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© Sarah Althaus

„Eine Routine aufzubauen, ist für uns Routine“

Vor einigen Jahren hat uns Sarah Althaus von ihrer Weltreise erzählt. Noch immer begeistert sie sich für andere Länder und ist mal hier, mal da auf der Welt zu Hause. Inzwischen sind neben Mann Jürgen auch zwei Kinder mit dabei. Wie es ist, mit einer vierköpfigen Familie im Ausland zu leben, erzählt sie uns im Interview.

Expat News: Bis Mitte September lebt ihr auf Ko Pha-ngan im Golf von Thailand. Danach geht es für Euch nach Malaysia. Was hat dich zu einem dauerhaften Leben im Ausland bewegt?

Sarah: Ganz richtig ist diese Beschreibung nicht. Wir sind nicht dauerhaft ausgewandert, sondern mal im Ausland, mal in der Schweiz unterwegs. In den letzten Jahren war der Aufenthalt wegen der Coronapandemie natürlich länger, da waren es fünf Jahre. Die Kinder kamen außerdem dazu. Im Moment sind wir bald ein Jahr unterwegs, aber eine richtige Auswanderung war das nicht.

Wandern mit der Familie in Ayampe, Ecuador.

Wandern in Ayampe, Ecuador. © Sarah Althaus

Mittelfristig werden wir in die Schweiz zurückkehren – aber eben für eine bestimmte Dauer. Wir sind da einfach sehr flexibel und können uns ein Leben in verschiedensten Orten auf der Welt vorstellen. Unser Ziel ist es, an jedem Reiseziel so lange wie möglich zu leben, so lange wie es die Situation zulässt. Es sind dann meist einige Monate, an denen wir an einem Ort und auch nur in einer Unterkunft bleiben. Unser Ziel ist es, dass sich alles wie ein Zuhause anfühlt. Es ist auch für die Kinder besser, ein fixes Umfeld zu haben – und auch für uns als Eltern. Denn mit den Kindern zu reisen, ist nun einmal anstrengend.

So wollen wir es auch die nächsten Jahre machen. Wenn wir das Gefühl haben, wir wollen irgendwo hin, dann geht es auch dorthin, nach Lust und Laune.

„Wichtig ist für uns, verschiedene Standbeine zu haben.“

Expat News: Dass ihr so flexibel seid, setzt einen finanziellen Spielraum voraus. Und das habt ihr in eurer Online-Community ja ganz großgeschrieben: finanzielle Freiheit. Wie versucht ihr genau, diesen Gedanken weiterzugeben?

Sarah: Das machen wir auf ganz verschiedene Arten. Zum einen ist da unser Blog Rapunzel will raus. Der ist als Reiseblog gestartet und ist es immer noch. Aber das Thema finanzielle Freiheit ist dazugekommen, und wir schreiben abwechselnd über die Themen Reisen und Finanzen. Da geht es von Finanzen in der Partnerschaft übers Budgetieren bis hin zum Investieren um das gesamte Paket.  Wir haben auch auf Instagram das Format „Financial Friday“. Dort besprechen wir immer ein bestimmtes Thema mit der Community, stellen Umfragen und tauschen uns aus.

Unterwegs spielen und lernen die Kinder mit Dingen aus der Natur. © Sarah Althaus

Wir haben außerdem einen Online-Kurs für Familien, die keine bis wenig Vorkenntnisse haben, was finanzielle Dinge anbelangt. Wir fangen also beim Money-Mindset an. Welche Beziehung habe ich zu Geld, was bedeutet Geld für mich? Weiter geht es mit der Frage, wie man als Familie sparen kann, oder wie man mit Geld in der Beziehung umgehen kann. Wir haben auch Budgetpläne und weitere Tools für den Alltag. Wir zeigen am Ende Schritt für Schritt und mit Video-Anleitung, wie man investieren kann. Neu dazugekommen sind Webinare, die wir einmal im Monat auf unserer Plattform finanzi­elle-freiheit-fuer-familien.ch anbieten.

Expat News: Habt ihr persönlich einen Weg in die finanzielle Freiheit gefunden? Was ist der richtige Weg für euch als Familie?

