Studie: Weshalb Austauschstudenten Deutschland empfehlen

Wie beurteilen ausländische Studierende den Hochschulstandort Deutschland? Welche Faktoren werden an der Gast-Hochschule besonders geschätzt? 52 Mitgliedshochschulen des Konsortiums für Internationales Hochschulmarketing GATE-Germany, einer gemeinsamen Initiative der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), wollten es genau wissen.

Gute Studien-, Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie ein positives Renommée ziehen Talente aus allen Regionen der Welt an. Ermittelt wurde, bei welchen Faktoren die deutschen Unis besonders punkten konnten. Insgesamt 209.422 international mobile Studierende an 238 Hochschulen in 16 Ländern wurden zu ihrer Zufriedenheit befragt – darunter 17.732 ausländische Studierende in Deutschland.

Qualität des Bildungsangebots und guter Ruf entscheidend

Für ausländische Studierende ist die Qualität der Lehre bei ihrer Entscheidung für ein Auslandsstudium besonders wichtig, gefolgt vom guten Ruf der Hochschule, des Hochschulsystems sowie seiner Abschlüsse. Die beteiligten 52 deutschen Hochschulen punkteten besonders durch ein praxisnahes und zugleich forschungsstarkes Studium, eine gute technologische Ausstattung sowie qualitativ hochwertige Lehrangebote und gute Hochschullehrer. Darüber hinaus tragen gute Rahmenbedingungen wie die vergleichsweise niedrigen Lebenshaltungskosten, die erlebte Gastfreundschaft sowie die guten Aussichten auf eine langfristige Beschäftigung dazu bei, dass die Befragten die deutschen Hochschulen überdurchschnittlich häufig weiterempfehlen.

Mehr Unterstützung beim Erlernen der Sprache gewünscht

Verbesserungsbedarf meldeten die internationalen Studis zum einen bei der Sprachunterstützung, der Kursorganisation und der Beratung bei der Themenbearbeitung, zum anderen bei der Studienberatung und der Unterbringung an. So wünscht sich die Zielgruppe eine verständlichere und differenziertere Leistungsbewertung, um sich bestmöglich an die an sie gerichteten Anforderungen anpassen zu können. Ein zielorientierter Einsatz der englischen oder deutschen Sprache wurde ebenfalls positiv eingeordnet: Die flexible Verwendung der Sprache in den verschiedenen Phasen des Studiums begünstigt den Studienerfolg.

Die Wohnsituation für ausländische Studierende in ganz Deutschland ist schwierig und stagniert seit 2009 bei unterdurchschnittlichen Werten, was die Zufriedenheitswerte besonders während der sensiblen Ankunftsphase mindert, bei der negative Ersteindrücke schnell an Freunde und Verwandte im Heimatland weitergegeben werden.

Foto: © wildworx – Fotolia.com