Auslandsentsendungen: Wo es hingeht und was Unternehmen für Expats tun

Obwohl Auslandseinsätze dem Arbeitgeber Vorteile versprechen, erleichtert er dem Expatriate die Aufgabe selten. Nur fünf Prozent der Arbeitnehmer erhalten für ihren Einsatz eine finanzielle Entschädigung, bei 12 Prozent zahlt der Arbeitgeber die Renten- und Sozialversicherungsbeiträge weiter. Das geht aus der aktuellen Entsendestudie der Unternehmensberatung ECA International hervor.

Nur acht Prozent bieten Reintegration

Drei Viertel der Personalverantwortlichen wissen, wie wichtig die Wiedereingliederung nach der Rückkehr ist. Dennoch bieten lediglich 27 Prozent der Unternehmen formale Prozesse für die weitere Karriereplanung an. Eine Minderheit von acht Prozent versichert dem Arbeitnehmer bereits vor seinem Einsatz im Ausland eine Zukunft im Unternehmen danach. Immerhin 59 Prozent unterstützen den Partner bei der Jobsuche im Zielland.

Fast ein Drittel der Befragten sieht für den Expatriate Aufstiegsmöglichkeiten durch sein internationales Engagement. 80 Prozent der Befragten haben starke Probleme dabei, Führungskräfte zu finden, die im Ausland eine Niederlassung aufbauen sollen.

Häufigste Ziele: China, USA, Großbritannien

Die häufigsten Entsendungsziele sind China, die USA und Großbritannien. Frauen machen nach wie vor einen geringen Anteil der Expatriates aus (13 Prozent); immerhin hat sich ihre Präsenz bei Auslandsentsendungen in den vergangenen zehn Jahren um 25 Prozent erhöht. Die Entsendeziele weiblicher Expats unterscheiden sich kaum von denen ihrer männlichen Kollegen (siehe Grafik).

Die Marktforscher rechnen in den nächsten drei Jahren zudem mit starkem Personalbedarf in den Wachstumsregionen Asien und Südamerika. Schon heute ist der Arbeitsmarkt besonders international aufgestellt: Zwei Drittel der befragten Unternehmen beschäftigen Mitarbeiter aus mehr als sechs Ländern.

Die Studie konzentriert sich auf langfristige Auslandsentsendungen mit einer Dauer von einem bis fünf Jahren. Für die Erhebung befragte das Beratungshaus weltweit rund 290 Unternehmen aus allen Branchen und jeder Größe.

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