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Export nach Russland: Vorsicht vor Betrügern

Allen Vorurteilen zum Trotz: die Informationslage über potenzielle Geschäftspartner in Russland ist wesentlich besser und transparenter als ihr Ruf. Der russische Gesetzgeber hat aus ureigenem Interesse das Spektrum an Veröffentlichungspflichten von russischen Unternehmen massiv erweitert. Wer sein Risiko im Russlandgeschäft minimieren will, braucht verlässliche Infos über Geschäftspartner. Darauf weist germany trade & invest (gtai) hin.

Demnach sind die Veröffentlichungspflichten in Russland viel umfangreicher als in Deutschland. Deswegen sind auch mehr Firmeninterna abrufbar – über relativ leicht zugängliche Quellen. Aber bei der Bewertung sollten deutsche Exporteure auf erfahrene Experten zurückgreifen.

Der Grund: Russische Finanzbeamte verwehren bei Steuerprüfungen die Anerkennung von Ausgaben, wenn die Existenz der Geschäftspartner nicht ordentlich kontrolliert wurde. Und das ist kein großer Aufwand, weiß die Gesellschaft für Außenwirtschaft und Standortmarketing. Legal abrufbar sind weitaus mehr Informationen als etwa in Deutschland. Hilfe in deutscher Sprache gibt es unter anderem bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer und bei Creditreform.

Naivität bei deutschen Exporteuren

Qualifizierte Auskünfte kosten im Vergleich zu den Geschäftsvolumina wenig Geld. Dennoch fallen deutsche Exporteure immer wieder auf Betrüger herein, weil sie deren Firmen nicht hinreichend oder überhaupt nicht geprüft haben. Dabei müssten in den meisten Fällen schon beim ersten Mini-Check die Alarmglocken läuten. So gäbe es Firmen, die Aufträge im sechsstelligen Eurobereich auf Basis von E-Mails und ohne Identitätsprüfung der Partner abwickeln.

Andere fielen auf gefälschte Stempel und absurde Internetadressen herein. Die Manager im deutschen Betrieb freuten sich zunächst über die prompte Anzahlung. Doch das böse Erwachen komme, wenn der Restbetrag nach Lieferung ausbleibt. Erst dann stelle sich heraus, dass der Vertrag gefälscht war oder dass der Verhandlungsführer nicht berechtigt war zur Unterschrift.

Deshalb sollten sich deutsche Unternehmen vor großen Geschäften über neue Partner genau informieren, raten Experten. So sollte man sich in jedem Fall die komplette Firmenbezeichnung geben lassen – und zwar auch auf Russisch. Dazu die Steuernummer (INN), die staatliche Registriernummer (OGRN) sowie einen Auszug aus dem Handelsregister.

Ob eine Firma tatsächlich existiert, ist über die Steuerbehörden (http://www.nalog.ru) zu ermitteln. Über diese Internetseite lassen sich Adresse, Unternehmensgründer und Generaldirektor herauslesen.

Qualifizierte Bonitätsprüfer engagieren

Die AHK fragt zusätzliche Datenbanken ab, wie etwa den Spark-Interfaxdienst (http://www.spark-interfax.ru). Darin lassen sich Infos aus dem Handelsregister nachlesen, anhängige Gerichtsprozesse und Entscheidungen, das Stammkapital, die Jahresabschlüsse, sowie Infos über die wirtschaftliche Tätigkeit des Unternehmens und die Verflechtungen der Anteilseigner – egal ob Personen oder Gesellschaften. Anhand dieser Informationen fällt die Risikobewertung leicht.

Bei Creditreform geht man sogar noch einen Schritt weiter: Nach der Identifizierung und dem Datenbank-Check beginnt dort erst die eigentliche Recherche. Die Mitarbeiter rufen bei der Partnerfirma an, verlangen die Quartalsabschlüsse und wollen Buchhalter sprechen.

In Russland gibt es laut germany trade & invest zahlreiche Auskunfteien, die zumeist aus kleineren Detekteien hervorgegangen sind. Viele dieser Mitarbeiter stammen aus dem Geheimdienst, waren Zöllner oder Polizisten. Teilweise bieten diese Firmen Informationen wie etwa Export- oder Importstatistiken bestimmter Unternehmen an. Doch das steht in Russland unter Strafe.

Es gibt aber auch renommierte und seriöse russische Auskunfteien sowie die Russland-Dependancen internationaler Bonitätsprüfer, wie etwa Creditreform oder Dun & Bradstreet/Interfax. Diese Auskunfteien bedienen sich ausschließlich rechtlich zulässiger Informationsquellen. Dazu gehören das Handelsregister, das Finanzamt und das Statistikamt der Russischen Föderation.

Mehr Infos unter www.gtai.de

Kontakt: osteuropa@gtai.de

Foto: © Stephen Finn – Fotolia.com

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