Anzeige
© BDL | Uta Maria Pfeiffer

„Langfristig wollen wir CO2-neutral fliegen“

Viele Reisende nutzen das Flugzeug als schnelles Verkehrsmittel. Ob zum Shoppingtrip nach London oder zum Sonnenurlaub nach Griechenland, immer mehr leisten sich die komfortable Reisemöglichkeit. Dass der Flugverkehr eine der am klimaschädlichsten Arten ist, sich fortzubewegen, ist bekannt. Wie umweltschädigend Fliegen tatsächlich ist, erläutert Nachhaltigkeitsexpertin Uta Maria Pfeiffer vom Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) im Interview.

Expat-News: Wie schädlich ist Flugverkehr konkret für unser Klima?

Pfeiffer: Fakt ist, dass immer mehr Menschen fliegen. Das ist zum einen natürlich positiv, weil es sich immer mehr Menschen leisten können zu fliegen. Aber zum anderen ist es auch eine große Herausforderung für das Klima. Denn wenn immer mehr Menschen fliegen, wachsen auch die Emissionen. Deshalb hat sich der Luftverkehr schon vor einigen Jahren auf eine globale Klimaschutzstrategie verständigt. Diese sieht unter anderem vor, den Verbrauch pro Flug kontinuierlich zu senken. Und das ist auch im Interesse der Fluggesellschaften, denn die Kerosinkosten machen rund ein Drittel der Betriebskosten aus.

Expat-News: Was haben Sie da bisher konkret erreicht?

Pfeiffer: Luftverkehr an sich wird immer effizienter. Zum einen dank neuer Technologien im Flugzeugbau, aber auch durch eine bessere Auslastung der Flugzeuge. Und das Ergebnis spricht ganz klar für sich: Der Kerosin-Verbrauch pro Passagier und 100 Kilometern wurde seit 1990 um 43 Prozent reduziert. Jetzt liegen wir bei 3,58 Liter. Dadurch fallen also deutlich weniger CO2-Emissionen pro Flug an.

„Nicht reduzierte CO2-Emissionen können durch Klimaschutzprojekte kompensiert werden.“

Expat-News: Aber wird das nicht dadurch wieder zunichte gemacht, dass sich in den vergangen Jahren die Zahl der Flüge an deutschen Flughäfen verdreifacht hat?

Pfeiffer: Deshalb ist es ja so wichtig, nicht nur die Effizienz bei jedem Flug zu verbessern, sondern auch neue Wege zu finden. So können die CO2-Emissionen, die noch nicht reduziert werden können, zum Beispiel in Klimaschutzprojekte kompensiert werden. Das ist auch der Grund, warum die UNO ein internationales Klimaschutzabkommen für den Luftverkehr beschlossen hat – und das ist weltweit einzigartig.

Expat-News: Was hat sich die Luftfahrtbranche darüber hinaus für die Zukunft noch vorgenommen?

Pfeiffer: Langfristig wollen wir CO2-neutral fliegen. Die deutschen Fluggesellschaften setzen dabei auf alternative Flugkraftstoffe, zum Beispiel aus erneuerbaren Energien. Und damit diese zu marktfähigen Preisen verfügbar sind, muss seitens der Politik und auch der Kraftstoffhersteller noch einiges getan werden. Doch auch alternative Antriebe können einen entscheidenden Beitrag leisten: In Zukunft werden Flugzeuge zumindest zu einem Teil auch elektrisch fliegen. Bis aber tatsächlich Passagiere auf diese Weise reisen werden, wird es noch einige Jahre dauern.