Zum Hauptinhalt springen
Ad
Frau am Schnorcheln
© Volodymyr Shevchuk, Adobestock

Diese Schnorchelparadiese in Europas lohnen sich besonders

Schnorcheln gehört längst zu den großen Urlaubsleidenschaften. Immer mehr Menschen wollen das Meer nicht nur vom Strand aus betrachten, sondern in die stillen Welten unter der Oberfläche eintauchen. Was früher eher als Nebenbeschäftigung beim Baden galt, ist heute ein eigener Reisetrend. Die Gründe liegen auf der Hand: keine aufwendige Ausrüstung, keine Tauchlizenz, aber unmittelbare Nähe zu bunten Fischschwärmen, geheimnisvollen Felsen und Höhlen.

Eine aktuelle Auswertung von BeyondSurfing hat rund 1.790 europäische Schnorchelspots miteinander verglichen. Grundlage waren die monatlichen Google-Suchanfragen, ein direkter Indikator dafür, welche Ziele Reisende wirklich im Blick haben. Und das Ergebnis zeigt deutlich: Die Mittelmeerinseln führen das Ranking der Schnorchelparadiese in Europa an. Kreta behauptet die Spitze, Mallorca schiebt sich erstmals auf Rang zwei, Sardinien komplettiert das Podium. Die Erklärung ist simpel: Nähe schlägt Exotik. Wer nur wenige Flugstunden entfernt klares Wasser, verlässliches Wetter und eine gute Infrastruktur findet, wählt für den Urlaub lieber Kreta, Mallorca oder Sardinien, statt eine Fernreise zu planen.

Kreta, Griechenland

Die größte griechische Insel ist ein Mosaik aus zerklüfteten Küsten, stillen Buchten und weiten Stränden. Wer ins Wasser geht, blickt durch kristallklares Meer bis zu 30 Meter weit. Zwischen Seegraswiesen und kleinen Korallenriffen tummeln sich Oktopusse, Rotfeuerfische und Brassen, manchmal sogar Schildkröten. Im Süden locken abgelegene Buchten mit größerer Artenvielfalt, während sich Einsteiger in geschützten Orten wie Agia Pelagia an die ersten Tauchzüge wagen. Und weil Kreta neben dem Meer auch Kultur und Küche auf höchstem Niveau bietet – von minoischen Palästen bis zu frischem Olivenöl und Fischgerichten – führt die Insel mit Abstand die Liste an.

Mallorca, Spanien

Mallorca hat sich längst vom Partyklischee gelöst und zeigt sich als Insel voller Kontraste. Die Tramuntana-Berge im Westen, die Mandelhaine im Landesinneren und die zerklüfteten Küstenabschnitte im Südosten schaffen eine Vielfalt, die auch unter Wasser spürbar ist. Bis zu 30 Meter Sichtweite eröffnen den Blick auf Seegraswiesen, Anemonenfelder und kleine Felsenriffe. Neben Meerbrassen und Oktopussen zeigen sich gelegentlich sogar Seepferdchen und Schildkröten. Abseits der bekannten Strände warten abgelegene Buchten wie Cala Llombards oder Cala des Moro, während der Nationalpark Cabrera geschützte Bedingungen verspricht. Mit ihrer Mischung aus leichter Erreichbarkeit, mediterraner Küche und unzähligen Buchten erobert die Baleareninsel 2025 Rang zwei.

Sardinien, Italien

Kaum eine Insel wird so sehr mit türkisfarbenem Wasser verbunden wie Sardinien. Die Küste misst fast 1.850 Kilometer, und wer mit Maske und Schnorchel abtaucht, findet überall ideale Bedingungen. Besonders beliebt sind die felsigen Reviere um Villasimius oder die ruhigen Schutzgebiete im La-Maddalena-Archipel, wo Korallen, Muränen und Oktopusse zu Hause sind. Die Landschaft ist so vielfältig wie die Küche: Während im Landesinneren Porceddu, das sardische Spanferkel, serviert wird, bestimmt am Meer der Fisch die Speisekarte. Sardinien bleibt ein Klassiker – nicht zuletzt, weil es selbst in der Hauptsaison noch stille Buchten gibt, in denen das Mittelmeer beinahe unberührt wirkt.

Teneriffa, Spanien

Die größte Kanareninsel zeigt ihre vulkanische Herkunft schon auf den ersten Blick: schwarze Strände, steile Klippen, darüber der mächtige Teide. Unter Wasser geht es kaum weniger spektakulär zu. Im Süden liegen Felsformationen, Höhlen und sogar Wracks, die Lebensraum für Barrakudas, Oktopusse und Rochen bieten. Immer wieder gleiten Schildkröten durch die Buchten, manchmal zeigen sich auch Delfine. Das Klima ist konstant mild, die Wassertemperaturen laden das ganze Jahr über ein – ein Vorteil, den kaum ein anderes europäisches Ziel bieten kann.