Sarah: Wichtig ist uns, verschiedene Standbeine zu haben. Also setzt sich unsere Strategie auch aus verschiedenen Teilen zusammen. Das Hauptmittel ist das Investieren am Kapitalmarkt. Wir betreiben Optionshandel und generieren so Cashflow. Aber unsere Finanzstrategie fängt natürlich schon vorher an, zum Beispiel beim Sparen. Das Geld, von dem wir im Moment leben, haben wir uns zum großen Teil angespart. Denn Verzichten und Sparen gehören zur finanziellen Freiheit dazu.

Neben dem Trading und dem Sparen verdienen wir mit dem Bloggen und über bestimmte Freelancer-Anstellungen. Es sind also ganz viele Dinge, die da zusammenkommen, die Eichhörnchen-Strategie sozusagen: Mehrere Polster für den Winter anlegen!

Expat News: Würdest du sagen, euren Lebensstil habt ihr wegen der Kinder gewählt? Wäre ohne die Kinder aus dem „gelegentlichen“ Leben im Ausland ein dauerhaftes Auswandern geworden?

Sarah: Nein, eigentlich nicht. Dieses Leben ist einfach etwas, das sich für uns richtig anfühlt. Wir schätzen die Freiheit, genau dann das zu haben was wir wollen, wenn wir es wollen. Trotzdem ist es durch die Kinder zum Beispiel nicht immer möglich, alle paar Monate den Lebensmittelpunkt zu wechseln. Zum Beispiel ist unsere ältere Tochter schulpflichtig, sobald sie in der Schweiz ist. Es gibt auch andere Hürden, wenn man mit Kindern reist.

Auch mit Familie ist langfristiges Reisen und Leben im Ausland möglich.

Für Sarah schließen sich Reisen und Familienleben nicht aus. © Sarah Althaus

Aber man ist nicht allein, sondern trifft die Peer-Gruppen, die zu einem passen. Als ich alleine gereist bin, habe ich nie Familien wahrgenommen – inzwischen sehe ich nur Familien mit kleinen Kindern! Wir führen hier auch ein alltägliches Leben, sind auf Spielplätzen, und dort treffen wir andere Reisefamilien. Aus diesen Begegnungen habe ich mitgenommen, dass eigentlich alles möglich ist: Eltern können Sabbaticals nehmen, um zu reisen. Falls das nicht funktioniert, meldet man sich eben ab. Fällt die Schulpflicht weg, gibt es Unschooling, World Schooling, Free Schooling, so viele Möglichkeiten! Dazu muss man sich ein bisschen auftun und sich umschauen, wie Familien auf der Welt leben.

Expat News: Dann gibt es bei euch nicht bloß ein Konzept von Lernen und Entwickeln – sondern es richtet sich nach eurer Lebenslage?

Sarah: Ja, für uns ist es sehr flexibel. Mein Mann und ich wissen aber auch, dass wir unsere Kinder zum jetzigen Zeitpunkt nicht unterrichten wollen. Wir arbeiten beide und könnten das nicht allein stemmen – das wäre in der Schweiz aber genauso wie in Deutschland noch in irgendeinem anderen Land nicht möglich. Mittelfristig werden unsere Kinder eingeschult werden, wir wissen noch nicht wann und wo. 

„Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man mit Kindern dasselbe Leben führen kann wie ohne Kinder – jedenfalls im Grundsetting.“

Expat News: Und das Reisen als solches, ändert sich das durch Kinder?

Sarah: Ja, absolut! Alle die etwas anderes behaupten, lügen. (lacht) Wir können überall hinreisen, aber es ist eine andere Art zu reisen. Ich habe mir einmal unser letztes Interview durchgelesen, damals hatte ich auch schon gesagt, dass wir uns durchs Elternsein nicht grundlegend verändern und etwa nur noch Pauschalurlaube machen werden. Das haben wir noch nie und werden wir auch nie, auch nicht mit Kindern. Gleichzeitig können wir inzwischen keine siebentägigen Dschungel-Trekkings machen oder den „Mount Whatever“ besteigen. Das geht eben nicht, außer, man macht es alleine, und der andere bespaßt die Kinder. So haben wir es auf der Nachbarinsel Ko Tao gemacht, wir haben uns mit dem Tauchen und Sandburgenbauen abgewechselt. Wir gehen auch nicht mehr abends aus, denn die Kinder sind zwischen halb acht und acht im Bett, da gibt es keine Parties oder Sundowner.

