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two businessmen shaking hands after good business investment agreement in mexico, in front of flag

Deutsche Unternehmen in Mexiko erfolgreich

Die meisten in Mexiko niedergelassenen deutschen Unternehmen blicken auf eine positive Geschäftsbilanz zurück. Das geht aus der jüngsten Umfrage der Deutsch-Mexikanischen Industrie- und Handelskammer von Anfang Dezember 2011 hervor.

Wie germany trade & invest (gtai) berichtet, hatten etwa zwei Drittel der befragten Firmen 2011 höhere Umsätze als im Vorjahr und 70 Prozent haben konkrete Investitionspläne für 2012. Allerdings: Die Sicherheitslage in Mexiko hat Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit.

Unternehmen wollen neue Arbeitsplätze schaffen

Die positive Geschäftsentwicklung der überwiegenden Mehrzahl deutscher Firmen spiegelt sich auch in den Plänen der Unternehmen zur Schaffung neuer Arbeitsplätze wider. Ende 2011 gaben 48 Prozent der befragten Firmen an, ihren Personalbestand 2012 aufstocken zu wollen. Die Hälfte wird ihn voraussichtlich nicht verändern, aber lediglich zwei Prozent erwarten einen Abbau von Arbeitsplätzen in ihren Unternehmen, schreibt gtai in einem Bericht.

Dies treibt offenbar auch die Investitionen der deutschen Unternehmen in Mexiko an. Rund 70 Prozent wollen in diesem Jahr verstärkt in das Mexiko-Geschäft investieren.

Anlass zur Sorge liefert jedoch weiterhin die Sicherheitslage im Land. Mit 69 Prozent gaben mehr als zwei Drittel der Unternehmen an, dass die Risiken Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit haben. Davon sahen 20 Prozent die Sicherheitslage als so gravierend an, dass etwa Investitionen verzögert wurden. Keine oder nur geringe Effekte vermeldeten lediglich 31 Prozent.

Im Vorjahr hatten sogar 84 Prozent von Auswirkungen der kritischen Sicherheitslage berichtet. Da sich diese im Land allenfalls punktuell verbessert hat, könnte dieses Ergebnis darauf zurückzuführen sein, dass Unternehmen inzwischen besser mit der Situation umgehen können beziehungsweise besser vorbereitet sind, so gtai.

Deutschland nach den USA bei Investitionen an zweiter Stelle

Deutschland ist nach den USA schätzungsweise das zweitwichtigste Herkunftsland ausländischer Investitionen. Dieses starke Engagement wird oft verkannt, da sich die Präsenz ausländischer Unternehmen nach Herkunftsländern in Mexiko nur schwer an der Kapitalbilanz festmachen lasse.

Nach Daten der mexikanischen Zentralbank liegt Deutschland nach den akkumulierten Investitionszuflüssen der letzten 20 Jahre unter den Investorenländern nur an achter Stelle. Die USA sind aufgrund der Fülle von Lohnveredelungsbetrieben und den großen Kfz-Herstellern sowie einer starken Position im Einzelhandel (Walmart) und bei Konsumgütern mit Abstand der stärkste Investor in Mexiko. Die Bundesrepublik dürfte mit einer starken Präsenz in der Kfz- und -Teile-Produktion sowie im Chemiesektor an zweiter Position stehen. Spanien ist stark im Bankensektor und im Tourismus, Kanada ist im Bergbausektor sehr aktiv.

Rund 800 deutsche Firmen in Mexiko aktiv

Der Geschäftsführer der Deutsch-Mexikanischen Industrie- und Handelskammer (Camexa) in Mexiko-Stadt, Johannes Hauser, schätzt laut gtai die Anzahl der deutschen Unternehmen in Mexiko auf etwa 700 bis 800. Im mexikanischen Wirtschaftsministerium sind 1.200 Unternehmen mit deutschem Kapital registriert. Davon sind eine Vielzahl aber Tochterunternehmen eines einzigen Unternehmens, teilweise haben deutsche Firmen aufgrund arbeitsrechtlicher Regelungen auch nur die Personalführung ausgelagert.

Clusterartige Konzentrationen von deutschen Unternehmen bestehen unter anderem in Puebla und Queretaro in der Kfz- und -Teile-Produktion sowie in Toluca im Chemiesektor. Wichtige Industriezentren mit starker deutscher Präsenz sind auch die Städte San Luis Potosí, Aguascalientes und Guadalajara sowie der Bundesstaat Guanajuato mit León, Irapuato, Celaya und jüngst auch verstärkt Silao, wo Volkswagen ein neues Motorenwerk errichtet.

Deutsche Unternehmen beschäftigen in Mexiko etwa 120.000 Mitarbeiter und sind mit einem Anteil an der Bruttowertschöpfung von etwa sieben Prozent ein wichtiges Standbein der mexikanischen Wirtschaft.

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