Fuerteventura, Spanien

Auf Fuerteventura ist das Meer ein stiller, aber mächtiger Begleiter. Die Insel ist trocken, windig und weit, doch ihre Strände gehören zu den längsten Europas. Wer hier ins Wasser geht, sieht dank über zehn Metern Sichtweite schon nach wenigen Zügen bunte Schwärme von Papageienfischen. In den ruhigen Buchten finden Anfänger ideale Bedingungen, während geübte Schnorchler immer wieder auf Rochen oder sogar Engelhaie treffen. Dazu eine Küche, in der frischer Fisch und Ziegenkäse dominieren – und die Mischung erklärt, warum Fuerteventura ungebrochen populär bleibt.

Madeira, Portugal

Madeira ragt wie eine Festung aus dem Atlantik. Steilküsten und Vulkangestein prägen das Bild, doch unter Wasser eröffnet sich eine andere Welt: Sichtweiten bis zu 30 Meter, Korallen in allen Farben und große Fischschwärme. Besonders das Naturreservat Garajau gilt als Hotspot, wo Zackenbarsche fast schon vertraut wirken. Wer Glück hat, begegnet sogar Mönchsrobben – eine Seltenheit im Atlantik. Madeira ist zugleich anspruchsvoll und einsteigerfreundlich: stille Einstiegsplätze für Neulinge, anspruchsvollere Reviere für Erfahrene.

Korsika, Frankreich

Die französische Mittelmeerinsel vereint Berge und Meer auf engstem Raum. Schon von den Küstendörfern reichen die Gipfel hoch hinauf, während das Meer türkisblau leuchtet. Bis zu 30 Meter Sicht lassen die Unterwasserwiesen, roten und schwarzen Korallen und auffälligen Skorpionfische klar erkennen. Besonders im Südosten bieten flach abfallende Strände ideale Voraussetzungen. Wer nach dem Schnorcheln einkehren möchte, findet eine Küche voller Charakter: Schafskäse, luftgetrockneter Schinken und Kastaniengerichte sind typisch für Korsika.

Malta

Mit mehr als 300 Sonnentagen pro Jahr ist Malta ein Paradies für Sonnenanbeterinnen und -anbeter und Schnorchlerinnen und Schnorchlern zugleich. Das Meer ist so transparent, dass man bis zu 35 Meter tief schauen kann und Höhlen, Tunnel und Felsbögen bringen imposante Panoramen in die Unterwasserwelt. Dazu kommt eine Geschichte, die überall sichtbar ist: Valletta, die Hauptstadt, gehört zum UNESCO-Welterbe. Und auf den Tellern vereint sich mediterrane mit orientalischer Küche.

Korfu, Griechenland

Die „grüne Insel“ der Ionischen See beeindruckt mit Olivenhainen, Zypressen und einer Küstenlinie, die abwechslungsreicher kaum sein könnte. Familien finden in den ruhigen Buchten perfekte Einstiegsbedingungen, während Bootsausflüge zu abgelegenen Spots führen. Unter Wasser glänzt Korfu mit bis zu 30 Metern Sichtweite, Seegraswiesen, kleinen Korallen und bunten Schwämmen. Auch kulinarisch bleibt die Insel eigenständig: Tiropita, ein Blätterteiggebäck, oder Noubulo, eine lokale Salami, gehören hier unbedingt dazu.

Sizilien

Sizilien ist ein Kontinent im Kleinen: Strände, Vulkane, Weinberge und antike Stätten liegen dicht beieinander. Im Meer trifft man auf Seegras, Schwämme, Barrakudas – und manchmal auf Meeresschildkröten. Einzigartig sind die Unterwasser-Ruinen, die an der Küste versunken sind und beim Schnorcheln sichtbar werden. Wer den Tag an Land ausklingen lässt, kann zwischen Streetfood, Granita und dem Blick auf den Ätna wählen.

Azoren

Mitten im Atlantik liegen die Azoren, grün, zerklüftet und von Vulkanen geprägt. Unter der Wasseroberfläche sind die Sichtweiten enorm, bis zu 30 Meter. Hier gleiten Rochen, Delfine und Schildkröten durch die Buchten, vereinzelt sogar Mantas. Besonders die Inseln Pico oder Santa Maria bieten spektakuläre Bedingungen, oft begleitet von geführten Touren. Das Besondere: Auch an Land bleibt das Naturerlebnis großartig – heiße Quellen, Kraterseen und ein Klima, das ganz anders ist als am Mittelmeer.