Gemüse einkaufen in Ecuador. © Sarah Althaus

Aber es gibt viel Positives. Man kommt viel, viel einfacher und schneller mit den Einheimischen in Kontakt. Meine Kinder latschen einfach in jedes Haus, da kennen die nichts! Sie sind überall willkommen, gerade in Thailand. Ganz anders als in Europa vergöttert man Kinder in Thailand nahezu! Wir sind auch immer in kleinen Ortschaften, dort kennen alle ihre Namen und uns eben auch. Das ist ein Kontakt mit den Menschen, der viel tiefer geht als der, den man beim Solo-Reisen hätte.

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man mit Kindern dasselbe Leben führen kann wie ohne Kinder – im Grundgerüst eben. Man kann reisen, auch lange Zeit reisen, oder Auswandern oder was auch immer. Man tut es nur auf andere Weise. Ich versuche auch regelmäßig, das im Blog zu betonen.

Expat News: Lässt sich bei euren Reisen überhaupt von Routine sprechen?

Sarah: Wir sind mittlerweile ultraschnell im Anpassen und Einleben. Nach einem Tag kennen wir meistens das halbe Dorf und wissen, was es wo zu tun und zu besorgen gibt. Und in ein bis zwei Tagen entwickeln wir eine Routine für unseren neuen Alltag. Auch die Kinder sind darin schon richtig geübt. Wenn wir an einem neuen Ort sind, dann geht es wieder von vorne los. Also: Eine Routine aufzubauen, das ist für uns Routine! (lacht)

Jürgen und Sarah auf Bootstour in Bangkok; © Sarah Althaus

Sind wir angekommen, sind die Tage dann aber schon ähnlich. Wir wechseln uns als Eltern ab mit dem Kinderbetreuen, jemand arbeitet vormittags, der andere nachmittags. Aber natürlich ist auch diese Routine nicht fix.

Expat News: Sind eure Kinder in einem Vor- oder Grundschulprogramm?

Sarah: Die Kinder sind momentan eigentlich immer bei uns. Aber das Ziel ist schon, dass sie in nächster Zeit in den Kindergarten gehen. Aber auch da gibt es viele Möglichkeiten, denn wir reisen nicht in den entlegensten Dschungel. In Ko Pha-ngan gibt es viele Ecken und alle möglichen Angebote für Babys über Kleinkinder bis hin zu Schulkindern. Alles Mögliche, angeboten von Thais für Thais, von Thais für Ausländer, auch gemischt – eine große Auswahl.

„Wir haben uns einfach am richtigen Ort gefühlt.“

Expat News: Welches Erlebnis bleibt euch als Familie in Erinnerung?

Sarah: Es gibt ganz viele schöne Erlebnisse. Aber es sind keine besonders spektakulären Dinge, sondern kleine Momente. Als wir in Uvita waren, in Costa Rica, da war dieser perfekte Sonnenuntergang und es war alles rot, gelb, orange – am Strand in einem Naturschutzgebiet. Und da wurden diese kleinen Schildkröten ins Wasser eingelassen. Das war einfach ein superschönes Erlebnis, es haben nur noch ein Regenbogen und ein Einhorn gefehlt. Es gibt viele dieser kleinen, eigentlich von außen gesehen unspektakulären Erlebnissen – aber wir haben uns einfach am richtigen Ort gefühlt. 

Expat News: Im letzten Interview hast du sehr von Südamerika geschwärmt. Hast du Pläne, wieder dorthin zu reisen?

Sarah: Auf jeden Fall! Also für uns ist die Wahl der nächsten Destination ein großes Ding. Denn wir wollen überall hin und eigentlich gibt es nichts, das wir nicht sehen wollen. Aber Südamerika ist unser Herzensort, unser Herzenskontinent. Wir waren jetzt auch drei Monate in Costa Rica und in Ecuador. Beide kommen als Ort in Frage, an den wir für mehrere Jahre auswandern könnten.

Expat News: Ihr habt wahrscheinlich eine Liste von Locations, die für euch „alte Bekannte“ sind. Was ist euch lieber: neue Orte zu entdecken oder bekannte Orte wieder aufzusuchen?

Sarah: Das wechselt sich immer ab. Die Reise im letzten November haben wir in Costa Rica begonnen, das mein Mann Jürgen bereits kannte, und wo ich auch bereits fünfmal war. Aber danach sind wir nach Ecuador, eben weil es komplett neu für uns beide war. Unsere nächste Destination wird Malaysia sein, und das kennen wir wieder sehr gut. Ich habe dort auch eine Freundin und hatte einige Monate in Kuala Lumpur gelebt.

