Kroatien erleichtert Investitionen in kleine Solaranlagen

Investitionen in kleine Photovoltaikanlagen könnten in Kroatien vor einem Schub stehen. Ein Gesetzentwurf der Regierung von Anfang Mai 2012 sieht vor, dass die Genehmigungsverfahren für solche Anlagen mit einer Leistung von bis zu 10 kW stark gestrafft werden. Das berichtet germany, trade & invest (gtai). In Vorbereitung sind zudem neue Einspeisevergütungen, wobei geplante Kürzungen vor allem zulasten von großen, nicht integrierten Solaranlagen gehen dürften.

Das Gesetz sieht die Reduzierung der erforderlichen Genehmigungen auf nur noch zwei vor und befristet den Genehmigungsprozess auf maximal 60 Tage. Derzeit sind Fristen von über 14 Monaten für die insgesamt elf Genehmigungen keine Seltenheit.

Solaranlagen für Strommarkt benötigen weiter Lizenz

Private Haushalte, die Überschüsse aus ihrer Solarstromerzeugung ins Netz einspeisen wollen, benötigen künftig nur noch die Zustimmung vom Betreiber des Verteilungsnetzes (HEP-ODS) sowie einen Vertrag mit der Betreibergesellschaft für den Strommarkt (HROTE). Für Solaranlagen, deren gesamte Erzeugung dem Strommarkt zugeführt wird, muss nach wie vor auch noch eine Baugenehmigung eingeholt werden, was Branchenkenner als großen Nachteil ansehen. Sie verweisen zudem auf ungünstige steuerliche Aspekte. Alle begünstigten Produzenten, die Strom an HROTE verkaufen können, benötigen eine Mehrwertsteuerregistrierung. Das zwingt private Haushalte zur Gründung einer GmbH oder eines handwerklichen Betriebs.

Einspeisetarife dürfen gesenkt werden

In Kroatien beträgt die derzeit in Photovoltaikanlagen installierte Leistung 542 kW. Darüber hinaus sind weitere 5.268 kW soweit vorbereitet, dass sie unmittelbar ans Netz gehen könnten. Sie stoßen allerdings an die Fördergrenze von maximal 1 MW, die die Einspeiseverordnung von 2007 abgesteckt hat. Dafür sind Änderungen in Vorbereitung. So soll unter anderem die Quote für integrierte Anlagen auf insgesamt 10 MW ausgeweitet werden; für bodenstehende Kraftwerke sind dem Entwurf des Wirtschaftsministeriums zufolge 5 MW vorgesehen. Gleichzeitig dürften die Einspeisetarife gesenkt werden, vor allem für nicht integrierte Anlagen. Es soll auch Pläne geben, die Laufzeit der festen Abnahmeverträge mit HROTE von derzeit 12 auf 14 Jahre zu erhöhen.

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