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Arbeiten im englischsprachigen Ausland: So funktioniert die Bewerbung

Dass die Weltwirtschaft immer enger zusammenwächst, ist längst keine Neuigkeit mehr. Dies bleibt auch auf dem Arbeitsmarkt nicht ohne Auswirkungen. Im Ausland zu arbeiten, ist inzwischen viel selbstverständlicher als noch vor einigen Jahrzehnten. In Deutschland können sich einer aktuellen Studie zufolge 44 Prozent vorstellen, im Ausland einen Job anzunehmen.

Auch heute gilt aber noch: Eine gute Bewerbung ist in der Regel der erste Schritt hin zu der gewünschten Stelle. Einfach nur die deutsche Variante zu übersetzen, ist oftmals allerdings keine gute Idee. Denn es gibt unterschiedliche, interkulturell bedingte Traditionen, wie die Bewerbungen aufgebaut und gestaltet sein sollten. Wer also im englischsprachigen Ausland eine interessante Stellenbeschreibung gefunden hat, sollte nicht zögern, sich zu bewerben – dabei aber einige Punkte beachten. Weil fast zwei Milliarden Menschen Englisch sprechen und auch in Ländern, deren Nationalsprache nicht Englisch ist, viele international agierende Unternehmen hauptsächlich diese Sprache auf der Tagesordnung haben, sind entsprechend viele internationale Jobangebote auf Englisch ausgeschrieben. Doch welche Erwartungen haben diese Unternehmen an ein Bewerbungsanschreiben?

Bewerbungen in englischsprachigen Ländern: Das müssen sie enthalten:

Vom Grundsatz her unterscheidet sich der Aufbau von Bewerbungen im englischsprachigen Ausland nicht so sehr von der Praxis hierzulande. Enthalten sein sollten:

  1. Das Anschreiben: Im englischsprachigen Raum als „Covering Letter“ bekannt. Der Umfang sollte zwei Seiten nicht überschreiten.
  2. Der Lebenslauf: Anders als oftmals in Deutschland wird dieser antichronologisch gestaltet. Die letzte Tätigkeit steht also an erster Position.
  3. Referenzen: Arbeitszeugnisse und Praktikumsbescheinigungen werden in der Regel nicht beigelegt. Dafür ist es weit verbreitet, Personen als Referenzen zu benennen, bei denen sich der potentielle neue Arbeitgeber erkundigen kann. Dies kann beispielsweise ein ehemaliger Chef, aber auch der Uni-Professor sein. Oftmals verfassen diese auf Bitten auch ein Empfehlungsschreiben.

Die Bildfrage: Bewerbungsfoto ja oder nein?

Ein Bewerbungsfoto wird in englischsprachigen Ländern nicht als zwingend erachtet. Grundsätzlich ist es daher vollkommen in Ordnung, kein Bild mitzuschicken. Es ist allerdings auch kein großer Fauxpas es dennoch zu tun. Letztlich muss daher jeder selber entscheiden, mit welcher Variante er sich besser fühlt. Wer ein Bewerbungsfoto mitschicken möchte, sollte dieselben Maßstäbe wie in Deutschland anlegen. Der Kleidungsstil wird im Idealfall auf den Empfänger der Bewerbung abgestimmt. Falls nicht bereits vorhanden, sollten sich Männer einer schlichten Krawatte oder Fliege zulegen und diese mit einem weißen Hemd kombinieren. Frauen können hingegen mit einer weißen Bluse und einem dunklen Schal wenig falsch machen. Bilder frontal von vorne sollten zudem vermieden werden.

Das richtige Anschreiben

Der wichtigste formale Unterschied im Vergleich zur deutschen Bewerbung liegt in der Positionierung des Betreffs. Dieser befindet sich bei englischsprachigen Bewerbungen unterhalb der Anrede. Üblich ist es zudem – genau wie in Deutschland – einen konkreten Ansprechpartner in der Anrede zu benennen. Besonders formal muss diese allerdings nicht ausfallen. In der Regel reicht ein einfaches „Dear…“. Zu lange Texte werden zudem oftmals nicht komplett oder gar nicht gelesen. Besser ist es, sich kurz zu fassen und die wichtigsten Punkte früh und prägnant zu erwähnen.

Der richtige Lebenslauf

Wie bereits erwähnt, muss dieser so gestaltet sein, dass die neuesten Tätigkeiten ganz oben stehen. Wichtig zudem: In einigen englischsprachigen Ländern existiert ein anderes Notensystem. Um Verwirrungen zu vermeiden, sollten diese übertragen und mit einer kurzen Erklärung versehen werden. Teilweise ist es auch nicht möglich, eine Note eins zu eins in das andere System zu übersetzen. In diesem Fall sollte eine sinnhafte Erläuterung erfolgen. Extrem unüblich ist es zudem, im Lebenslauf Angaben zur eigenen Religion oder den Eltern zu machen. Es empfiehlt sich daher, bei Bewerbungen im englischsprachigen Ausland darauf zu verzichten.

Arbeitszeugnisse und Referenzen

Sämtliche Abschluss- und Arbeitszeugnisse sollten kopiert, übersetzt und beglaubigt werden. Sie werden allerdings nicht der Bewerbung beigelegt, sondern in der Regel zum Vorstellungsgespräch mitgebracht. Eine größere Bedeutung haben hingegen Referenzgeber und Empfehlungsschreiben.

Fazit: Bewerben im englischsprachigen Ausland ist nicht schwer

Wer in Deutschland kein Problem hat, eine aussagekräftige Bewerbung zu gestalten, braucht also auch vor der Jobsuche im englischsprachigen Ausland keine Angst zu haben. Einzig die Beschaffung der Empfehlungsschreiben ist für deutsche Bewerber etwas ungewöhnlich.

Über die Autorin:

Kerstin Weber ist freie Redakteurin mit Expertise für Wirtschafts- und Finanzthemen. Ein Schwerpunkt Ihrer Beiträge liegt dabei im Bereich Business und Karriere im internationalen Kontext.