Expat News: Gerade wenn ihr keine Destination ausschließt, ist auch die Absicherung wichtig. Beeinflusst das auch die Wahl der Auslandskrankenversicherung?

Sarah: Die richtige Absicherung ist sehr wichtig für Familien mit Kindern, aber das war mir auch schon vorher wichtig. Ich habe lieber an anderen Dingen gespart als an der Krankenversicherung, auch als ich alleine unterwegs war. Denn mir war bewusst: Wenn mir irgendwas passiert, dann bin ich erstmal alleine. Umso wichtiger war es mir, selbst Hilfe zu organisieren. Außerdem lege ich Wert darauf, dass, wenn die Hilfe kommt und Gesundheitsleistungen notwendig sind, diese dann auch umfassend sind. Mit Kindern ist das ganze keine Frage mehr: Man braucht einfach eine Versicherung, die das meiste abdeckt.

Sarahs Gesundheitsschutz beim BDAE

Sarah weiß, dass auf Reisen ein Gesundheitsschutz wichtig ist, der umfassend schützt, aber das Budget nicht sprengt. Deswegen verlassen sich Sarah und ihre Familie auf den BDAE.

Als Auslands-Versicherer mit über 25 Jahren Erfahrung bietet der BDAE ein großes Angebot von Versicherungsprodukten, von günstigen Basisversicherungen bis zum lebenslangen Premiumschutz. Weitere Vorteile sind die komplette Absicherung auch bei Reisewarnungen und die Möglichkeit, Versicherungen aus dem Ausland heraus abzuschließen.

Sarah empfiehlt in ihrer Community den BDAE weiter. Nähere Infos gibt es hier: https://www.rapunzel-will-raus.ch/auslandskrankenversicherung-beim-bdae/

„Man braucht so wenig!“

Expat News: Was sollten Eltern auf Reisen planerisch noch im Hinterkopf behalten?

Sarah: Ganz ehrlich: Man macht sich meistens viel zu viele Gedanken. Also lieber einfach losreisen! Ich weiß, das ist gerade für uns im DACH-Raum sehr schwierig. Man will immer alles geplant haben, für alles vorbereitet sein und schleppt eine riesige Sammlung von Medikamenten mit, die am Ende ablaufen oder die in der Arztpraxis vor Ort sowieso durch etwas anderes ersetzt werden. Also: Die Kinder auf die Reise vorbereiten, sich eine medizinische Absicherung beschaffen, und dann einfach machen!

Die vierköpfige Familie von Rapunzel will raus.

Die vierköpfige Familie von „Rapunzel will raus“. © Sarah Althaus

Wir haben auch gemerkt, dass man das meiste gar nicht braucht. Auf einer Reise von Lissabon nach Bangkok ist ein Rucksack verlorengegangen. Der fehlte zwar, aber notwendig war darin eigentlich nichts. Ein zweiter Bikini, meine Lieblingsjacke, die ich sowieso nie trug. Einer unserer Kulturbeutel ging verloren, aber seitdem haben wir eben nur einen Kulturbeutel – für eine vierköpfige Familie, und das reicht absolut! 

Die Kinder haben auch fast keine Spielsachen. Sechs oder sieben Autos haben wir irgendwo gekauft, aber in den Augen der Kinder verwandeln die sich in alles Mögliche – manchmal in einen Vogelschwarm, manchmal in Hunde. Die Fantasie ist so groß, wenn sie keinen Raum haben, der mit Spielsachen vollgestopft ist. Man braucht so wenig! 

Sarah Althaus im Web

Sarah ist bereits seit vielen Jahren weltweit unterwegs. Zunächst alleine, inzwischen mit der eigenen Familie. Sie hat sich zur Mission gemacht, anderen zu finanzieller Selbstständigkeit zu verhelfen, damit auch sie die Welt erkunden können.

Bereits 2018 haben wir mit Sarah ein Gespräch über ihre Reisen – zunächst alleine und später zu zweit – geführt. Das Interview gibt es hier. Im Web ist Sarah hier zu finden:

Reiseblog „Rapunzel will raus“: rapunzel-will-raus.ch

„Rapunzel will raus“ auf Instagram

Finanzielle Freiheit für Familien