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© Alexander, AdobeStock

Größere Überwachung in London als in Peking

Die Überwachung des öffentlichen Raums ist Teil des Alltags. Zwar hat das europäische Parlament gegen den Einsatz von Gesichtserkennungssoftware im öffentlichen Raum abgestimmt. Dennoch ist die Videoüberwachung des öffentlichen Raums auch in Europa gang und gäbe. Wie die Statista-Grafik zeigt, verfügen nur zwei Städte weltweit laut Comparitech über eine flächendeckendere Videoüberwachung als London, Taiyuan und Wuxi, beide in China gelegen.

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Überdies fällt auf, dass die Volksrepublik achtzehn mal in den Top 20 der am stärksten überwachten Großstädte der Welt auftaucht. Indes schafft es die britische Hauptstadt mit 73,3 Kameras je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner auf den dritten Platz und schlägt damit unter anderem auch die chinesische Hauptstadt Peking. Auf der Website von Comparitech findet sich die detaillierte Auswertung

© Comparitech. Grafik erstellt mit Datawrapper.

Erst an 50. Stelle findet sich Berlin. In der Bundeshauptstadt überwachen demnach rund 22.289 Kameras den öffentlichen Raum. Das sind 6,3 je 1.000 Einwohner. Damit ist die CCTV-Abdeckung dort deutlich niedriger als beispielsweise in Moskau oder New York. 

Überwachung hat längst Fahrt aufgenommen

Mit der Abstimmung des Europäischen Parlaments ist zumindest das Thema Gesichtserkennung, das Datenschützerinnen und Datenschützer weltweit beunruhigt, für Europa vorerst vom Tisch. Die Abgeordneten fordern außerdem ein Verbot privater Gesichtserkennungs-Datenbanken, wie sie von dem US-Unternehmen Clearview AI verwendet werden. Das Parlament unterstützt zudem ein Verbot KI-basierter Social-Scoring-Systeme, welche die Vertrauenswürdigkeit der Bürgerinnen und Bürger auf der Grundlage ihres Verhaltens bewerten. Diese finden beispielsweise in China bereits Verwendung. Doch die Entwicklung hin zu mehr Überwachung hat auch in Europa schon längst an Fahrt gewonnen. Innerhalb eines Jahres wurden in Berlin knapp 4.800 zusätzliche Kameras installiert.

Wie die untenstehende Statista-Grafik zeigt, verwendeten 2020 rund 32 Länder in Europa Gesichtserkennungstechnologien. Das Gros dieser Kamerasysteme kommt an neuralgischen Punkten wie Bahnhöfen und Flughäfen zum Einsatz und soll die Staatssicherheit gewährleisten. Auch in Deutschland waren Gesichtserkennungs-Systeme seit längerem Realität. Die Anzahl der Abfragen im Erkennungssystem des Bundeskriminalamts ist in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen. Ein Pilotprojekt mit Kameras mit integrierter Gesichtserkennungssoftware wurde von 2017 bis 2018 am Berliner Bahnhof Südkreuz getestet.

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