Rentenlücken
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Lohn- und Rentenlücken in Europa unterschiedlich

Arbeitnehmergehälter und die spätere Rente stehen in vielen Ländern Europas in einem unterschiedlichen Verhältnis zueinander. Einige Länder mit höheren geschlechtsabhängigen Rentenunterschieden (Gender Pension Gap) haben im Durchschnitt auch eine höhere geschlechtsspezifische Lücke in der Erwerbstätigenquote (Gender Pay Gap). Es gibt aber auch Länder, wo die Gender Pension Gap groß ist und die geschlechtsabhängigen Lohnlücken dagegen sehr klein oder umgekehrt.

Männer bekommen höhere Renten als Frauen

Allerdings erhalten Männer in fast allen untersuchten Ländern höhere Renten als Frauen. Das geht aus einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor.

Die Gender Pension Gaps variieren jedoch stark zwischen den Ländern. Während in Estland fast kein Gender Pension Gap zu erkennen ist, liegt er in Luxemburg mit knapp 74 Prozent am höchsten. Dafür ist in Estland die Lohnlücke mit 26 Prozent die höchste unter den betrachteten Ländern. Eine Erklärung hierfür könne sein, dass in Estland Frauen stärker als Männer von der Umverteilung im Rentensystem profitieren. In skandinavischen und osteuropäischen Ländern fielen die Lücken am geringsten aus.

Rentenlücke hängt mit Arbeitsmarkt zusammen

Die Gender Pension Gaps sind tendenziell in denjenigen Ländern größer, die einen größeren geschlechtsspezifischen Unterschied in der Erwerbstätigenquote oder in der Teilzeitquote aufweisen. Zwischen Rentenlücken und den Merkmalen der Rentensysteme ließ sich länderübergreifend kein Zusammenhang feststellen. Die Ergebnisse der DIW-Studie unterstreichen damit, dass die Geschlechterungleichheiten am Arbeitsmarkt und im Renteneinkommen zusammenhängen.

Wie können die Rentenlücken verkleinert werden?

Um die Rentenlücken zu reduzieren, sollte die Erwerbstätigkeit von Frauen gestärkt werden, so die DIW-Forscher. Die Politik sollte bessere Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf schaffen. Zudem sollte sie steuerlich und familienpolitisch genug Anreize setzen, damit die Erwerbs- und Sorgearbeit im Haushaltskontext gleichmäßiger aufgeteilt und honoriert wird.

Quelle: Deutsche Rentenversicherung