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© Savvapanf Photo, AdobeStock

Deutsche Unternehmen in Russland blicken optimistisch in die Zukunft

Eine überwältigende Mehrheit der deutschen Unternehmen in Russland ist mit ihrer aktuellen Geschäftslage zufrieden. 95 Prozent der Umfrageteilnehmer bewerten ihr Russlandgeschäft als sehr gut, gut oder befriedigend. Mehr als die Hälfte will mehr Mitarbeiter einstellen, lediglich drei Prozent planen Entlassungen. Das zeigt die diesjährige Geschäftsklimaumfrage der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK).

Deutsche Unternehmen in Russland wollen mehr investieren

Knapp die Hälfte der befragten deutschen Unternehmen in Russland kündigte an, in den nächsten zwölf Monaten ihre Investitionen in Russland auszubauen. „Nach schwierigen Jahren, die von Corona, Sanktionen und politischen Konflikten geprägt waren, sind die deutschen Unternehmen in Russland auf Wachstumskurs und holen offenkundig verschobene Investitionen in Milliardenhöhe nach“, sagt AHK-Vorstandschef Matthias Schepp. Laut der Bundesbank betrugen die deutschen Nettodirektinvestitionen in Russland im ersten Quartal 2021 rund 1,1 Milliarden Euro.

Quelle: AHK Russland | Geschäftsklima-Umfrage | Juni 2021

Post-Corona-Boom nach langer Krise

68 Prozent der befragten Firmen glaubt an eine positive beziehungsweise leicht positive Entwicklung der russischen Wirtschaft im zweiten Halbjahr. Rund die Hälfte gibt an, dass sich das allgemeine Geschäftsklima seit Jahresanfang gebessert hat. Interessant ist dies vor dem Hintergrund der globalen Perspektive auf die Weltwirtschaft. Denn wie eine Sonderauswertung der Industrie- und Handelskammer ergeben hat, ist die Investitionsbereitschaft deutscher Unternehmen in anderen Ländern tendenziell zurückgegangen.  

Auch in den vergangenen Jahren waren die deutschen Unternehmen in Russland stärker gewachsen als der Markt. Jetzt rechnen die Firmen erstmals seit Einbruch der Coronakrise mit einem stärkeren Wachstum der russischen Wirtschaft. Das größte Wachstum erwarten die deutschen Unternehmen in Russland in den Branchen IT und Telekom, Land- und Ernährungswirtschaft sowie Gesundheitswirtschaft.

Quelle: AHK Russland | Geschäftsklima-Umfrage | Juni 2021

Sanktionen zweitgrößter Störfaktor für Unternehmen in Russland

Zu den größten Störfaktoren im Russlandgeschäft zählen laut Umfrage die Sanktionen gegen Russland, die von der deutschen Wirtschaft scharf abgelehnt werden. 33 Prozent fordern ein sofortiges Ende der Russlandsanktionen, 60 Prozent einen schrittweisen Abbau.

Quelle: AHK Russland | Geschäftsklima-Umfrage | Juni 2021

Auch bei der vor allem in den USA und Osteuropa umstrittenen Ostseepipeline Nord Stream 2 ist das Stimmungsbild eindeutig. 94 Prozent der deutschen Unternehmen halten die Gasverbindung für wichtig oder sogar unverzichtbar für die europäische Energieversorgung. 97 Prozent sind der Meinung, dass die Bundesregierung die Fertigstellung und Inbetriebnahme politisch durchsetzen muss.

Krisenfester Mittelstand

Die positiven Umfrageergebnisse ergeben sich nicht zuletzt durch die erfolgreichen Tätigkeiten und hohen Investitionen mittelständischer Unternehmen, sagt Jens Palmen, CEO des deutschen Dekorpapierherstellers Schattdecor in Russland. „Familiengeführte und mittelständische Unternehmen, die seit vielen Jahrzehnten in Russland tätig sind, leiden weniger als Großkonzerne aufgrund von Sanktionen und hängen nicht von der Börse ab. Das ist ein wichtiger Erfolgsfaktor.“

Zur Studie

An der diesjährigen Geschäftsklima-Umfrage der AHK haben insgesamt 175 Unternehmen teilgenommen.

Darunter fielen auch DAX-Konzerne wie Siemens, Volkswagen, Bayer und SAP, Mittelständler und Familienunternehmen wie Knauf und Phoenix Contact, sowie die große Mehrheit der AAA- und AA-Mitglieder, die einen Löwenanteil der hohen deutschen Investitionen in Russland ausmachen.

Die Umfrage fand von Mitte Mai bis Mitte Juni diesen Jahres statt. 

Die Studie steht hier zum Download zur Verfügung.