Neue Seidenstrasse
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„Neue Seidenstraße“: Europa wichtiger als China

Europa ist für Länder der „Neuen Seidenstraße“ ein genauso guter, wenn nicht noch besserer Partner als China. Das ergibt eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Der Westen investiert viel in diese Länder, jedoch versteht es die Volksrepublik besser, ihre „Belt & Road“-Initiative zu vermarkten.

Die Initiative zielt auf den Ausbau eines interkontinentalen Handelsnetzwerks ab. „Der Westen verkauft sein Engagement unter Wert. Wir können von China lernen, wie man sich als guter Partner für die Entwicklung darstellt“, meint Bernhard Bartsch, Asien-Experte der Bertelsmann Stiftung. In den betroffenen Ländern könnte sich die EU mit eigenen Institutionen und Technologien deutlich stärker einbringen und so Standards setzen, denen auch China folgen muss.

Westen besserer Partner für Neue Seidenstraße als China

Für die Studie hat die Stiftung die Finanzierungsleistungen von China und von europäischen Ländern in die 25 „Belt & Road“-Staaten im Zeitraum zwischen den Jahren 2013 und 2017 verglichen. Zu den betroffenen Ländern gehören unter anderem Indien, Pakistan, Vietnam, Afghanistan, Ägypten und Nigeria.

Im Vergleich zeigte sich, dass aus westlichen Ländern insgesamt etwa 290 Milliarden Dollar (ungefähr 263 Milliarden Euro) in die Neue Seidenstraße flossen. Aus China dagegen sind es nur 285 Milliarden Dollar (259 Milliarden Euro). Der Westen sei für 16 der 25 untersuchten Länder sogar der wichtigere Partner, vor allem für Indien, Vietnam, Afghanistan, Ägypten und Nigeria.

Aufmerksamkeit für EU-Investitionen

Laut der Bertelsmann Stiftung erfüllt China die Versprechungen der „Belt & Road“-Initiative nicht, während Europa konstant in die betroffenen Länder investiert. Dennoch würden EU-Kritiker China als den besseren Finanzpartner darstellen. Die EU müsse deswegen selbstbewusster auftreten und für ihre erheblichen Investitionen in die Neue Seidenstraße mehr Aufmerksamkeit gewinnen.

Quelle: pressetext.com