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Halloween in Irland
© Clint Patterson - Unsplash

Wie Halloween in Irland und den USA gefeiert wird

Insbesondere in den USA, England und Irland, doch zunehmend auch in anderen westeuropäischen Ländern und hierzulande zieht Halloween Groß und Klein in seinen Bann. Woher die unheimlichen Bräuche an Halloween stammen und wie unterschiedlich zelebriert wird, weiß unter anderem der Sprachreiseanbieter EF Education First.

Halloween hat seinen Ursprung auf den Britischen Inseln. Genauer gesagt bei den irischen Kelten. Bereits in vorchristlicher Zeit feierte diese Volksgruppe am 31. Oktober eines ihrer größten Feste, das Samhain-Fest. Es markierte zum einen das Ende des Sommers und hatte damit die Bedeutung eines „Ernte-Dank-Festes“. Zum anderen glaubten die irischen Kelten, dass an diesem Abend die Tore zur Unterwelt offenstehen. Was in dieser Nacht wirklich geschah? Darüber scheiden sich die Geister: Die einen sagen, dass die Menschen Feuer entzündeten und sich gruselig verkleideten, um böse Geister abzuwehren. Die anderen sagen, dass man die verstorbenen Verwandten in dieser Nacht mit Süßigkeiten und Lichtern willkommen geheißen hat. Wie auch immer es in grauer Vorzeit wirklich war: Die Bräuche wurden aufgegriffen und zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit den irischen Einwanderern in die USA getragen.

Der moderne Brauch, sich an Halloween zu verkleiden, ist fest mit den alten vorchristlichen keltischen Bräuchen verwurzelt, ebenso wie die Tradition des Anzündens von großen zeremoniellen Samhain-Feuern, die ihren Ursprung auf den Hügeln Irlands hatten, wo sich Clans und Gemeinschaften versammelten.

Horror für zu Hause

Halloween ist der perfekte Tag, um sich ein paar schaurige Filme anzusehen. Warum also nicht den erfolgreichsten Horrorfilm aller Zeiten? Dieser ist laut Daten von Box Office Mojo die Neuauflage von Stephen Kings Roman “Es” aus dem Jahr 2017. Wie die Statista-Grafik zeigt, hat der Film weltweit über 700 Millionen US-Dollar eingespielt und stellt damit alle übrigen Horrorstreifen in den Schatten. Auf Platz zwei des Rankings folgt mit einem Einspielergebnis von 473,1 Millionen US-Dollar das zweite Kapitel der Verfilmung um den Grusel-Clown “Pennywise”. Der dritte Platz geht an den Klassiker „Der Weiße Hai“ aus dem Jahr 1975.

Der älteste Horrorfilm unter den Top 10 ist “Der Exorzist”, welcher im nächsten Jahr bereits 50 Jahre alt wird. Die Einordnung von Filmen als Horrorfilm kann variieren – für einige zählen auch Filme wie „The Sixth Sense“ oder „Die Godzilla-Franchise“ dazu. In das Statista-Ranking wurden jedoch nur Filme einbezogen, die laut Box Office Mojo und Wikipedia zum Horror-Genre gehören.

Eines der größten keltischen Feuerfeste fand auf dem Gipfel von Tlachtga oder dem Hill of Ward in der heutigen Grafschaft Meath statt. Jüngste archäologische Ausgrabungen deuten darauf hin, dass der Hügel schon vor über 2.000 Jahren für Feste und Feiern genutzt wurde. Und aus alten Handschriften geht hervor, dass die Kelten hier ein Feuer entzündeten, von dem aus alle Feuer in Irland neu entfacht wurden.

Aus „All Hallows Eve“ wurde „Halloween“

„Allerheiligen“ gilt schon seit dem neunten Jahrhundert als religiöser Feiertag. Am 1. November gedenken Christen in aller Welt der verstorbenen Heiligen. So auch in England, wo der Tag selbst den Namen „All Hallows“ trägt und der Vorabend „All Hallows Eve“ genannt wird. Im Laufe der Zeit wurde daraus „Halloween“.

Die Legende von Jack O‘Lantern

Der Legende nach hat Halloween den ausgehölten und beleuchteten Kürbis einem notorischen Trunkenbold und Schlitzohr namens Jack Oldfield zu verdanken. Der irische Hufschmied soll zu seinen Lebzeiten den Teufel mehrmals überlistet haben, sodass er nach seinem Tod weder im Himmel noch in der Hölle Einlass fand. Der Teufel erbarmte sich jedoch seiner und schenkte Jack ein Stück glühende Kohle, damit seine verlorene Seele nicht in völliger Dunkelheit umherwandern musste. Jack setzte das Kohlestück in eine Rübe, die er seither als Laterne nutzte, wenn seine Seele jedes Jahr am Abend vor Allerheiligen durch die Nacht wanderte. Irische Einwanderer brachten die Tradition schließlich nach Amerika, der Heimat des Kürbisses, und der Winterkürbis ist heute ein fester Bestandteil der Halloween-Feierlichkeiten. Die Rübe wurde in den USA durch den dort weit verbreiteten Kürbis ersetzt. Sein Name „Jack O‘Lantern“ erinnert an die Legende.

