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Zahnputzsitten weltweit

Zähneputzen hat in der Menschheit eine sehr lange Tradition. Die Zahnarztpraxis Klabunde in Osterholz-Scharmbeck hat die Historie des Zähneputzens zusammengefasst und kennt auch die unterschiedlichen Zahnputzsitten in den Ländern dieser Welt.

Bereits Neandertaler stocherten mit Weidenstöcken die Zähne sauber. Es folgten Kaustöckchen, Schwämmchen und Lappen. Die Römer brauten eine Mundspülung aus in Essig gekochten Fröschen, die Ergebnisse überzeugten nicht unbedingt.

In China gab es um 1.500 die ersten Pinsel-ähnlichen Borsten, während man in Deutschland noch kleine Knochen zum Reinigen zur Hilfe nahm. Erst im 17. Jahrhundert fand die Zahnbürste ihren Weg nach Europa und brauchte dann noch gut weitere 300 Jahre, bis sie Dank weichen Nylons um 1950 zum Massenprodukt wurde und sich die konsequente Zahnpflege hierzulande durchsetzte. Seither sind Zahnbürsten, Interdentalbürsten, Zahnseide und Co. eine Normalität in unserer Kulturtasche.

Allerdings gibt es auch heute noch für uns ungewohnte Zahnpflege Mittel:

Indien

In Indien geht der Griff ins Gewürzregal. Eine Mischung aus Fenchel, Anis und Koriander wird im Mund zerkaut und nach ein paar Minuten wieder ausgespuckt. Wer mutig genug ist, kann dadurch ein ganz neues Mundgefühl erleben!

Afrika

Überall, wo der Neembaum wächst, ist die Zahnpflege gesichert: Ein dünner junger Zweig wird abgebrochen und die Rinde an einem Ende abgeschält. Dieses Ende wird nun solange gekaut, bis es zerfasert. Die dabei freigesetzten Säfte wirken antibakteriell und beugen damit Entzündungen im Mund-Rachen-Bereich vor. Das Kauen stärkt zudem die Kiefermuskulatur und festigt die Zahnwurzeln. Mit dem zerfaserten Ende können anschließend die Zähne wie mit einer Bürste gereinigt werden. Eine natürlichere Zahnpflege gibt es kaum.

Arabische Länder

Dort wachsen Zahnbürsten ebenfalls direkt am Baum. Das Holz des Miswak oder Siwak, auch Zahnbürstenbaum genannt, ist vor allem in den arabischen Ländern sehr beliebt. Es wird, genau wie das Holz des Neembaum, als Zahnbürste und auch Zungenschaber genutzt. Der Miswak besitzt einen relativ hohen Fluoridgehalt und wird schon seit dem Altertum zur Zahnreinigung verwendet.

Tibet und Russland

Ölziehen ist hier das Mittel der Wahl. Durch eine 10- bis 20-minütige Spülung mit Sonnenblumen- oder Sesamöl werden Zähne, Zahnfleisch und Kiefer gestärkt sowie kariesfördernde Keime aufgenommen und ausgespült. Gleichzeitig werden die Schleimhäute mit Vitaminen und Mineralstoffen des Öls genährt und das Gleichgewicht in der Mikroflora wieder hergestellt.