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Die gefragtesten Soft Skills auf dem europäischen Stellenmarkt

Der Trend, seinen Lebenslauf durch einen Auslandsaufenthalt zu bereichern, ist nach wie vor ungebrochen. Um jedoch eine adäquate Position im Ausland zu finden, sollten sich Bewerber dazu gründlich mit den Anforderungen an eine Bewerbung des jeweiligen Landes auseinandersetzen. Nicht nur die Art der Bewerbungsunterlagen ist dabei verschieden, auch die angeforderten Soft Skills variieren von Land zu Land. Welche Persönlichkeitsmerkmale den Bewerbern die besten Aussichten auf dem europäischen Arbeitsmarkt eröffnen, untersuchte die Metajobsuchmaschine Joblift in einer länderübergreifenden Analyse aller rund 31 Millionen Stellenanzeigen des letzten Jahres.

Wichtigste Soft Skills: Teamgeist, Engagement und Selbstständigkeit

In Deutschlands Anforderungsprofilen steht Teamgeist demnach besonders hoch im Kurs, während im Vereinigten Königreich Engagement, in Frankreich Selbstständigkeit und in den Niederlanden Anpassungsfähigkeit Vorrang haben. Wer sich in Frankreich bewirbt, sollte zudem Qualifikationen betonen, die die eigene Arbeitsweise charakterisieren, gleichzeitig sollte man in den anderen Ländern sein Verhalten Interessenvertretern oder dem Arbeitgeber gegenüber in den Vordergrund rücken.

In Deutschland ist Teamorientierung gefordert

Joblift untersuchte alle 9.112.741 Stellenanzeigen, die in den letzten zwölf Monaten hierzulande veröffentlicht wurden, auf insgesamt 78 Persönlichkeitseigenschaften hin. Am häufigsten erwarten deutsche Arbeitgeber demzufolge Teamfähigkeit (rund 2, 7 Millionen Nennungen), Zuverlässigkeit (rund 2,4 Millionen Erwähnungen) sowie Einsatzbereitschaft beziehungsweise Engagement (1.613.467-mal  gelistet). Darüber hinaus zählen Kommunikationsgeschick (rund 1,6 Millionen Mal aufgeführt) sowie Anpassungsfähigkeit beziehungsweise Flexibilität (rund 1,5 Millionen Nennungen) zu den gefragtesten Merkmalen auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Engagement versus Anpassungsfähigkeit

Darüber hinaus wurden die am stärksten geforderten Kompetenzen in den Stellenanzeigen beleuchtet, die im selben Zeitraum in Frankreich, dem Vereinigtem Königreich sowie den Niederlanden inseriert wurden.

In Frankreich zählen vor allem ein selbstständiger sowie sorgfältiger Arbeitsstil (rund 2,1 Millionen und rund 1,9 Millionen Erwähnungen), soziale Kompetenzen (rund 1,5 Millionen Mal aufgeführt), eine dynamischen Herangehensweise (rund 1,2 Millionen Mal gelistet) und Teamfähigkeit (rund eine Million Mal erwähnt).

Im Vereinigten Königreich spielen insbesondere Engagement (rund 1,7 Millionen Mal angeführt), Kommunikationsgeschick (1,6 Millionen Erwähnungen), Selbstsicherheit (1,1 Millionen Mal gelistet), Motivation (ebenfalls rund 1,1 Millionen Mal angegeben) sowie Anpassungsfähigkeit (rund 957.000 Nennungen) eine wichtige Rolle.

In Holland steht letztgenannte Eigenschaft an erster Stelle (rund 447.000 Mal aufgeführt), gefolgt von Kommunikationstalent (rund 359.000 Mal genannt),Teamgeist, Proaktivität sowie Motivation (je rund 313.000, 195.000 und 191.000 Erwähnungen).

Soft Skills im Ländervergleich

Anforderungsprofile weichen voneinander ab

Stellt man diese länderspezifischen Ergebnisse gegenüber, so fällt zunächst auf, dass der Teamfähigkeit in allen Ländern hohe Bedeutung zukommt. Eine Ausnahme bildet das Vereinigte Königreich, wo diese Eigenschaft vergleichsweise selten erwähnt wird (etwa 541.000 Mal). Frankreich scheint indessen weniger Wert auf Kommunikationsgeschick zu legen: Während dieses in den anderen drei Ländern unter den fünf meist geforderten Kompetenzen angeführt wird, wird es in Frankreich lediglich 54.500 Mal aufgelistet. Deutschland, Holland und das Vereinigte Königreich weisen zudem die meisten Gemeinsamkeiten untereinander auf – hier stimmen je drei der fünf beliebtesten Anforderungen überein. Frankreich hingegen weist keinerlei gemeinsamen  Voraussetzungen mit dem Vereinigten Königreich auf, während es zumindest in Bezug auf Teamgeist mit Deutschland und den Niederlanden übereinkommt.

Arbeitsweise contra Haltung gegenüber dem Arbeitgeber

Eine tiefergehende Analyse der fünf meistgenannten Persönlichkeitsfaktoren legt dar, dass diese sich in Deutschland und Holland ausschließlich auf zwischenmenschliches Verhalten (etwa Kommunikationsfähigkeit) oder der Haltung gegenüber dem Unternehmen beziehen (beispielsweise Einsatzbereitschaft). In Frankreich beschreiben währenddessen drei der fünf Merkmale die individuelle Arbeitsweise (selbstständig, sorgfältig sowie dynamisch), zwei zwischenmenschliches Verhalten. Lediglich im Vereinigten Königreich verlangen Arbeitgeber vorrangig Kenntnisse, die sich allen drei Kategorien zuordnen lassen. Man kann daraus also schließen, dass deutsche und niederländische Firmen Kandidaten vielmehr nach ihrem Verhalten in der Gruppe beziehungsweise dem Unternehmen gegenüber als nach dem persönlichen Arbeitsstil beurteilen, wohingegen dies in Frankreich stärker ins Gewicht fällt.