Option bleibt, zumal auch ohne Auto eine gute Anbindung besteht. Ein ähnlich solides Bild zeigt Newhaven–Dieppe, weil die Verbindung viele Kilometer für einen vergleichsweise moderaten Preis bietet, während Denia–Ibiza zwar als Sonnentrip reizvoll ist, aber mit rund 1,58 Euro pro Kilometer ebenfalls einen typischen Inselaufschlag erkennen lässt.

Der Buchungszeitpunkt macht den Unterschied

Auf vielen Strecken ist Ende Juni spürbar günstiger als die erste Augustwoche, und in zahlreichen Fällen liegt die Differenz grob bei 15 bis 20 Prozent, obwohl es sich um dieselbe Überfahrt handelt. Zusätzlich wurden die Preisdaten in einer Phase erhoben, in der häufig Frühbuchaktionen und saisonale Deals laufen, weshalb in diesem Zeitraum Preisvorteile von 20 bis 25 Prozent realistisch sein können, insbesondere dann, wenn die Reisedaten nicht komplett starr festgelegt sind.