two businessmen shaking hands after good business investment agreement in taiwan, in front of flag

Handel in Taiwan verbessert sich für deutsche Unternehmen

Einer Umfrage unter deutschen Unternehmen in Taiwan zufolge profitieren einige Firmen bereits jetzt von den verbesserten wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Insel und China. Auch erwarteten sie Vorteile im Zuge weiterer Liberalisierungen, so Ergebnisse einer Umfrage von 2012, die das Deutsche Wirtschaftsbüro Taipei (DWT) und Germany Trade and Invest (GTAI) gemeinsam durchgeführt haben.

Hintergrund: Taiwan wirbt mit Standortvorteilen, die sich aus dem Abschluss des bilateralen Wirtschaftsabkommens ECFA (Economic Framework Agreement) zwischen der Insel und dem chinesischen Festland ergeben. Demnach erleichtert ECFA den Austausch von Waren und fördert Investitionen, was nicht nur der Wirtschaft und den Firmen der beiden Vertragspartner sondern auch den dort ansässigen ausländischen Unternehmen Vorteile bieten kann.

Im Juni 2010 unterzeichnet trat das Abkommen zum 1. Januar 2011 in Kraft. Dieses regelt beispielsweise, dass die existierenden Handelsbeschränkungen zwischen China und Taiwan schrittweise abgebaut werden. Bis 2013 werden Zölle auf 539 Waren „made in Taiwan“ ganz abgeschafft. Umgekehrt profitieren 267 Waren vom chinesischen Festland von einer Zollbefreiung. Zudem werden in begrenztem Rahmen gegenseitige Investitionen im Dienstleistungsbereich erlaubt. Über weitere Liberalisierungsschritte wird verhandelt.

Deutsche Unternehmen profitieren von Zollsenkungen

In der Umfrage bestätigten etwa 35 Prozent der Unternehmen, dass sie bereits von den ersten Runden von Zollsenkungen profitiert haben. Zudem erwarten 51 Prozent vom weiteren Zollabbau vorteilhafte Geschäftsmöglichkeiten. Für die zukünftigen Verhandlungen wünschen sich fast die Hälfte der Unternehmen weitere Zollherabsetzungen, 41 Prozent sehen Erleichterungen im Dienstleistungshandel als erstrebenswert an. Rund 37 Prozent hoffen, dass die Einreisemodalitäten nach Taiwan für ihre Mitarbeiter in China einfacher werden.

Aufgrund der verbesserten Wirtschaftsbeziehungen erwartet gut ein Viertel der deutschen Unternehmen in Taiwan, dass ihre Mutterhäuser ihre bestehende Greater China-Strategie ändern werden. Sie könnten in Zukunft verstärkt von der Insel aus den festlandchinesischen Markt bearbeiten. Dieser Aspekt spielte bislang kaum eine Rolle.

Taiwan ist für deutsche Firmen einer der wichtigsten Handelsmärkte weltweit

Für fast ein Viertel der deutschen Unternehmen in Taiwan gehört die Insel zu ihren drei wichtigsten Auslandsmärkten weltweit. Mit überwiegender Mehrheit hat das lokale Absatzpotenzial die Hauptrolle beim Engagement in Taiwan gespielt. Laut der Umfrage stand für zwei Drittel die Nähe zum Hauptkunden im Vordergrund ihrer Standortentscheidung.

Rund 15 Prozent der befragten Unternehmen haben ihr regionales Hauptquartier bereits in Taiwan. Weitere sechs Prozent spielen mit dem Gedanken, zukünftig hier ihr Headquarter zu errichten. Nach einer neuesten Initiative des Ministry of Economic Affairs vom August 2012 will Taiwan bis 2015 etwa 300 ausländische Unternehmen anlocken.

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