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Indien: Steigendes Zahlungsausfall-Risiko für Unternehmen

Die Bedeutung des Lieferantenkredits nimmt auch in Indien weiter zu. Doch damit wächst auch das Risiko für Lieferanten und Dienstleister. Rund die Hälfte der Unternehmen klagt über verspätete Zahlungen. Dies sind Ergebnisse einer Studie des Kreditversicherers Coface.

Dieser hat in Indien zum vierten Mal 5.000 Unternehmen zu deren Kreditmanagement, Zahlungsverhalten und Zahlungserfahrungen befragt. Fast die Hälfte (45 Prozent) der Unternehmen beliefern Kunden auf Zahlungsziel. Gegenüber 2010 ist das eine Steigerung um sieben Prozentpunkte. Die Bedeutung der Voraus- und Barzahlung ist dagegen gesunken.

Kein klares Bild über Zahlungsverhalten

Nur noch ein Fünftel (21 Prozent) verlangen das Geld vorab oder Cash bei Lieferung. Im Jahr zuvor waren es noch 30 Prozent. 48 Prozent der Unternehmen erleben, dass vereinbarte Zahlungsziele bei Inlandsgeschäften überzogen werden. Der Wert ist zur Vorjahresstudie (49 Prozent) stabil, wobei die Erfahrungen unterschiedlich sind. Während 32 Prozent sagten, das Zahlungsverhalten ihrer Kunden sei schlechter geworden, gaben 24 Prozent an, es habe sich verbessert.

Die meisten Verzögerungen (87 Prozent) verursachten kleine Unternehmen in privater Hand. Öffentlich-rechtliche, staatliche und ausländische Unternehmen sind dagegen deutlich weniger in Verzug. Die Hauptgründe für die Überziehung der Zahlungsziele oder Zahlungsausfälle sehen die von Coface befragten Unternehmen in tatsächlichen finanziellen Schwierigkeiten der Kunden: Finanzierungsprobleme, steigende Rohstoffpreise, harter Wettbewerb mit Druck auf Margen, Probleme im Cash Flow.

In einer weiteren neuen makroökonomischen Studie sieht Coface Indien vor großen Herausforderungen. Der Motor läuft zwar noch, sei aber ins Stottern geraten. Das Land und seine Unternehmen litten unter systemischen und strukturellen Engpässen, die Wachstum und Entwicklung erschwerten. Die politische Lähmung blockiere nötige Reformen. Opfer des Reformstaus seien letztlich die Unternehmen.

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