Mobilität im Job
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Erwartungen der jungen Arbeitnehmer-Generation an die Mobilität im Job

Eine gewisse Flexibilität bei den Leistungsangeboten für die Entsendung von Mitarbeitern war aufgrund unterschiedlicher Bedürfnisse der Mitarbeiter schon immer gefragt. Bei der jungen Generation hat sich der Bedarf an Individualität und Entscheidungsfreiheit in Sachen Mobilität im Job noch weiter erhöht. Unternehmen und Dienstleistungsanbieter müssen sich an die neuen Erwartungen anpassen.

Was für junge Menschen heutzutage generell im Leben zählt, zeigt die folgende Grafik zu einer Befragung in Österreich. Sie machen zum Beispiel den Erfolg im Leben weniger an materiellen Dingen fest. Außerdem wird die Work-Life-Balance groß geschrieben.

Infografik: So tickt die Generation Z | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

 

Einfluss der jungen Arbeitnehmer auf Entsenderichtlinien

Crown World Mobility, Experte für weltweites Entsendungsmanagement, hat den Einfluss der nächsten Generation auf die Entsendungsrichtlinien untersucht. Es wurden fünf Bereiche betrachtet, in denen sich Dienstleistungsangebote verändern, um den Erwartungen und Bedürfnissen dieser nachwachsenden Generation zu entsprechen.

Co-Living, Mitbewohner und alternative Wohnformen

Der Bedürfniswandel zeigt sich besonders beim Thema Wohnen. Jüngerer entsandte Mitarbeiter sind häufig auf der Suche nach der Lebenserfahrung und den Abenteuern, die ein internationaler Einsatz bietet. Meist sind sie alleinstehend und noch nicht bereit für das Eigenheim. Sie wollen kein Haus in der Vorstadt oder gar auf dem Land. Die Nähe zur Stadt und Kontakte mit Gleichaltrigen sind ihnen wichtig.

Aus diesem Grund entstehen immer mehr alternative Wohnformen: Bungalow, WeLive, Roam, Unsettled, Lyf, Hmlet, The Collective, Sun & Co, Zoku und Outsight sind nur einige Beispiele für Unternehmen, die gemeinsames Wohnen in unterschiedlicher Form anbieten. Zu den Annehmlichkeiten, die viele dieser Wohnformen mitbringen, zählen betreute soziale Aktivitäten wie Kochkurse, Bowlingabende, Happy Hours oder Stadtführungen.

Von A nach B: Pendler, Fahrgemeinschaften und öffentliche Verkehrsmittel

Die wachsende Popularität klimafreundlicher Verkehrsoptionen haben dazu geführt, dass auch an neuen Ansätze zur Beförderung von Mitarbeitern gearbeitet wird.

Junge Menschen, die gerade ins Berufsleben einsteigen, haben oft nicht das Bedürfnis, ein eigenes Auto zu fahren. Um Geld zu sparen, sind sie auch häufig nicht bereit, die Mietkosten für einen Park- oder Garagenplatz aufzubringen. Sie sind dafür bestens mit Fahrdiensten wie Uber, Crab, Didi und Lyft vertraut.

Auch Fahrrad-Sharing-Programme reagieren auf die Notwendigkeit, zugängliche Transportmittel bereitzustellen. Man braucht nur eine Kreditkarte, um in der Nähe des Wohnortes ein Mietrad mitzunehmen und es am Zielort wieder abzustellen. In einigen Städten wurde dieses Angebot auch auf Motorroller ausgeweitet.

Pendelnde Mitarbeiter können alternative Angebote nutzen, mit denen sich Fahrzeuge günstiger und einfacher als beim Leasing oder der traditionellen Vermietung buchen lassen. Unternehmen wie ZipCar, Car2go, Maven und Hertz bieten verschiedene Optionen an, Autos für ein paar Stunden oder einen ganzen Tag zu mieten.

Unterstützung am Zielort fördert Mobilität im Job

Auch viele Destination Services Provider (DSPs) erkennen, dass ihr Leistungsangebot zur Unterstützung der jüngsten Mitarbeitergeneration flexibler werden muss. Jüngere Millennials und die nachkommende Generation Z wünschen sich einerseits mehr Anleitung, wie sie im neuen Leben ankommen können. Andererseits wollen sie aber selbst entscheiden, wie dieses gestaltet wird.

In vielen Fällen benötigen sie mehr Hilfe bei Alltagsfragen als frühere Generationen. Sie möchten Aufgaben möglichst effizient erledigen, ohne dass dadurch viel Arbeitszeit verloren geht. Deshalb bieten viele DSP bestimmte Settling-In-Services an. Ein Beispiel dafür ist die virtuelle Immobilienbesichtigung. Der Mitarbeiter hat durch diese Option die Möglichkeit, vor Eintreffen am Zielort mit der Wohnungssuche zu beginnen.

Für Mitarbeiter, die sich trotzdem lieber vor Ort über die Gegend informieren, bieten einige lokale DSP-Berater Treffen in einem Café oder Restaurant an. Außerdem übernehmen sie auch zeitaufwendige Aktivitäten wie die Installation lokaler Apps auf dem Smartphone des Mitarbeiters, die Abholung seines neuen Führerscheins oder das Treffen mit dem lokalen Internet-Anbieter in seiner neuen Wohnung.

Interkulturelles Training ist wichtig

Auch das interkulturelle Training zählt zu den Prioritäten entsandter junger Mitarbeiter. Sie betrachten es als Investition in ihre Zukunft. Zwar hat man bereits vor ein paar Jahren damit begonnen, interkulturelle Schulungen an die Anforderungen der ersten Millennials anzupassen. Das digitale Zeitalter hat den jüngeren Generationen jedoch ein noch stärkeres Gefühl für die Idee einer globalen Bürgerschaft und einer vernetzten Welt vermittelt.

Die heute angebotenen interkulturellen Dienstleistungen beinhalten daher neben einem individuellen Training nach der Ankunft auch ein virtuelles Trainingstool. Mit diesem kann kontinuierlich recherchiert werden und es bietet Zugang zu betreuten und geprüften Ressourcen.

Sammeltransporte ersetzen Umzugsunternehmen

Als Alternative zu  traditionellen Umzügen, werden vermehrt Sammeltransporte angeboten. Sammeltransporte setzen sich aus kleineren Sendungen zusammen und eignen sich vor allem für Mitarbeiter, die einen Pauschalzuschuss für die Entsendung erhalten haben und nicht viel mitbringen.

Junge Mitarbeiter kommen häufig mit ein paar Koffern voller Kleidung und einigen persönlichen Gegenständen aus. Nur selten begleiten sie Möbel, Kunst- oder Wertgegenstände. Sammelladungen sind eine Transportmethode, die es Umzugsunternehmen ermöglicht, mehrere kleinere Sendungen in einem 20- oder 40-Fuß-Container zu kombinieren. Das spart Platz und Kosten.