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DAAD: Jeder zweite deutsche Student soll ins Ausland

Seit Jahresbeginn ist Professorin Margret Wintermantel neue Präsidentin des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD). Wintermantel will mit dem DAAD weiter daran arbeiten, die Zahl der ausländischen Studierenden von jetzt 245.000 bis zum Ende des Jahrzehnts auf 300.000 zu steigern. „Ohne mehr internationale Studierende werden wir das hohe Niveau unseres Wissenschaftssystems angesichts des demographischen Wandels nicht halten können“, begründet die Präsidentin dieses Ziel. Um die besten Studenten nach Deutschland zu ziehen, müsse auch der Hochschulzugang offener und flexibler gestaltet werden und mehr auf die persönliche Qualifikation abstellen.

Parallel will Wintermantel erreichen, dass jeder zweite deutsche Hochschulabsolvent im Studium Auslandserfahrung sammelt. Der Anteil liegt seit 2001 bei einem Drittel. Das sei im internationalen Vergleich zwar hoch, aber angesichts der Globalisierung noch zu wenig. Um die Zahl der deutschen Auslandsstudenten zu steigern, will der DAAD eine bessere Anerkennung der Studienleistungen und ausreichend Stipendienmittel erreichen.

Neben ERASMUS weiteres Förderprogramm geplant

Der DAAD will sich in besonderem Maße auch weiter für die EU-Hochschulprogramme engagieren. 2010/11 sind alleine im ERASMUS-Programm 34.000 deutsche Studierende und Dozenten ins Ausland gegangen. 2012 werden die entscheidenden Weichen für die nächste Programmgeneration 2014 bis 2020 gestellt.

Wintermantel will, dass sich die deutschen Hochschulen noch stärker als bisher international profilieren und entsprechende Strukturen entwickeln. Das Programmspektrum des DAAD soll, so wünscht es sich die neue Präsidentin, um ein neues Förderprogramm erweitert werden, das den deutschen Hochschulen bei ihrer Internationalisierung durch strategische Kooperationen mit herausragenden Partnern hilft.

Neue Programme für Ägypten und Tunesien

Stipendiaten, Alumni und Partnerhochschulen des DAAD engagieren sich vielerorts für Demokratie und Menschenrechte. Zur Unterstützung und Flankierung der Demokratisierung in der arabischen Welt hat der DAAD vor wenigen Wochen neue Programme für Ägypten und Tunesien ausgeschrieben. Dabei geht es auch um bessere Berufsperspektiven für Hochschulabsolventen. Wintermantel will das schwierige, aber lohnende Engagement in Krisenregionen weiter betreiben.

Hintergrund: Margret Wintermantel ist noch bis Ende April 2012 Präsidentin der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Sie studierte von 1966 bis 1970 Psychologie und Publizistik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. 1972 promovierte sie zunächst zum Dr. rer. nat. in der Psychologie, bevor 1986 die Habilitation im Fach Psychologie an der Universität Heidelberg folgte. Vor ihrer Wahl zur Präsidentin der HRK im März 2006 war die Wissenschaftlerin bereits HRK-Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs sowie von 2000 bis 2006 Präsidentin der Universität des Saarlandes. Sie ist außerdem Mitglied zahlreicher nationaler und internationaler Gremien.

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