USA: Halloween heißt Partytime

In den USA kommt keiner an Halloween vorbei. Schon Wochen vor dem 31. Oktober werden die Häuser aufwendig geschmückt und Freunde zum großen Fest eingeladen. Paraden, Partys, Kostümwettbewerbe und Co. gehören in den USA zu Halloween wie der Christbaum zu Weihnachten. Am Tag selbst ziehen verkleidete Kinderscharen durch die Straßen, klingeln an den Häusern und fordern mit dem Spruch „Trick or Treat“ (Süßes oder Saures) Süßigkeiten. Der obligatorische Kürbis fehlt nirgends. Als „Halloween-Hauptstadt“ der USA gilt die Hafenstadt Salem bei Boston. Dort wurden 1692 neunzehn junge Frauen und Männer der Hexerei beschuldigt und hingerichtet – eine schreckliche Geschichte, die für Halloween werbewirksam genutzt wird.

Herzenssache: England lässt es krachen

Die Engländer feiern Halloween eher privat und im kleineren Kreis. Während die Kinder sich verkleiden und ihren Zug durch die Straßen starten, lassen sich die Erwachsenen eine verheißungsvolle Tradition am Abend des 31. Oktober nicht entgehen. In der „Nut-Crack-Night“, die viele Engländer Halloween nennen, entscheidet sich, ob ein Paar füreinander geschaffen ist. Hierzu werden zwei Nüsse mit den Namen der Liebenden beschriftet und nebeneinander ins Feuer gelegt. Explodieren beide Nüsse mit einem lauten Knall, ist das Paar füreinander bestimmt. Singles können Nüsse mit diversen Namen beschriften. Wo es am lautesten knallt, wartet die große Liebe.

Halloween in Irland: Seine Geburtsstätte

Irland feiert traditionell mit Dekoration, Kürbis und allem, was dazu gehört. Auch auf der Insel ziehen kostümierte Kinder um die Häuser und bitten um Süßes. Zum Einsatz kommt hier bisweilen das in Deutschland als „Klingelmännchen“ bekannte „Knock a Dolly“: Klingeln und dann weglaufen – das macht Spaß, bringt aber keine Süßigkeiten. Die gibt es vielleicht für diejenigen, die beim in Irland üblichen Kartenspiel zu Halloween die richtige Karte ziehen. Auch im traditionell zu Halloween gebackenen Fruchtkuchen „Barmbrack“ warten Süßigkeiten auf Naschnasen. Barmbrack ist ein süßer Hefekuchen mit Gewürzen und getrockneten Früchten verfeinert. Er wird überall in Irland in den Bäckereien und Supermärkten angeboten. Wer darin einen Ring findet und gerade einen neuen Partner sucht, wird sich „mit Sicherheit“ verlieben, und eine bestehende Partnerschaft bekommt neuen Schwung. Wer eine Münze findet, hat für die kommenden zwölf Monate keine Geldsorgen.

Halloween in Irland

Am 31. Oktober ziehen vor allem in den USA und in Irland wieder viele Kinder um die Häuser und sagen „Süßes oder Saures!“ (Foto: Behrouz Sasani – Unsplash)

Es gibt also zahlreiche Mythen und Überlieferungen rund um Halloween – viele Iren glauben auch heute noch an die Zeit der Geister und Unholde und befolgen die alten Rituale der Kelten. Und wenn sich die grüne Insel in der dunklen Jahreszeit durch gelbe und rötlich gefärbte Blätter langsam verändert und der von den Seen aufziehende Morgennebel die Umrisse verschleiert, erscheint Irland in einem ganz besonderen Licht. In diesen Tagen sind uns auch die alten Traditionen plötzlich ganz nah.

Nur eine Minderheit feiert in Deutschland Halloween

Wesentlich weniger verbreitet ist Halloween nach wie vor in Deutschland. Laut einer Umfrage von Statista und YouGov aus dem Jahr 2020 findet weniger als die Hälfte der Deutschen das Halloween-Fest wichtig.

Lediglich jeder Zehnte findet es sehr oder eher von Bedeutung. Und 29 Prozent der Befragten geben an, dass Halloween noch nie von Bedeutung für sie war. Von den 2.085 Befragten geben 43 Prozent an, dass es unwahrscheinlicher als im Vorjahr ist, dass sie in diesem Jahr Süßigkeiten an die Kinder verteilen. Nur für vier Prozent ist es wahrscheinlicher als sonst, dass sie dies machen und 39 Prozent geben an, dass es genauso wahrscheinlich ist wie sonst auch. 14 Prozent beantworten die Frage mit „weiß nicht“.