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Staub
© Dmitriy - AdobeStock

Gefahr in Österreich: Staub wirbelt Virus auf

Aktuell macht sich das Puumalavirus in der Steiermark breit: Von insgesamt 97 Personen österreichweit haben sich allein 86 Menschen in der Südoststeiermark damit infiziert. Das berichtet das Deutsche Gesundheitsportal. Verbreitet wird das Virus über den Kot und andere Ausscheidungen der Rötelmaus, die über den Staub eingeatmet werden.

Eine Infektion kann bis zum Nieren- und Lungenversagen führen. Die Infektiologen des LKH-Universitätsklinikum Graz raten daher, beim Putzen von Kellerräumen, Dachböden und Co. unbedingt Mundschutz und Handschuhe zu tragen.

Keller, Garagen und Dachböden nur mit Mundschutz putzen

Weil das Puumalavirus nicht einfach verschwindet, selbst wenn die Rötelmaus als Überträger schon weitergezogen ist, sollte man beim Putzen von Kellern, Dachböden, Wochenendhäusern, Schuppen oder Garagen Mundschutz und Handschuhe tragen. Außerdem sollte man Oberflächen und Böden mit chlorhaltigen Lösungen besprühen. Denn das Virus steckt in den Ausscheidungen der Maus. Wird eifrig gekehrt und Staub gewischt, wirbeln die Erreger durch die Luft und werden eingeatmet.

Allein in den letzten drei Wochen behandelte das LKH-Universitätsklinikum Graz 16 Puumalavirus-Patienten, drei davon intensivmedizinisch. 73 Prozent aller Erkrankten waren Männer, das Durchschnittsalter betrug 48 Jahre, wobei der jüngste Patient 24 Jahre und der älteste 86 Jahre alt gewesen ist.

Von hohem Fieber und starken Rückenschmerzen bis hin zum Nierenversagen

Eine Infektion mit dem Virus beginnt mit grippeähnlichen Symptomen wie hohem Fieber, Kopfschmerzen und Schüttelfrost. In der Folge führt sie zu starken Bauch-, Flanken- oder Rückenschmerzen sowie Sehstörungen oder kleinen Hautblutungen.

„In schweren Fällen kann eine Puumalavirusinfektion ein Lungenversagen und ein akutes Nierenversagen auslösen, die sogar eine vorübergehende Beatmung und eine Dialyse notwendig machen“, erklärt ein Experte vom LKH-Universitätsklinikum Graz. Üblicherweise würde die Erkrankung zwar ohne bleibende Schäden ausheilen. Dennoch sei jede Infektion für den Patienten aufgrund des hohen Fiebers, der Muskel- und Kopfschmerzen sehr belastend und könne mit einfachen Mitteln vermieden werden.

Grund für die erhöhte Zahl der Erkrankten unklar

Warum die meisten Infektionen in diesem Jahr gerade im Südosten Österreichs, d. h. in der Südoststeiermark, in Kärnten und im Südburgenland aufgetreten sind, ist nicht erklärbar. Grundsätzlich ist die Rötelmaus in ganz Österreich beheimatet. Das Puumalavirus tragen allerdings nur einzelne Populationen in sich. In jedem Fall gibt es dieses Jahr schon mehr Infektionen, als in den Jahren 2004, 2007, 2014 und 2017 zusammen. Nur im Jahr 2012 waren mit 264 Fällen mehr Infektionen nachweisbar.