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Hamburger Auswanderermuseum feiert Jubiläum

Vor fünf Jahren hat das Auswanderermuseum BallinStadt in Hamburg direkt am historischen Ort der ehemaligen HAPAG Auswandererhallen sein Pforten geöffnet. Dieses Jubiläum soll vom 4. bis einschließlich 8. Juli gefeiert werden.

Das Programm im Einzelnen:

Mittwoch, 4. Juli

Offizielle Jubiläumsfeier mit Reden von Frau Prof. Kisseler, Kultursenatorin der Freien und Hansestadt Hamburg, Frau Dr. Patterson, Generalkonsulin der USA und Herrn Prof. Dr. Schmidt-Trenz, Geschäftsführer der Handelskammer Hamburg. BallinStadt-Historikerin Rebekka Geitner wird ein Tagebuch der Familie Graupner, deren Vorfahren sich in den ehemaligen Auswandererhallen aufgehalten haben, in Empfang nehmen. Zum Abschluss der Veranstaltung wird es einen Sektempfang mit Anschneiden der BallinStadt- Geburtstagstorte geben.

Donnerstag, 5. Juli

Familientag in der BallinStadt: Jedes Kind erhält einen kleinen BallinStadt-Blechkoffer mit einer Überraschung an der Kasse. Zusätzlich hat das Museum an diesem Tag bis 22 Uhr geöffnet (letzter Einlass 21 Uhr) und die Besucher erwartet ein szenisches Rollenspiel in der Ausstellung (ab 18 Uhr).

Freitag, 6. Juli

Historische Kostümierung: Besucher können in historische Kostüme aus der Zeit vor 100 Jahren schlüpfen und sich in unserem Schlafsaal in Haus 3 fotografieren lassen.

Samstag, 7. Juli

Gewinnspiel „Wo ist Jette?“: Wie oft hat sich das Maskottchen der BallinStadt, die Schiffsratte „Jette“, in der Ausstellung versteckt? Besucher können sich auf die Spuren von Jette begeben und gewinnen mit etwas Glück eine Familien-Jahreskarte für die BallinStadt.

Sonntag, 8. Juli

Abschlussveranstaltung ab 11 Uhr mit historischen Spielen im BallinPark und großem Luftballonwettbewerb. Geburtstagskinder haben zudem an diesem Tag freien Eintritt ins Auswanderermuseum.

Mit der Eröffnung der BallinStadt wurde ein wichtiger Teil der Hamburger Hafenhistorie – die Auswanderung zwischen 1850 und 1934 über Hamburg in die Neue Welt – wieder lebendig gemacht und begeistert seither seine Besucher. Mit fast 500.000 Besuchern in den vergangenen Jahren konnten wir die südlichen Stadtteile als Erlebnis- und Kulturstandort etablieren und so die Veddel auch an die Innenstadt näher anbinden.

Das größte Gasthaus der Welt

Die Geschichte der BallinStadt begann vor hundert Jahren, als Albert Ballin, Generaldirektor der Reederei HAPAG, im Hamburger Hafen das größte Gasthaus der Welt errichten ließ: die legendären Auswandererhallen. Viele Tausend Menschen aus ganz Europa kamen dort täglich an und warteten auf die Abfahrt ihrer Schiffe. Zu den mehr als 30 Gebäuden gehörten unter anderem Schlaf- und Wohnpavillons, Badesäle, jüdische und christliche Speisesäle mit abgetrennter Küchen und zwei Hotels. Bis zu 5.000 Menschen konnten hier gleichzeitig untergebracht werden. Die Auswandererhallen waren für die meisten der Auswanderer die letzte Heimstätte auf dem europäischen Kontinent und mit dem neu erhofften Glück zum Greifen nah, auch der „Hafen der Träume“.

Die Idee, an diesem besonderen Ort diesen wichtigen Teil der maritimen Geschichte Hamburgs wieder aufleben zu lassen, wuchs über die Jahre zu einem konkreten Vorhaben heran. So begann das Staatsarchiv Hamburg 1999 zunächst damit, die Hamburger Passagierlisten in einem aufwendigen Verfahren zu digitalisieren. Mittlerweile sind mehr als 4,3 Millionen Daten digitalisiert, indexiert und vom Portal Ancestry.de, einem Partnerunternehmen der BallinStadt, mit dazugehörigem Bildmaterial verknüpft. Fünf Jahre später erarbeitete die „Stiftung Hamburg Maritim“ dann ein Konzept, das auf der Idee einer Public-Private- Partnership basierte. „Als es uns gelang, private Sponsoren für das Projekt zu begeistern und ein Unternehmen zu finden, das bereit war, eine Ausstellung ohne städtische Zuschüsse zu betreiben, war die BallinStadt beschlossene Sache“, berichtet Reinhard Wolf, Syndikus der Handelskammer und Vorstandsvorsitzender der Stiftung zu diesem Zeitpunkt.

Mit einem Investitionsvolumen von 12 Mio. Euro, wovon private Sponsoren (Hapag-Lloyd AG, Aurubis AG, Hamburg Airport und Hamburger Feuerkasse) ein Viertel der Summe aufbrachten, wurden drei Gebäude, die Parkanlage, der Barkassenanleger und die Ausstellung errichtet. Das Konzept der multimedialen und interaktiven Ausstellung wurde von der leisureworkgroup entwickelt, deren Tochtergesellschaft nun das Museum ohne jegliche staatliche Zuschüsse betreibt.

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